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Celta Vigo wird gebüsst – weil es keine Zuschauer hat

Zum Saisonstart konnte der spanische Verein sein Stadion knapp zur Hälfte füllen. Das zieht eine Strafe nach sich. Aus einem speziellen Grund.

Die Wunschsituation des spanischen Fussballverbands: Ein volles Stadio Balaídos.
Die Wunschsituation des spanischen Fussballverbands: Ein volles Stadio Balaídos.
Getty Images

Man stelle sich vor, der Schweizer Fussballverband büsst den Grasshopper-Club, weil dieser zu wenig Fans in den Letzigrund lockt. Unvorstellbar? Nicht so in Spanien. Dort wurde der tiefe Zuschauerschnitt einem Verein nun zum Verhängnis.

Celta Vigo, letzte Saison immerhin Europa-League-Halbfinalist, konnte sein Stadion in den ersten beiden Liga-Heimspielen der Saison nur knapp zur Hälfte füllen. Zum Auftakt fanden 16’961 Zuschauer den Weg ins kürzlich teilrenovierte Estadio Balaidos. Zwei Wochen später gegen Alaves waren es rund 400 mehr. Was für Schweizer Verhältnisse ganz anständig klingt, ist für den spanischen Verband ein Debakel, das Stadion bietet schliesslich 31’800 Personen Platz.

Neue Regel zieht Busse nach sich

Der RFEF, das Pendant zum hiesigen SFV, hat nun reagiert und Celta Vigo zu einer Geldstrafe verdonnert. Um welchen Betrag es sich handelt, ist nicht bekannt. Die Begründung schon: Bei Heimspielen müssen mindestens 70 Prozent des Stadions ausgelastet sein, im Fall von Celta Vigo bedeutet das eine Zuschauerzahl von 22’260 Personen.

Diese Regel wurde auf die aktuelle Saison vom RFEF eingeführt. Und der Grund dafür ist so unerwartet wie einfach. Um das Produkt La Liga möglichst gut zu vermarkten und damit mit der englischen Premier League Schritt zu halten, dürfen seit Saisonstart 2017/18 bei Liveübertragungen keine leeren Plätze mehr gezeigt werden, als Richtwert wurden 70 Prozent Auslastung bestimmt. Bei Celta Vigo waren aber in verschiedenen Kameraperspektiven einige freie Stühle zu sehen.

Verschiedene Verteilschlüssel

Höhere Zuschauerzahlen liegen natürlich auch im Interesse von Celta Vigo. Klar, jeder Verein ist froh um möglichst viele Fans, um einen möglichst hohen Bekanntheitsgrad und um möglichst hohe Ticketeinnahmen. In Spanien jedoch sind die Zuschauerzahlen auch aus einem anderen Grund eminent wichtig. Von ihnen hängt ab, wie viel ein Club aus dem Pot der TV-Gelder erhält.

Der Verteilschlüssel der Fernsehgelder der spanischen Liga sieht folgendermassen aus: 50 Prozent der gut 800 Millionen Euro, die zur Verfügung stehen, werden unter den 20 Vereinen gleichmässig verteilt. Eine Basis von 20 Millionen Euro ist also jedem Verein sicher. Ein weiteres Viertel des Totalbetrags wird anhand des sportlichen Erfolgs der letzten fünf Jahre aufgeteilt. Das heisst, dass die Topvereine Real, Barcelona und Atlético am meisten kassieren.

Der dritte Faktor, der in Spanien zu 17 Prozent gewichtet wird, ist die Reichweite im spanischen Bezahlfernsehen, auch dort sind die Top 3 der Liga unangefochten. Die verbleibenden 8 Prozent der anfangs 800 Millionen Euro sind den Ticketeinnahmen der letzten fünf Jahre geschuldet. Ganz einfach also: je mehr Fans, desto mehr Fernsehgelder.

Ungewohnte Massnahmen

Um beim nächsten Heimspiel mehr Zuschauer ins Stadion zu locken und damit einer ähnlichen Strafe zu entgehen, greift der Verein aus Galicien nun zu der theoretisch einfachsten aller Massnahmen: Er senkt die Preise. Wenn Vigo also am Donnerstagabend Getafe empfängt, wird das günstigste Ticket für 10 Euro zu haben sein, das teuerste für 40 statt wie bisher 50.

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