Chinesen lästern über Guardiola – und er kontert

Der Trainer von Manchester City wird auf der Asien-Tour heftig kritisiert: Er trete arrogant auf und ignoriere chinesische Fans. Das lässt Pep Guardiola nicht auf sich sitzen.

«Es ist nicht die Wahrheit über unseren Verein»: So reagiert ManCity-Coach Pep Guardiola auf die Kritik von chinesischen Medien. (Video: AP)

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Manchester City befindet sich auf Marketing-Tour durch Asien. Der englische Meister versucht, in China neue Anhänger zu gewinnen. Doch Pep Guardiola und seine Mannschaft haben sich in der Volksrepublik offenbar nicht nur Freunde geschaffen. Dem Coach und den Spielern wird Respektlosigkeit, Arroganz und Diskriminierung unterstellt.

Die Nachrichtenagentur der chinesischen Regierung berichtete, dass ManCity die lokalen Medien zu wenig berücksichtigt und dadurch diskriminiert habe. Zudem sei das Team nicht mit lokalen Fans in China in Kontakt getreten, schreibt «Xinhua» weiter. Wer Coach Guardiola kennt, weiss, wie gereizt er auf Kritik an seiner Mannschaft oder Person regieren kann. Und natürlich hat der Spanier prompt Stellung zu den Vorwürfen der Chinesen bezogen – für einmal für seine Verhältnisse sogar recht unaufgeregt.

«Weit weg von der Realität»

«Ich sollte sagen, ich stimme dem nicht zu und ausserdem ist das falsch», antwortete Guardiola auf die Unterstellung, dass auch er Fans ignoriert haben soll, sowie alle weiteren Rügen angesprochen. «Ich kann nicht verstehen, wie man so etwas sagen kann. Eventuell ist ein Journalist etwas enttäuscht. Ich weiss aber nicht warum», ergänzte der 48-Jährige. «Aber die Anschuldigungen sind weit weg von der Realität», betonte der Erfolgscoach. Weiter verwies er darauf, dass das ständige Hin- und Herreisen anstrengend sei. «Wir schlafen nicht viel.» Trotzdem seien alle immer mit einem Lächeln anzutreffen.

Danach stellte Guardiola das Positive in den Vordergrund und schwärmte von der «unglaublichen Zeit in Shanghai». Der Trainer der Citizens hielt gegenüber Journalisten fest: «Wir haben uns der Kooperation verschrieben, die hier in China erwartet wird. Und wir waren dazu bereit, die Dinge zu tun, um die uns all die Leute gebeten haben.» Offenbar war das einigen chinesischen Fans zu wenig.

Von Hong Kong nach Japan

Nun bleibt dem Team aus der Premier League noch einige Stunden Zeit, um möglichst viele Chinesen zu erfreuen. In Hong Kong trägt ManCity am Mittwochnachmittag ein Freundschaftsspiel gegen den einheimischen Club Kitchee aus. Dann reist Guardiola mit seiner Mannschaft nach Japan, wo am Samstagmittag eine weitere Testpartie ansteht. Mit den Yokohama F. Marinos empfängt einer der erfolgreichsten Fussballvereine Japans den englischen Meister.

In China hatte der Champions-League-Viertelfinalist der vergangenen Saison an der Asia Trophy teilgenommen. Im Halbfinal bezwang ManCity in Nanjing den Ligakonkurrenten West Ham 4:1. Den Turniersieg verpasste Guardiola mit seinen Stars allerdings knapp. Das Duell mit Wolverhampton, dem Siebten der vergangenen Premier-League-Saison, ging 2:3 nach Penaltyschiessen verloren. In der regulären Spielzeit und Verlängerung hatten die Fans in Shanghai keine Tore gesehen.

Den ersten Ernstkampf der neuen Saison bestreitet ManCity am Sonntag, 4. August. Im Londoner Wembley spielt Guardiolas Team gegen Liverpool um die Community-Shield-Trophäe, die jeweils der Meister und Gewinner des FA Cups unter sich ausmachen. (ddu)

Erstellt: 24.07.2019, 10:26 Uhr

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