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Bei der Fifa muss es immer ein bisschen mehr sein

Wie sehr Korruption den Austragungsort einer WM steuert und wie schamlos hohe Fifa-Mitglieder zugriffen, zeigt exemplarisch die Gestalt Jack Warners, eines früheren Vizepräsidenten des Verbandes.

Da waren sie noch Freunde: Jack Warner (2.v.l.) und Sepp Blatter (Mitte) überreichen 2011 dem Team von Mexiko den Pokal für die U-20-Concacaf-Meisterschaft. Foto: Reuters
Da waren sie noch Freunde: Jack Warner (2.v.l.) und Sepp Blatter (Mitte) überreichen 2011 dem Team von Mexiko den Pokal für die U-20-Concacaf-Meisterschaft. Foto: Reuters

Das Eröffnungsspiel der Fussballweltmeisterschaft in Südafrika wird am 11. Juni 2010 um 16 Uhr angepfiffen, der Gastgeber spielt gegen Mexiko. Anscheinend steht der ganze Wettbewerb noch bevor, dabei ist er in Wahrheit längst gelaufen. Der eigentliche Wettbewerb um Prestige und Geld hat nämlich bereits sechs Jahre früher stattgefunden, als das Exekutivkomitee der Fifa den Austragungsort für 2010 auswählt. Drei afrikanische Länder haben sich beworben: Ägypten, Marokko und Südafrika. Jack Warner, ein Fussballfunktionär aus dem Karibikstaat Trinidad und Tobago, gehört damals zu jenen, die den Sieger bestimmen sollen. Als Vertreter der nord- und mittelamerikanischen Fussballverbände und Mitglied im Exekutivkomitee der Fifa hat er eine Stimme. Warner ist damals ein gefragter Mann. Als er sich im Mai 2004 in Marokko aufhält, bietet ihm ein Emissär des örtlichen Bewerbungskomitees eine Million Dollar, damit er für den nordafrikanischen Staat stimmt. Wie sich bald herausstellt, ist eine Million Dollar ein geradezu rührend naives Angebot. Die Südafrikaner haben wesentlich mehr zu bieten.

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