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Bauch und Kopf

Der gläserne Fussballer ist Alltag. Spielen seine Daten das nötige Bauchgefühl an die Wand?

In diesen Tagen, in denen der Herbst nochmals ein Hochsommer war, las ich das schöne neue Buch von Alex Capus und dachte dabei auch, das Leben sei gut, wie der Buchtitel. Die Badi am Quai ging in die Verlängerung, es ist die letzte, die noch geöffnet blieb. Und zwischen den vielen alltäglichen Geschichten aus dieser Bar in der kleinen Stadt – im Kopf noch diesen wunder­baren Satz, den der türkische Gast Ismail sagte: «Bauch ist Bauch. Sonst wäre Kopf» – kommen in einer Buchpause auf dem Floss plötzlich diese Gedanken: Wird auch der Fussball, der doch immer wieder unerklärliche Geschichten schreibt und den wir deshalb so lieben, nicht mehr eine Frage des Bauchgefühls eines Spielers, sondern der Informationen, die in seinen Kopf gepflanzt werden?

Ein Artikel kürzlich im «Spiegel» hat zu diesem Gedanken geführt, es ging um eine amerikanische Firma, die behauptet, sie könne dank einer neuen App aus den Daten des Handys sehr viel mehr herausfinden, als wir schon wissen oder wenigstens ahnen. Wenn wir das Mobilephone eine Zeit lang nicht benutzen, eben, weil wir beispielsweise lesen, dann können diese Apps schon Anzeichen einer aufziehenden Schwermut registrieren, man macht sich verdächtig. Und tele­fonieren wir zwischendurch doch einmal, dann kann die Tonlage der Stimme ausgewertet werden – und vielleicht wird dann bereits unser Hausarzt informiert, das App hat Alarm geschlagen. Kliniken und Universitäten machen in den USA erste Tests damit.

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