An diesen Spielern führt kein Weg vorbei

Wer ist der beste Zweikämpfer der Super League? Wer schiesst am exaktesten? Und wer hat ein Goalieproblem? Der Statistik-Check vor dem Wiederbeginn der Liga.

Miro Muheim, Nathan, Jonas Omlin – alle sind sie in einer Statistik Spitzenreiter der Super League.

Miro Muheim, Nathan, Jonas Omlin – alle sind sie in einer Statistik Spitzenreiter der Super League. Bild: Keystone

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Manchmal wirkt es, als würde Raphaël Nuzzolo einfach aus jeder Chance ein Tor erzielen. Stimmt aber gar nicht. Der Xamaxien schiesst tatsächlich am häufigsten von allen Spielern der Super League (59-mal) und kommt dabei auf eine eher durchschnittliche Quote (0,08 Treffer pro Schuss). Elfmeter werden bei dieser Statistik nicht mit einberechnet.

Nuzzolo rutscht sogar noch etwas weiter zurück ins Mittelfeld der Liga, wenn nicht die absoluten Zahlen betrachtet werden. Mit dem Wert «Schüsse pro 90 Minuten» können Spieler gerechter miteinander verglichen werden, die unterschiedlich lange eingesetzt worden sind. Und siehe da: Auf die tatsächliche Einsatzzeit umgerechnet, ist Nuzzolos Teamkollege Gaëtan Karlen sogar abschlussfreudiger und torgefährlicher.

Absoluter Überflieger bei den Torschüssen ist wenig überraschend Jean-Pierre Nsame von den Young Boys. Er vereinigt alles, was ein Trainer von einem Stürmer sehen will: Viele Abschlüsse – und die sind erst noch von herausragender Qualität (0,28 Tore pro Schuss).

Andere Spieler wie der Basler Kemal Ademi (0,3 Tore pro Schuss – Bestwert für Stürmer mit mindestens 180 Minuten Einsatzzeit) oder der St. Galler Ermedin Demirovic (0,25 Tore pro Schuss) überzeugen ebenfalls mit der Qualität ihrer Abschlüsse. Was sicher mit ihrer Position zu tun hat. Ademi und Demirovic sind Stossstürmer, Nuzzolo ist im Vergleich der Freigeist, der überall in der Offensive anzutreffen ist.

Bei Blaz Kramer (0,21 Tore/Schuss) könnte die gute Quote auch mit dem Stil des Teams zu tun haben. Sein FC Zürich schiesst als Team insgesamt nur selten. Dafür fliegt der Ball dann auch oft aufs Tor – und nicht daneben: Rang drei in der Liga für Schüsse, die aufs Ziel gehen.

Was dafür spricht, dass Zürich tatsächlich einen von Lucien Favre inspirierten Stil spielen könnte, bei dem der Ball vor dem Abschluss möglichst nahe ans gegnerische Tor gebracht wird. Dorthin, wo die Wahrscheinlichkeit steigt, zumindest das Ziel zu treffen. Bei der Quote der Schüsse, die dann auch wirklich ins Tor gehen, hat der FCZ aber noch Steigerungspotenzial. Hier belegt er nur Rang sechs.

Die Schussstatistik zeigt auch, dass Thun und Luzern ein Qualitätsproblem haben. Beide liegen nach Zahl ihrer Schüsse im Mittelfeld der Liga, treffen aber kaum ins Tor. Entweder suchen die Stürmer also aus aussichtslosen Lagen den Abschluss – oder sie schiessen mit zu wenig Präzision. Bei einer Quote von jeweils nur 0,06 Toren pro Schuss lautet die Vermutung, es trifft beides zu.

St. Gallen liebt Zweikämpfe, Nathan zeigt Übersicht

Miro Muheim hat schon etwas von der grossen, weiten Fussballwelt gesehen. Mit 16 zog er vom FC Zürich los, um sein Glück bei Chelsea zu suchen. Später war er leihweise wieder bei seinem Stammclub – seit Januar 2018 ist er beim FC St. Gallen. Und dort ist er in dieser Saison so richtig durchgestartet.

Mit inzwischen 21 Jahren ist der Linksverteidiger der beste Ballgewinner der Liga. 70-mal hat er dem Gegner entweder durch ein gelungenes Tackling oder durch gutes Stellungsspiel das Spielgerät entwendet. Muheim ist einer von nicht weniger als drei St. Gallern in den Top 4 dieser Wertung. Was beweist, dass die Ostschweizer den Stil ihres Trainers Peter Zeidler verinnerlicht haben. Der Deutsche fordert «die dauernde Jagd nach dem Ball».

Dominiert wird die Rangliste von Abwehrspielern. Wobei die Aussenverteidiger meist mehr Zweikämpfe bestreiten und die Innenverteidiger mehr Bälle ablaufen. Der König der defensiven Übersicht ist Nathan. Keiner hat mehr Pässe des Gegners abgefangen als der Abwehrchef des FCZ.

Wie konsequent die St. Galler den Zweikampf suchen, zeigt die Statistik der erfolgreichen Tacklings. Gleich sechs Ostschweizer schaffen es in die Top 12. Die Frage, die sich bei diesem intensiven Spiel stellt: Wie lange halten die Batterien der St. Galler?

Der beste Goalie steht im Tor des FC Basel

Manchmal ist es ja auch schön, wenn Zahlen bloss die optischen Eindrücke bestätigen. Wie bei Jonas Omlin. Der Goalie des FCB fliegt nicht nur schön, er wehrt auch prozentual gesehen mehr Schüsse ab als jeder andere.

Das Problem dieser Statistik ist, dass sie nicht gewichtet, welche Art von Abschlüssen auf die Torhüter zuflogen. Möglich, dass Omlin als FCB-Goalie weniger schwierige Schüsse halten muss, weil seine Vorderleute mehr Qualität besitzen als jene von schwächeren Teams.

Trotzdem ist der Unterschied zu Schlusslicht Guillaume Faivre krass. Der Thuner lässt fast jeden zweiten Schuss passieren, der auf sein Tor fliegt. Kein gutes Vorzeichen für den bevorstehenden Thuner Abstiegskampf.


Der grosse Statistik-Check der Super League. Hier geht es zum ersten Teil.


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Erstellt: 24.01.2020, 18:14 Uhr

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