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Bei Gewaltexzessen geht der Hauptsponsor

Im Vertrag zwischen dem deutschen Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden und dem Entsorgungs-Unternehmen Veolia befindet sich eine aussergewöhnliche Klausel.

Wo die Dresdner Fans auftauchen, ist die Polizei nicht weit.
Wo die Dresdner Fans auftauchen, ist die Polizei nicht weit.
Reuters

Der achtfache DDR-Meister Dynamo Dresden ist gleichermassen berühmt und berüchtigt für seine Anhänger. Die letzten Heimauftritte in der 3. Liga und der folgenden Relegation gegen den VfL Osnabrück verfolgten im Schnitt rund 30'000 Zuschauer, ganz Deutschland war beeindruckt von der Atmosphäre im Stadion. Beim Auswärtsspiel in Osnabrück, das den ersehnten Aufstieg brachte, hätte ein gewaltbereites Grüppchen unter den Dresdner Fans aber fast einen Abbruch herbeigeführt. Der DFB brummte Dynamo in der Folge 20'000 Euro Strafe auf. Insgesamt musste der finanziell klamme Traditionsverein in der abgelaufenen Saison 50'000 Euro für die Vergehen seiner Fans bezahlen.

Bekommt Dynamo die Extremisten unter seinen Anhängern in der kommenden Spielzeit nicht in den Griff, könnte es zum finanziellen Desaster kommen. Veolia, der Hauptsponsor des Uefa-Cup-Halbfinalisten von 1989, macht sein Engagement in Dresden nämlich vom Verhalten des Publikums abhängig. «Wenn es irgendwann wieder heftige Randale oder infolge dessen ein Geisterspiel gibt, dann steigen wir sofort aus», sagte Jens Heinig, der Geschäftsführer Ost des Unternehmens, gegenüber der «Dresdner Morgenpost» (Artikel online nicht verfügbar).

Dynamo Dresden startet am 15. Juli mit dem Auswärtsspiel gegen den Ost-Rivalen Energie Cottbus in die Saison, neun Tage später empfangen die Sachsen mit Hansa Rostock einen weiteren Konkurrenten aus vergangenen DDR-Oberliga-Zeiten. Die deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) sieht Risikospielen wie diesen mit Sorge entgegen und forderte sogar, sie zu verbieten. «Die 2. Liga droht zur Chaos-Liga zu werden», sagte DPolG-Chef Rainer Wendt.

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