Basel sichert sich den Cupsieg

Der FC Basel ist zum 13. Mal Schweizer Cupsieger. Das Team von Marcel Koller setzte sich im Final gegen Thun 2:1 durch.

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Der FC Basel hat eine schwierige Saison versöhnlich abgeschlossen. Die Basler setzten sich im Cupfinal im Stade de Suisse in Bern vor nur rund 20'000 Zuschauern gegen Thun 2:1 durch. Der 13. Cupsieg ist der erste Titel in der Ära von Präsident Bernhard Burgener.

Es dauerte 80 Minuten, bis im 94. Schweizer Cupfinal doch noch die grossen Emotionen ausbrachen. Als Dejan Sorgic für Thun im Anschluss an einen Corner der Anschlusstreffer zum 1:2 gelang, kehrte die Spannung in die zuvor zwar interessante, aber über weite Strecken laue Partie zurück. Plötzlich herrschte eine Ambiance, die eines Cupfinals würdig war.

Sorgic verkürzt zum 2:1. Video: SRF

Mit der Unterstützung ihrer rund 10'000 Fans stürmten die Berner Oberländer noch einmal an und brachten den Favoriten ins Wanken. Klare Torchancen zum Ausgleich erspielten sich die Thuner aber nicht mehr. Wie zuvor fehlte dem Aussenseiter zwar nicht viel, aber dennoch das gewisse Etwas; der Ausgleich, eine Verlängerung und der erste Titel in der 121-jährigen Vereinsgeschichte, der die direkte Qualifikation für die Europa League zur Folge gehabt hätte, blieben ausser Reichweite.

Fehler in Thuner Abwehr

«Die Effizienz machte den Unterschied», sagte Marc Schneider. «Wir haben aus unseren Möglichkeiten zu wenig gemacht.» Der Thuner Trainer meinte die Szene in der 41. Minute, als Grégory Karlen nach einer Freistossflanke den Ball mit dem Kopf knapp neben das Tor setzte. Oder die Aktion in der 65. Minute, als Karlen und Sorgic einen Querpass um Zentimeter verpassten.

Das erste Tor des Spiels durch den Basler Albian Ajeti. Video: SRF

Kaltschnäuziger präsentierte sich der FCB. Albian Ajeti erzielte mit der ersten guten Gelegenheit das 1:0, als er in der 23. Minute nach einer Flanke von Valentin Stocker mit dem Kopf traf. Fabian Frei schloss in der 77. Minute einen Konter zu vermeintlichen Vorentscheidung ab.

Die grössere individuelle Klasse und das breitere Kader waren weitere Faktoren, die den Ausschlag zugunsten des Favoriten gaben. Thun hatte neben dem langzeitverletzten Captain Dennis Hediger kurzfristig auch auf den Innenverteidiger Miguel Rodrigues verzichten müssen, mit Nicola Sutter schied ein weiterer Innenverteidiger Mitte der ersten Halbzeit verletzt aus. «Basel brachte für Zuffi Kuzmanovic», sagte Schneider. «Aber wir wollen uns nicht beklagen.»

Diskussionen um Kollers Zukunft

Der Basler Sieg war letztlich ein verdienter, wenn auch kein berauschender. Das Team von Marcel Koller bot wie so oft in dieser Rückrunde einen pragmatischen Auftritt mit wenig Spektakel - aber mit Erfolg. «Wir haben es in der Rückrunde geschafft, kompakter aufzutreten und besser zu spielen», sagte Koller. Nur eine Niederlage in der Rückrunde und der Cupsieg sind der Lohn für den Aufschwung der letzten Monate.

«Für den Verein ist dieser Titel sehr wichtig», sagte Koller. Sein Verbleib beim FCB ist trotz des ersten Titelgewinns in der Ära Burgener und einem Vertrag bis 2020 aber nicht gesichert. «Für dieses Thema bin ich der falsche Ansprechpartner», sagte der Zürcher, der seinen ersten Cupsieg als Trainer feierte. Falls diese Konstellation jemandem nicht passe, müsse man darüber sprechen.

Das 2:0 für den FCB, getroffen von Frei. Video: SRF

Der Sieg für das Team von Marcel Koller war zwar kein berauschender, aber ein verdienter. Die Basler boten wie so oft in dieser Rückrunde einen pragmatischen, aber erfolgreichen Auftritt. Letztlich entschied die grössere individuelle Klasse und das breitere Kader zugunsten des FCB. Thun hatte kurzfristig auch auf den Innenverteidiger Miguel Rodrigues verzichten müssen, zu allem Überfluss schied mit Nicola Sutter ein weiterer Verteidiger Mitte der ersten Halbzeit verletzt aus.

Noch nicht sicher europäisch

Präsident Burgener spürte trotz der vielen Kritik in den letzten Monaten keine Genugtuung. Er freue sich für die Mannschaft, die Fans und die Stadt.« Zwei Jahre ohne Titel sind in Basel im Gegensatz zu anderen Klubs eine lange Zeit», sagte der 61-Jährige. Der Druck auf ihn wird trotz des achten FCB-Cupsiegs seit der Jahrtausendwende nicht geringer.

Der Präsident muss und will die Kosten senken, gleichzeitig aber die Einnahmen erhöhen. Um dies zu erreichen, richtet sich Burgener bereits Richtung Sommer. Der FCB muss wieder europäisch spielen – auch, weil dadurch der Wert der einzelnen Spieler steigen würde. Die Basler haben die Teilnahme an der Europa League aber noch nicht auf sicher; sie treten als Zweiter der Super League in der Qualifikation zur Champions League an. Der Super-League-Dritte dagegen wird mit den Millionen aus der Europa League fix planen können.

Die Basler und Thuner äussern sich nach dem Abpfiff zu den gespielten 90 Minuten. Video: Fabian Sangines

Telegramm:

FC Basel - FC Thun 2:1 (1:0)
Stade de Suisse, Bern. 20'500 Zuschauer. SR San.
Tor: 23. Ajeti (Stocker) 1:0. 77. Frei (Riveros) 2:0. 81. Sorgic (Kablan) 2:1.
Basel: Omlin; Xhaka, Suchy, Zambrano, Riveros; Balanta, Frei (91. Van Wolfswinkel); Stocker (67. Bua), Zuffi (72. Kuzmanovic), Okafor; Ajeti.
Thun: Faivre; Joss, Gelmi, Sutter (26. Karlen), Kablan; Fatkic; Tosetti (79. Salanovic), Costanzo, Stillhart, Spielmann (94. Schwizer); Sorgic.
Bemerkungen: Basel ohne Petretta (gesperrt) und Widmer (verletzt), Thun ohne Glarner (gesperrt), Hediger, Rodrigues und Ziswiler (alle verletzt). Verwarnung: 13. Okafor (Foul). 23. Stillhart (Foul). 26. Balanta (Foul). 65. Riveros (Foul). 94. Ajeti (Reklamieren). 94. Costanzo (Foul). (SDA)

Erstellt: 19.05.2019, 12:43 Uhr

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