Zum Hauptinhalt springen

An einem Tisch neben Messi

Manchester City ist mit acht Siegen in acht Spielen in die Saison gestartet. In der überragenden Offensive steht einer noch über allen anderen.

Kevin De Bruyne erlebt mit Manchester City aktuell einen Höhenflug.
Kevin De Bruyne erlebt mit Manchester City aktuell einen Höhenflug.
Reuters

Wenn ein Trainer im ersten Satz nach dem Match feststellt: «Unser Pressing war nicht perfekt. Wir hatten Probleme, wenn Bournemouth sein Spiel aufbaute», dann bedeutet das normalerweise nichts Gutes für sein Team.

Nur: Wenn dieser Trainer Josep Guardiola heisst, dann ist normalerweise alles schon ziemlich gut. Es kann also wenig bedeuten, wenn das Pressing für einmal nicht wunschgemäss klappt. So ist das auch am Samstag. Manchester City hat Bournemouth gerade 4:0 besiegt.

Guardiola bleibt auch nicht lange kritisch. Er findet bald, dass seine Mannschaft trotz Nachlässigkeiten viele Bälle gewonnen und viele Chancen herausgespielt hat. Und er sagt auch noch: «Es ist immer schwierig nach der Champions League. Wir haben das gut gelöst.»

Nie mehr als 27 Minuten bis zum ersten Treffer

Gut gelöst? Der neue Trainer ist mit fünf Siegen in die Meisterschaft (und drei weiteren Erfolgen in Champions League und Champions-League-Qualifikation) gestartet, das hat vor ihm nur ein Premier-League-Neuling geschafft: Carlo Ancelotti mit Chelsea, der Italiener wurde 2009/10 auch gleich Meister.

Guardiola hat den Anspruch, das auch zu schaffen. Nach dem jüngsten Spiel muss sich die Konkurrenz schon fragen, wie sich das Team des Spaniers stoppen lässt. Natürlich verteidigte Bournemouth teilweise miserabel und war der Gegner in der Offensive harmlos. Aber wie City Bälle abfing und seine Angriffe lancierte, mit wie viel Tempo es vorstiess, wie schnell der Ball lief, wie viele Spieler immer wieder ausschwärmten bei den Attacken, wie das Team gemeinsames Spiel und Dribblings und Kraft und Tempo zusammensetzte, das war eindrücklich anzusehen.

25 Tore in 8 Spielen (alle Wettbewerbe, alle Spiele gewonnen) hat die Mannschaft bislang erzielt, nie brauchte sie mehr als 27 Minuten bis zum ersten Treffer. Gegen Bournemouth traf Zuzug Gündogan mit dem 4:0 zum ersten Mal. Der 19-jährige Nigerianer Iheanacho hat das 2:0 und damit mit seinen letzten 14 Schüssen 10 Tore erzielt. Sterling gelang nicht nur das 3:0, er dribbelte sich einmal auch an fünf Gegnern vorbei, traf dann aber nur den Pfosten.

«Sagenhaft» und «fantastisch»

Iheanacho und Sterling waren stark. Doch über ihnen schwebte noch Kevin De Bruyne. Der 25-jährige Belgier brauchte 9 Sekunden bis zum ersten Torschuss, obwohl Bournemouth Anstoss gehabt hatte. Er erzielte mit einem Schuss unter der Mauer hindurch das 1:0 per Freistoss (15.). Und er bereitete die Tore 2, 3 und 4 mit Vorstössen und Steilpässen vor.

«Messi steht allein», sagt Guardiola später, «aber am Tisch nebenan darf Kevin sitzen. Er ist ein besonderer Spieler. Ohne Ball der erste Kämpfer, mit dem Ball am Fuss voller Klarheit. Er sieht alles, er trifft in jedem Moment die richtige Entscheidung.»

Was Guardiola auch noch einfällt zu De Bruynes Auftritt: «Sagenhaft.» Und: «Fantastisch.» De Bruyne hält sich knapper, so ist er halt. Er meldet nur: «Ein perfekter Nachmittag.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch