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Bochum, das Herz tief im Westen

Wenn heute die neue Saison beginnt, ist der VfL einer der Farbtupfer.

Ist für die Vereinshymne beim VfL Bochum verantwortlich: Der deutsche Sänger Herbert Grönemeyer.
Ist für die Vereinshymne beim VfL Bochum verantwortlich: Der deutsche Sänger Herbert Grönemeyer.
Guido Kirchner, Keystone

Wer Bochum sagt, hört Grönemeyer. «Hier, wo das Herz noch zählt / nicht das grosse Geld», singt er jedes Mal, bevor die Mannschaft des VfL auf den Platz an der Castroper Strasse geht. Christian Gross war hier einmal Spieler, Marcel Koller war erfolgreich als Trainer, der den VfL 2006 zurück in die Bundesliga führte und immerhin drei Saisons da hielt.

Jetzt ist Ilja Kaenzig der Vertreter der Schweiz «tief im Westen / wo die Sonne verstaubt», mitten im Ruhrgebiet, dem grössten Ballungsraum Deutschlands, mit über fünf Millionen Einwohnern. Der 46-Jährige aus Sursee hat viel gesehen im Fussball, GC, Leverkusen, Hannover, YB und zuletzt Sochaux, bevor er im Februar 2018 Sprecher der Geschäftsführung des VfL wurde. Der VfL kämpft zwischen den Mühlsteinen Dortmund und Schalke um Aufmerksamkeit, und das gelingt ihm gut. «Wir haben landesweit 13 Millionen Sympathisanten», sagt Kaenzig.

Leitet seit Februar 2018 die Geschicke beim VfL Bochum: Ilja Känzig. Bild: Keystone/Peter Klaunzer)
Leitet seit Februar 2018 die Geschicke beim VfL Bochum: Ilja Känzig. Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Der Club ist der Kleine, der noch nicht abgehoben ist, sondern bodenständig und nahbar. Seine Trainings sind alle offen. Das Stadion steht für seine Nähe, es liegt mitten in der Stadt, nur zwei Tramminuten vom Hauptbahnhof weg, «nicht irgendwo auf der Wiese», sagt Kaenzig.

608 Millionen Euro Umsatz

Zum einen liegt der VfL auf dem 13. Platz der ewigen Bundesliga-Tabelle, zum anderen geht er in seine 10. Saison in der 2. Bundesliga, was kein Gegner sonst von sich behaupten kann. Sein Ziel ist es, sich in den Top 25 Deutschlands festzusetzen, der Kampf ist schwer genug. Mit einem Umsatz von 33 Millionen Euro und einem Spieleretat von 11 Millionen liegt er weit hinter Clubs wie Stuttgart, Hamburg, Hannover oder Nürnberg, der VfB aus Stuttgart zahlt selbst als Absteiger weiterhin 40 Millionen für Löhne. «Wir haben einen internen ‹salary cap› beschlossen», sagt Kaenzig, «wir können einem Spieler zwar zweimal mehr zahlen, aber er garantiert uns trotzdem nichts.»

Die 2. Bundesliga wies letzte Saison 608 Millionen Euro Umsatz auf. Nur die fünf grossen Ligen und die Championship, die zweithöchste Klasse Englands, liegen darüber. Und die 2. Liga ist unberechenbar, wenn es um Prognosen geht. Neben den grossen Vier haben viele andere Clubs ihre Ambitionen. Da gibt es Osnabrück mit seinem breiten Fananhang, Heidenheim mit zwei milliardenschweren Sponsoren, den Karlsruher SC mit seinem Anspruch, Dynamo Dresden mit seiner grossen Geschichte oder St. Pauli mit seinem Flair. Kaenzig sagt schon einmal: «Für die Totospieler wird es eine sehr schwere Saison.»

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