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Chelseas Filiale spielt Europa League

Vitesse Arnheim hat seit 2010 24 Spieler des englischen Meisters ausgebildet. Dies veranlasste den holländischen Verband bereits zu Untersuchungen.

Sebastian Liggenstorfer

Es beginnt die Gruppenphase der Europa League. Neben den zwei Schweizer Clubs Lugano und YB ist auch Vitesse Arnheim dabei. Der holländische Cupsieger aus der Stadt mit 150’000 Einwohnern beginnt zu Hause gegen Lazio Rom, Nizza und Zulte Waregem komplettieren die Gruppe.

Doch was ist so speziell an diesem doch kleinen Club, der ausser dem Cup noch nichts gewonnen hat, und auch mehrmals in der zweiten und sogar dritten Liga spielte? Vitesse ist der erste holländische Verein mit einem ausländischen Besitzer. Er gehört dem russischen Oligarchen Alexander Tschigirinski. Er hat den Verein 2013 vom Georgier Merab Jordania gekauft. Der Russe und Jordania sind gute Freunde und Geschäftspartner von Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch. Diese Geschäftsbeziehung führt schon seit einigen Jahren zu einer engen Zusammenarbeit zwischen Chelsea und Vitesse. Die Londoner schienen derart involviert, dass der holländische Verband die Beziehung 2010 und 2015 bereits zweimal untersucht hat, allerdings feststellte, dass Abramowitsch keinen direkten Einfluss auf Vitesse hat.

24 Spieler seit 2010

Der englische Meister hat im holländischen Club den optimalen Ableger gefunden, wo er junge, talentierte Spieler platzieren kann, um ihnen Spielpraxis zu verschaffen. Nemanja Matic war einer der Ersten, die Chelsea in die holländische Provinz schickte. Der Serbe spielte die Saison 2010/11 in der Eredivisie. Der Mittelfeldspieler ist einer von 24 Fussballern, die seit 2010 an Vitesse ausgeliehen wurden. Unter ihnen waren auch Bertrand Traoré, der letztes Jahr im Europa-League-Final mit Ajax stand und nun bei Lyon spielt, oder Dominic Solanke, den Liverpool diesen Sommer verpflichtete. Derzeit sind fünf Chelsea-Talente im Kader.

Das eine Ausleihe nicht immer im Interesse der Spieler ist, zeigt das Beispiel von Sam Hutchinson, der 2013 für Vitesse spielte. «Es war ein absoluter Albtraum, die schlimmste Erfahrung in meinem Leben. Ich wurde mehr oder weniger dazu gezwungen, mein Agent rief mich an und sagte mir, Chelsea denkt, es sei das Beste für mich. Ich wollte nicht, ich war verletzt und spielte auch dort fast nie. Es war frustrierend, und ich kam nach vier Monaten zurück.» Mittlerweile ist Hutchinson 28 und spielt für Sheffield Wednesday in der zweiten englischen Liga.

Qual der Wahl

Peter Bosz, der heutige Dortmund Trainer, der Vitesse von 2013 bis 2016 coachte, sah vor allem Positives in der engen Beziehung mit Chelsea. «Ich wusste zuerst nicht, was ich davon halten soll. Sie hatten Spieler, die sie zu uns schicken wollten, und wir sagten ihnen, auf welchen Positionen wir welche brauchen. Danach gingen unsere Scouts nach London, um sie zu beobachten. Später sagten wir, welche Spieler wir gerne hätten.» Zudem musste Bosz nicht spielen lassen. «Niemand machte mir Druck. Wenn ich nicht zufrieden war mit ihnen, liess ich sie auf der Bank und sprach mit Chelsea über sie. Alles, was man von mir verlangte, waren regelmässige Updates und Erklärungen.»

Im Eishockey etwa gibt es das Prinzip der Farmteams, und auch im Fussball kommt Ähnliches immer öfters vor. Es gibt zwar Farmteams als solche offiziell nicht. Aber grosse Clubs haben immer häufiger kleinere Partnervereine, an die sie ihre jungen Spieler ausleihen. Es ist eine Variante, ihnen mehr Spielpraxis zu geben, und hilft beiden Vereinen. Im Falle von Vitesse bringt es auch Erfolg.

Diese Schweizer Legionäre spielen auch in der Europa League

Mit YB und Lugano greifen am Donnerstagabend zwei Schweizer Teams in die Europa League ein. Dazu kommen 14 Söldner: Beispielsweise für einmal nicht in der Champions League spielen Arsenal und Granit Xhaka.
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Keystone
Bei Hertha BSC Berlin stehen gleich zwei Schweizer unter Vertrag: Fabian Lustenberger...
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Keystone
... und Valentin Stocker.
... und Valentin Stocker.
Keystone
Er stutzte Salzburg in der Champions-League-Qualifikation die Flügel, ganz hat es für die Königsklasse dennoch nicht gereicht. Der elffache Schweizer Nationalspieler Mario Gavranovic in Diensten des kroatischen Doublesiegers HNK Rijeka.
Er stutzte Salzburg in der Champions-League-Qualifikation die Flügel, ganz hat es für die Königsklasse dennoch nicht gereicht. Der elffache Schweizer Nationalspieler Mario Gavranovic in Diensten des kroatischen Doublesiegers HNK Rijeka.
Keystone
Auch für Steven Zuver und Hoffenheim hat es nicht ganz für die Champions League gereicht. Jetzt greift er in der Europa League an.
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Keystone
Meistens von aussen dürfte Gregor Kobel ein Auge auf die Matches werfen. Er ist hinter Oliver Baumann Ersatzgoalie.
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Keystone
Grätscht für Atalanta Bergamo: Nationalspieler und ehemaliger Winterthur-Junior und Luzern-Profi Remo Freuler.
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Keystone
Wie Freuler hat auch Nicolas Haas eine Luzerner Vergangenheit. Und wie Freuler spielt auch Haas für Atalanta Bergamo.
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Keystone
Hofft beim türkischen Vizemeister Basaksehir Istanbul auf mehr Einsatzzeit als zuletzt: Der frühere Captain der Nationalmannschaft, Gökhan Inler.
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Keystone
Im Gegensatz zu Teamkollege Inler spielt Kerim Frei zwar für die Türkei, bis zur U-21 trug der ehemalige GC-Junior aber das Schweizerkreuz auf der Brust.
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Keystone
Kennen Sie Alen Stevanovic? Immerhin absolvierte er drei Länderspiele für Serbien. Und geboren ist der Linksaussen von YB-Gegner Partizan Belgrad in Zürich.
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Keystone
Für ihn könnte es zum Vorteil werden, dass in England vor allem in der Vorrunde der Europa League oftmals die Stammspieler geschont werden: Shani Tarashaj.
Für ihn könnte es zum Vorteil werden, dass in England vor allem in der Vorrunde der Europa League oftmals die Stammspieler geschont werden: Shani Tarashaj.
Keystone
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