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Ein Schweizer schiesst den Underdog in den Achtelfinal

Der belgische Meister Gent verblüfft in der Champions League. Mitverantwortlich ist ein hierzulande unbekannter Tessiner.

Ausgeschieden: Bayer Leverkusen kommt trotz einer guten Leistung gegen Barcelona nicht über ein 1:1 hinaus.
Ausgeschieden: Bayer Leverkusen kommt trotz einer guten Leistung gegen Barcelona nicht über ein 1:1 hinaus.
Jonas Guettler
Der AS Roma reicht ein torloses Remis gegen Bate Borissow für den Einzug in die Achtelfinals.
Der AS Roma reicht ein torloses Remis gegen Bate Borissow für den Einzug in die Achtelfinals.
Gabriel Bouys, AFP
Der belgische Vertreter Gent schlägt Zenit St. Petersburg und steht wie die Russen in der nächsten Runde. Das Siegtor erzielt der Schweizer Danijel Milicevic (rechts).
Der belgische Vertreter Gent schlägt Zenit St. Petersburg und steht wie die Russen in der nächsten Runde. Das Siegtor erzielt der Schweizer Danijel Milicevic (rechts).
Dean Mouhtaropoulos
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Der KAA Gent sorgte für die bisher grösste Überraschung in der aktuellen Champions-League-Kampagne – im Sog des abermals verblüffenden Tessiners Danijel Milicevic, der beim 2:1 gegen Zenit mit dem Siegtor seinen dritten Champions-League-Treffer markierte. Dem ersten Meistertitel der Klubgeschichte liess das Team von Trainer Hein Vanhaezebrouck eine weitere bedeutende Premiere folgen. Der krasse Aussenseiter stoppte das während fünf Runden makellose St. Petersburg und qualifizierte sich als erste belgische Equipe seit dem RSC Anderlecht vor 15 Jahren für die Top 16.

Mit einer ersten 0:2-Ernüchterung gegen Lyon endete Gary Nevilles Einstand als Trainer von Valencia. Die frühere Ikone von ManU musste machtlos mitansehen, wie sich seine teilweise ratlose Spieler von der Nummer 5 Frankreichs regelrecht demütigen lassen musste. Anders ist die missratene Darbietung im Mestalla nicht zu interpretieren.

Piräus enttäuschend

Im Karaiskakis hatte Piräus in jüngerer Vergangenheit diverse Gala-Auftritte inszeniert und Vereine mit klingenden Namen besiegt - in der letzten Saison beispielsweise Atlético und Juventus. Und bis zum 0:4 in München bewegte sich Olympiakos gar temporär auf Augenhöhe mit dem FC Bayern. Nun resultierte für das Team des Schweizers Pajtim Kasami ausgerechnet am letzten Spieltag in der «Finalissima» gegen Arsenal (0:3) der entscheidende Kollaps.

Olivier Giroud, der stabile und wuchtige Franzose, war vom Dominator und Rekordhalter des griechischen Fussballs nicht zu stoppen. Mit seiner Triplette ersparte er Arsène Wenger ungemütliche Analysen und das erstmalige Out in der Gruppenphase seit 1999. Spätestens mit seinem souverän verwerteten Handspenalty (67.) beseitigte der Solo-Unterhalter jegliche Diskussionen.

Der FC Bayern (2:0 gegen Dinamo) zelebrierte nach der frühzeitigen Sicherung des Achtelfinal-Platzes in Zagreb mit diversen Debütanten in der Startformation eine problemlose Ehrenrunde. Robert Lewandowski markierte im sechsten Europacup-Einsatz der Saison seine Treffer sechs und sieben. Die Bilanz nach dem Vorprogramm ist vielversprechend: fünf Siege und 19:3 Tore.

Chelsea hält dem Druck stand

Der Druck auf José Mourinho war nach dem blamablen 0:1 gegen Bournemouth spürbar angestiegen. Ein frühzeitiges Scheitern auf der europäischen Glamour-Bühne würde der russische Klubeigner Roman Abramowitsch kaum mehr tolerieren, spekulierten die englischen Journalisten.

Doch mit den Blues ist in der Champions League offenbar auch in der schwierigsten Premier-League-Phase seit dem Einstieg des Milliardärs Roman Abramowitsch weiterhin zu rechnen. Im Duell mit dem FC Porto, den Mourinho 2004 an die internationale Spitze geführt hatte, blendeten die Londoner ihre Krise erstaunlich gut aus. Sie kontrollierten den Viertelfinalisten des vergangenen Frühlings nahezu problemlos. Nach Willians 2:0 (52.) konnte es sich Mourinhos routinierte Auswahl gar frühzeitig leisten, den Aufwand markant zu drosseln.

An vorderster Front stemmte sich einer auffällig vehement gegen eine Verschärfung der Situation, der seit Tagen im Mittelpunkt der Kritik steht: Diego Costa, in seinen besten Tagen dynamisch wie kaum ein anderer Stürmer, zuletzt aber oft nur noch ein Provokateur ohne Einfluss. Der Spanier provozierte mit einem energischen Vorstoss früh das kursweisende Eigentor Marcanos (12.).

