Schweiz muss gegen Island und Belgien ran

In der Nations League trifft die Schweiz auf wenig attraktive, dafür unangenehme Gegner. Ein kurzer Check.

Nach der Auslosung: Petkovic äussert sich zu den kommenden Spielen der Nations League. Video: Tamedia/SDA

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Der frühere portugiesische Fussball-Star Deco zog an der Auslosung in Lausanne die Lose der Liga A. Er verhinderte ein erneutes Aufeinandertreffen seiner Landsleute mit der Schweiz. Es kommt auch nicht zum ersten Pflichtspiel seit 1966 gegen Weltmeister Deutschland oder zum Duell mit Spanien.

Stattdessen teilte Deco den WM-Geheimfavoriten Belgien und Sympathieträger Island der Gruppe mit der Schweiz zu. Belgien also, von dem man nicht so recht weiss, wie stark es wirklich ist und ob man es auf Augenhöhe mit Deutschland, Spanien oder Brasilien sehen soll, weil es zuletzt starken WM- und EM-Qualifikationsphasen eher mittelmässige Turnierleistungen folgen liess. Und Island, den kampfstarken Aussenseiter.

Belgien unter Martinez wieder auf Kurs

Die Verwunderung war gross in Belgien, als der Verband nach der enttäuschenden EM 2016 Roberto Martinez zum Nachfolger von Nationalcoach Marc Wilmots ernannte. Denn der Spanier hatte mit Engagements bei Swansea City, Wigan Athletic und Everton keine grosse Trainer-Vita vorzuweisen. Doch er überzeugte ohne Verzögerung. Die ersten vier Pflichtspiele bis zum Jahresende gewann Belgien allesamt und schoss dabei 21 Tore. Am Ende der erfolgreichen WM-Qualifikation war Belgien mit 28 Punkten und 43:6 Toren hinter Weltmeister Deutschland die Nummer 2 von Europa.

Martinez krempelte personell wenig um, doch unter ihm wurden die Stars der sogenannt goldenen Generation ihrem Renommee wieder gerecht. Chelseas Eden Hazard zeigte endlich auch im Nationalteam konstant gute Leistungen. Romelu Lukaku avancierte wieder zum Goalgetter und traf in der Qualifikation elf Mal. Und nicht ganz unwichtig: Radja Nainggolan, der nicht einfach zu führende Mittelfeldspieler der AS Roma, besetzt unter Martinez nur noch eine marginale Rolle.

Island – keine Eintagsfliege

Was wurde 2016 nicht alles geschrieben über das isländische EM-Märchen in Frankreich. Keine Story liessen die Medien aus. Vom Torhüter Hannes Halldorsson, der auch ein Filmregisseur ist. Vom Captain und Einwerfer Aaron Gunnarsson, dessen Bruder Handball-Profi in der deutschen Bundesliga ist. Oder von den vielen Trainingshallen, deren Bau das Fussball-Wunder erst ermöglichte.

Die Liste der wunder- und manchmal auch sonderbaren Geschichten der Isländer lässt sich erweitern. Seit der EM und dem Rücktritt von Lars Lagerbäck ist Heimir Hallgrimsson allein verantwortlich für das Team. Doch das Amt des Nationaltrainers füllt ihn nicht ganz aus; er arbeitet weiterhin als Zahnarzt in der eigenen Praxis. «Auf meiner Insel wohnen 4000 Menschen. Die brauchen einen Zahnarzt.»

Dass das EM-Märchen keine Eintagesfliege war, zeigte sich bei der erfolgreichen WM-Qualifikation. Dort setzte sich Island gegen Kroatien, die Ukraine und die Türkei durch. Im kommenden Sommer wird Island damit erstmals in seiner Geschichte bei einer Weltmeisterschaft dabei sein.

Alle Gruppen im Überblick:

Liga A
Gruppe 1: Deutschland, Frankreich, Niederlande. – Gruppe 2: Belgien, SCHWEIZ, Island. – Gruppe 3: Portugal, Italien, Polen. – Gruppe 4: Spanien, England, Kroatien.

Liga B
Gruppe 1: Slowakei, Ukraine, Tschechien. – Gruppe 2: Russland, Schweden, Türkei. – Gruppe 3: Österreich, Bosnien-Herzegowina, Nordirland. – Gruppe 4: Wales, Irland, Dänemark.

Liga C
Gruppe 1: Schottland, Albanien, Israel. – Gruppe 2: Ungarn, Griechenland, Finnland, Estland. – Gruppe 3: Slowenien, Norwegen, Bulgarien, Zypern. – Gruppe 4: Rumänien, Serbien, Montenegro, Litauen.

Liga D
Gruppe 1: Georgien, Lettland, Kasachstan, Andorra. – Gruppe 2: Weissrussland, Luxemburg, Moldawien, San Marino. – Gruppe 3: Aserbeidschan, Färöern, Malta, Kosovo. – Gruppe 4: Mazedonien, Armenien, Liechtenstein, Gibraltar.

Modus: Die Gruppenphase wird von September bis November 2018 in Hin- und Rückspielen bestritten. Die vier Gruppensieger der Liga A spielen vom 5. bis 9. Juni 2019 in Halbfinals und Final den Nations- League-Titel aus. Die Gruppensieger der übrigen Ligen steigen in die nächsthöhere Liga auf, die schlechtesten Teams jeder Gruppe in den Ligen A bis C steigen ab. Zudem ermitteln die vier bestklassierten Mannschaften jeder Liga, die sich nicht auf regulärem Weg für die EM 2020 qualifiziert haben, Ende März 2020 in Playoffs je einen EM-Teilnehmer. (fal)

Erstellt: 24.01.2018, 12:56 Uhr

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