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Basel zurück im Rampenlicht

Gratulation! Dank der Champions League ist Basel zurück im internationalen Fussball. Es warten illustre Gegner und viel Geld. Aber auch viele Gefahren.

Was für ein Erfolg, welch eine Stimmung: Der FC Basel ist wieder in der Champions-League. Gegner vom Format wie Bayern München, Manchester United oder Inter Mailand werden wieder im St. Jakob Park zu Gast sein und den tristen Liga-Alltag mit Gegnern wie Vaduz oder Bellinzona ausblenden. Cristiano Ronaldo statt Cabanas, Ibrahimovic statt Lustrinelli, Cech statt Leoni – Super-League-Durchschnitt ist in Basel nicht mehr aktuell. Gespannt wird die ganze Schweiz heute Abend auf die Auslosung der Gruppenspiele warten: Welche drei Mannschaften werden den Glanz und den Zauber der europäischen Ligen nach Basel bringen?

Die Strukturen sind Champions-League-tauglich

Mit den Grössen des europäischen Fussballs werden auch die Uefa-Millionen wieder ihren Weg nach Basel finden. Mindestens 17,5 Mio Franken wird dank Antrittsprämien, TV-Geldern und Zuschauereinnahmen in die Kasse des Schweizer Meisters gespült. Bei einem Etat von ungefähr 30 Mio Franken ist dies mehr die Hälfte. Doch im Gegensatz zum FC Thun, der unter der Last seiner europäischen Erfolge 2005 fast zusammenbrach, sind die Strukturen beim FCB vorhanden, um diesen Mehraufwand bewältigen zu können. Zudem haben die Basler Erfahrungswerte im Umgang mit dem Champions-League-Zirkus.

Ist der FCB jedoch auch von der Qualität her bereit für die Königsklasse? Die Qualifikation offenbarte Mängel, die von Göteborg und Guimarães zum Glück nicht ausgenutzt wurden. Mehrere Male war das Weiterkommen in Gefahr und es benötigte einige umstrittene Schiedsrichterentscheide und mehrere tolle Paraden von Franco Costanzo, um das vorzeitige Aus zu verhindern.

Die Champions League kommt für den Schweizer Meister zur rechten Zeit. Sechs Jahre sind seit der letzten Teilnahme vergangen. Seitdem musste sich der Verein mit mehr oder weniger erfolgreichen Uefa-Cup-Abenteuern begnügen. Nicht genug für den Klub, der seit der Eroberung Europas im Jahr 2002 Ambitionen auf regelmässige Auftritte in der Königklasse hegt.

Spieler-Exodus beim FCB?

Doch wie immer hat der Auftritt im Scheinwerferlicht auch Nachteile. Talentierte Spieler, über die der FCB im diesem Jahr wieder einige verfügt, werden das Augenmerk ausländischer Grossvereine noch mehr auf sich richten. Ein Exodus, wie er nach 2002 oder nach den beiden Meistertitel des FC Zürich 2006 und 2007 stattfand, droht auch heuer wieder. Derdiyok, der schon vor dem Absprung zu Hoffenheim stand, dürfte dem FCB dank der Champions League weiter erhalten bleiben. Gleiches gilt für Valentin Stocker, der sein ausserordentliches Talent gegen Guimarães erneut aufblitzen liess. Dank den Millionen-Einnahmen wird Basel aber auch in Zukunft fähig sein, solch schmerzliche Abgänge zu kompensieren. Keine andere Mannschaft der Schweiz verfügt über eine so gut gefüllte Schatulle wie der FCB. Deshalb ist es auch wenig glaubhaft, dass in den nächsten Jahren eine Mannschaft am Branchenprimus vorbeiziehen wird.

In der Königklasse haben die Basler fast nichts zu verlieren. An die legendären Spiele vor sechs Jahren erinnert man sich im Ausland nicht mehr wie hierzulande. Trotzdem erwartet man von Christian Gross und seiner Mannschaft viel. Nicht zuletzt weil der FCB, dank gutem Uefa-Koeffizienten, in den dritten Lostopf eingeteilt ist. Somit trifft die Mannschaft auch auf ein schlechter eingestuftes Team aus Topf Vier. Dass dieser Koeffizient nicht viel bedeuten muss, sieht man anhand von Atletico Madrid, das schlechter eingustuft wird, als die Basler. Im Team der Spanier stehen immerhin Ausnahmekönner wie Simão, Sergio Agüero und Diego Forlan.

«Wir wollen die Champions League gewinnen», sagt Christian Gross furchtlos. Auch wenn das Abenteuer nach der Gruppenphase vorbei ist: Wir freuen uns auf spannende Champions-League-Abende.

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