Bayer scheitert an Barça und sich selbst

Obschon Barcelonas Coach Luis Enrique im Vergleich zum letzten Spiel in der Primera Division das Gros seiner Stammbesetzung schonte, verschafften sich die Katalanen in Leverkusen den ersten Vorteil. Lionel Messi, lange verletzt und auf dem Weg zurück zur alten Stärke, verwertete einen Traumpass von Ivan Rakitic.

Mehr als den zwölften Saisontreffer von Javier Hernandez hatte die die Werkself gegen die B-Auswahl des Titelhalters nicht zu bieten. Topskorer Admir Mehmedi bemühte sich ebenso vergeblich wie der Rest der teuren Equipe, der eine Grundsatzdebatte bevorstehen dürfte.

Der AS Roma, in der Serie A seit geraumer Zeit stagnierend, genügte ein glanzloses 0:0 gegen den weissrussischen Meister Bate Borissow zum ersten internationalen Exploit seit bald fünf Jahren. Die Italiener profitierten vom fünften sieglosen Spiel Leverkusens (1:1 gegen Barcelona).

Gruppe E

Leverkusen - FC Barcelona 1:1 (1:1) 29'412 Zuschauer. - SR Clattenburg (Eng). Tore: 20. Messi 0:1. 23. Hernandez 1:1. Leverkusen: Leno; Hilbert, Tah, Toprak, Wendell; Kramer (90. Papadopoulos), Kampl; Bellarabi, Calhanoglu (79. Brandt), Mehmedi (70. Kiessling); Hernandez. Barcelona: Ter Stegen; Adriano, Bartra, Vermaelen, Jordi Alba (74. Camara); Rakitic, Kaptoum (62. Gumbau), Samper; Sandro, Messi, Munir. Bemerkungen: Leverkusen ohne Lars Bender und Jedvaj (beider verletzt). Barcelona ohne Dani Alves (gesperrt), Neymar, Rafinha, Sergi Roberto, Douglas und Mathieu (alle verletzt).

AS Roma - BATE Borissow 0:030'000 Zuschauer. - SR Atkinson (Eng).AS Roma: Szczesny; Florenzi, Manolas, Rüdiger, Digne; Nainggolan, De Rossi, Pjanic; Iturbe (60. Salah), Dzeko, Falqué (83. Ucan). Bemerkungen: AS Roma u.a. ohne Gervinho, Totti und Torosidis (alle verletzt).

Gruppe F

Olympiakos Piräus - Arsenal 0:3 (0:1) 31'000 Zuschauer. - SR Rizzoli (It). Tore: 29. Giroud 0:1. 50. Giroud 0:2. 67. Giroud (Handspenalty) 0:3. Arsenal:Cech; Bellerin, Mertesacker, Koscielny, Monreal; Flamini, Ramsey; Walcott (72. Gibbs), Özil, Campbell (91. Oxlade-Chamberlain); Giroud (92. Chambers). Bemerkungen: Olympiakos Piräus bis 72. mit Kasami. Arsenal ohne Alexis Sanchez, Santi Carzola, Wilshere, Welbeck, Rosicky, Arteta und Coquelin (alle verletzt).

Dinamo Zagreb - Bayern München 0:2 (0:0) 19'681 Zuschauer. - SR Strömbergsson (Sd). Tore:61. Lewandowski 0:1. 64. Lewandowski 0:2. Bayern München: Ulreich; Lahm, Javi Martinez, Benatia (46. Boateng), Rafinha; Kimmich, Xabi Alonso, Rode; Green (62. Vidal), Lewandowski, Ribéry (46. Müller). Bemerkungen: Bayern München ohne Badstuber (gesperrt), Alaba, Bernat, Douglas Costa, Robben, Thiago und Götze (alle verletzt). 87. Müller verschiesst Penalty.

Gruppe G

Chelsea - Porto 2:0 (1:0) 41'000 Zuschauer. - SR Cakir (Tür). Tore: 12. Marcano (Eigentor) 1:0. 52. Willian 2:0. Chelsea: Courtois; Ivanovic, Zouma, Terry, Azpilicueta; Ramires, Matic; Willian, Oscar (81. Pedro), Hazard (90. Rémy); Diego Costa (86. Mikel). Bemerkungen: Chelsea ohne Falcao (verletzt).

Dynamo Kiew - Maccabi Tel-Aviv 1:0 (1:0) SR Kuipers (Ho). Tor: 16. Garmasch 1:0.

Gruppe H

Gent - Zenit St. Petersburg 2:1 (1:0) 19'500 Zuschauer. - SR De Sousa (Por). Tore: 18. Depoitre 1:0. 65. Dsjuba 1:1. 78. Milicevic 2:1. Bemerkungen: Gent bis 82. mit Milicevic.

Valencia - Lyon 0:2 (0:1) 35'000 Zuschauer. - SR Jug (Sln). Tore:37. Cornet 0:1. 76. Lacazette 0:2.

(SI)

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