Constantin hat ausgetanzt

Thomas Schifferle, Redaktor Sport, über das Urteil gegen den FC-Sion-Präsidenten.

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Das ist es jetzt also für Christian Constantin: 14 Monate Sperre und 100'000 Franken Busse. Er kann nicht wirklich überrascht sein. Ein solches Urteil der Disziplinarkommission der Swiss Football League hat er erwarten müssen.

Auf den ersten Blick scheint das Urteil übertrieben wegen Ohrfeigen und eines Tritts in den Hintern von Rolf Fringer, der beim Teleclub als Experte arbeitet. Jüngst wurde in Neuenburg jemand wegen einer Ohrfeige mit 100 Franken gebüsst. Das war ein Fall, den Constantin in der Hoffnung zitierte, selbst glimpflich davonzukommen.

Auf den zweiten Blick ist er nicht allein für seinen Ausbruch nach dem Spiel des FC Sion in Lugano vom 21. September bestraft worden. Er ist das Opfer seiner selbst geworden, seiner Vorgeschichte, die im Dezember 2004 mit einem Angriff auf Schiedsrichter und ­Assistenten begann und zu einer bedingten Busse von 24'000 Franken führte. Constantin ist seither der Präsident gewesen, der sich renitent zeigt, der mit allen Mitteln um seine Interessen kämpft und den Eindruck macht, allen auf der Nase herumtanzen zu wollen, vor allem den Fussballbehörden in Bern.

Ein Narzisst ohne Empathie

Einen seiner übleren Ausbrüche hatte er im Frühling letzten Jahres, als er zur Hetzjagd auf Schiedsrichter Sascha Amhof aufrief. Es passierte nichts weiter, Constantin wurde von der Liga mit 5000 Franken gebüsst. Das Urteil war lächerlich. Jetzt ist er von der Disziplinarkommission der Swiss Football League gebremst worden. Und das auf harsche Art. Dabei geht es nicht um die Busse, sondern darum, dass er mit der Sperre fortan daran gehindert wird, ein Unternehmen richtig zu führen, das ihm gehört.

Constantin ist sicher auch zum Verhängnis geworden, dass er die Attacken auf Fringer nicht richtig bedauerte. Im Gegenteil, er hat sie genossen. Sie sind seine Antwort auf die dauernden Attacken Fringers am Fernsehen gewesen, er sei ein Narzisst ohne Empathie. Dabei hat er schon Schlimmeres über sich lesen müssen, ohne dass er vergleichbar reagiert hätte. Darum bleibt diese eine Frage im Raum stehen: Wieso ist er wirklich so allergisch auf Fringer?

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.10.2017, 21:24 Uhr

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