Bayern-Legende rechnet mit Hummels ab

Der FC Hollywood ist zurück: Oliver Kahn schimpft über den Münchner Abwehrchef, und Franck Ribéry soll gar einen TV-Experten geschlagen haben.

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Sie ärgerten sich alle. Mats Hummels, dass er trotz Erkältung sich beim 2:3 in Dortmund nicht spätestens zur Pause auswechseln liess, Bayern-Trainer Niko Kovac, dass er den zuletzt starken Niklas Süle nicht anstelle von Hummels spielen liess – und Oliver Kahn. Der frühere Torwart, der 781-mal für die Bayern zwischen den Pfosten stand, las anhand vom Beispiel des Innenverteidigers ab: «Da sieht man, da stimmt es im Moment bei dem einen oder anderen im Kopf nicht.» Aber der Reihe nach.

Hummels war mit mehreren haarsträubenden Fehlern beim 2:3 in Dortmund ein Unsicherheitsfaktor in der löchrigen Bayern-Abwehr. Bis zur 65. Minute – dann wurde der Innenverteidiger ausgewechselt.

Also machte Hummels trotz der bitteren Niederlage gegen Lucien Favres BVB die grosse Runde, erklärte den anwesenden Journalisten, was mit ihm los war. «Im Kopf hatte alles ein bisschen länger gedauert, als es normalerweise der Fall ist», rechtfertigte sich der 29-Jährige. Eine starke Erkältung beeinträchtigte den Fussballer. Dennoch wollte er sich in den Dienst der Mannschaft stellen und auf die Zähne beissen. Im Nachhinein hätte er einsehen müssen «dass es keinen Sinn macht, weil alles so ein bisschen dumpf und verschwommen im Kopf ist.»

«Das geht einfach nicht»

Auf diese Worte angesprochen, schimpfte Kahn, heute als TV-Experte bei «ZDF» tätig: «Da muss man sich schon fragen, was geht denn in den Köpfen der Spieler vor? Ich muss mich später als Spieler nach meiner Auswechslung nicht hinstellen und dann erzählen: Ja, ich war jetzt krank oder sonst irgendwas. Das interessiert doch einfach keinen.» Andere Arbeitnehmer könnten ja morgen auch nicht sagen, dass sie gestern krank waren und deshalb nicht so gut performt haben, so Kahn weiter: «Das geht einfach nicht.»


Video: Favre berauscht BVB-Fans

Nach dem Sieg gegen die Bayern sind die BVB-Anhänger in Ekstase. Video: Sebastian Rieder


Zuletzt hatte Hummels immer wieder über unfaire Berichterstattung in den Medien geklagt. Dass Kahns Worte aber durchaus Gewicht haben, zeigen die Gerüchte, wonach er künftig Nachfolger von Präsident Uli Hoeness werden könnte. Darauf angesprochen, antwortete Kahn grinsend: «Alles zu seiner Zeit.»

Für Negativschlagzeilen sorgte allerdings nicht nur Hummels. Teamkollege Franck Ribéry soll für einen viel grösseren Aufreger gesorgt haben. Ja, wenn die Berichte der «Bild» stimmen, ist es gar ein handfester Skandal. Noch auf dem Weg in den Teambus soll der Franzose einen TV-Experten gemäss Augenzeugen dreimal mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben. Ribéry sei sauer gewesen, weil sein Landsmann Patrick Guillou ihn für zwei Gegentore verantwortlich machte.

Eine Aussprache ist geplant

Weder Verein noch Guillou wollten diese Szenen bestätigen, allerdings gab Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic zu, dass es einen Vorfall gab: «Franck Ribéry hat uns informiert, dass er mit Guillou, den er seit vielen Jahren gut kennt, eine Auseinandersetzung hatte.» In den nächsten Tagen soll eine Aussprache zwischen dem Spieler und dem TV-Experten stattfinden.

Zur Ruhe kommt der deutsche Rekordmeister, der nun sieben Punkte hinter Leader Dortmund an fünfter Stelle in der Tabelle steht, also noch lange nicht. (fas)

Erstellt: 12.11.2018, 14:22 Uhr

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