Behrami: «Die Männer erschoss man vor den Augen der Frauen»

Nicht alle konnten rechtzeitig der Gewalt im Kosovo entkommen: Valon Behrami erzählt die tragische Geschichte seiner Kindheit – für einen guten Zweck.

Flucht aus dem Kosovo: Valon Behrami war selbst einst Flüchtling. (Video: Tamedia)

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Valon Berahmi macht sich für Flüchtlinge stark. Dafür spricht der beim englischen Watford F. C. unter Vertrag stehende Nati-Spieler von der erschütternden Geschichte seiner Familie und der Flucht aus dem Kosovo.

Behrami flüchtete 1990 als Vierjähriger mit seiner Familie aus Mitrovica, Kosovo, in die Schweiz, als die Gewalt zu eskalieren drohte. «Mein Vater sah, wie auswegslos die Situation war, es wurde immer gefährlicher. Da entschieden wir uns, woanders hinzugehen.»

Onkel und Cousin wurden ermordet

Der Anfang in der Schweiz sei für alle schwer gewesen. «Es braucht Mut, dich selbst und deine Familie aus dem gewohnten Umfeld zu reissen.» Doch nicht nur das Gewöhnen an die neue Umgebung sei hart gewesen: Nicht alle waren in Sicherheit. «Nach ein paar Jahren wurde der Krieg so richtig schlimm. Es war frustrierend. Wir waren an einem guten, sicheren Ort, aber der Rest der Familie war noch dort.»

Und nicht alle überlebten. «Mein Onkel und Cousin wurden ermordet, als sie über die Grenze fliehen wollten.» Die grausamen Details lässt er dabei nicht aus. «Sie stellten die Männer auf die eine, die Frauen auf die andere Seite. Dann erschossen sie alle Männer vor den Augen der Frauen.»

Sport erleichtert Integration

Mit der Aktion «Football welcomes Refugees» von Amnesty International möchte er auf die zentrale Funktion des Sports bei der Integration von Flüchtlingen aufmerksam machen. In der Schweiz begann Valon Behrami Fussball zu spielen.

Der Sport habe ihm dabei sehr geholfen, ein neues Leben in der Schweiz beginnen zu können. «Sport ist einer der besten Wege, sich zu integrieren. Fussball und Sport im Allgemeinen kann einem dabei sehr helfen.»

Und diese Hilfestellung ist für ihn auch weiter die Motivation, Höchstleistungen zu erbringen. «Ich will hundert Prozent geben für das Land, das mir alles gegeben hat.» (sep)

Erstellt: 26.04.2017, 13:15 Uhr

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