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Dämpfer für Olympia-Fussballteam

Die Schweizer U-23-Auswahl hat den einzigen Test vor ihrem Olympia-Start gegen Senegal 0:1 verloren. Zu vieles missriet in Solothurn, zu viele Exponenten sind noch nicht in der erforderlichen Form.

Test missglückt: Der Schweizer Pajtim Kasami fällt im Zweikampf mit dem Senegalesen Sadio Mane.
Test missglückt: Der Schweizer Pajtim Kasami fällt im Zweikampf mit dem Senegalesen Sadio Mane.

Erst als Coach Pierluigi Tami in der Schlussphase die Offensive mit den Einwechslungen von Josip Drmic und Steven Zuber erheblich stärkte, verschafften sich auch die Schweizer Zutritt zum mässigen Spiel. Dem 1:1 rückten sie in der Schlussphase vor allem dank Solo-Aktionen näher. Meist waren der Admir Mehmedi und Innocent Emeghara involviert – Emeghara vergab in der 86. Minute per Kopf den Ausgleich allerdings kläglich. In der Nachspielzeit geriet Joker Drmic zur Unzeit vor dem leeren Tor aus dem Gleichgewicht und verpasste die letzte Chance.

Der Werbe-Effekt für die in der Schweizer Clubszene nicht unumstrittene Olympia-Mission hielt sich beim ersten und zugleich letzten Test vor dem Trip nach Grossbritannien am Samstag generell in engen Grenzen. Die SFV-Repräsentanten überzeugten vor 1800 Zuschauern nur sporadisch. Vom erhofften Olympia-Groove ist derzeit noch nicht viel zu spüren. Trainer Tami relativierte das Testergebnis: «Nur das Resultat hat mir nicht gefallen. Unsere Leistung war nicht schlecht. Wir erspielten uns zahlreiche Chancen, das ist positiv.» Die teils erheblichen Mängel im Aufbau verzieh er seiner Equipe ebenso: «Wir haben in den letzten Tagen hart gearbeitet. Die Fehler sind auch mit unserer Müdigkeit zu erklären.» Beunruhigt sei er nicht: «Wir haben unseren Fokus auf das Startspiel gerichtet.»

Probleme im Zentrum

Speziell in den ersten Minuten war deutlich erkennbar, dass die Schweizer Equipe noch mitten im Vorbereitungsprozess steckt. Der Auftakt zum ersten Spiel in der möglichen Olympia-Besetzung missriet in jeder Beziehung. Die Gastgeber liessen sich von den physisch und technisch überlegenen Afrikanern gleich mehrfach allzu leicht austricksen.

Das frühe 0:1 von Moussa Konate war das Ergebnis diverser Schweizer Versäumnisse. Alain Wiss liess sich von Senegals Regisseur Sadio Mane im Zentrum düpieren, und der weit aufgerückte Innenverteidiger Klose versuchte ergebnislos Widerstand zu leisten - dass er in Nürnbergs Bundesliga-Equipe seinen Stammplatz längst verloren hat, war nicht nur in jener für ihn höchst unvorteilhaften Szene erkennbar. Der Nürnberger hat sich nicht wie ein Fixstarter präsentiert.

Auch einige andere designierte Leistungsträger kamen noch nicht auf Touren. Viele, unter ihnen der als Spielmacher vorgesehene Pajtim Kasami, hatten wohl auch wegen der fehlenden Spielpraxis im Verein mit Rhythmusproblemen zu kämpfen. Mit ihrer teils umständlichen und oft unpräzisen Angriffsauslösung verzögerte die Schweizer im Zentrum das Spiel selber.

Hinterher bemühten sich alle Beteiligten um eine möglichst diplomatische Sicht der Lage. Die Spieler schlossen sich der Einschätzung des Trainers an. Man werde die Defizite in den verbleibenden Tagen bereinigen, die Teambildung vorantreiben, im Team herrsche hervorragende Stimmung.

Olympia-Niveau ersichtlich

Der Senegal führte dem neu formierten Schweizer U23-Team in etwa vor Augen, mit welcher Art von gegnerischer Qualität ab nächster Woche in Newcastle (gegen Gabun), Coventry (Südkorea) und in Cardiff (Mexiko) zu rechnen ist. Die Westafrikaner waren im Afrika-Cup der Nachwuchsteams im Halbfinal an Gabun gescheitert und lösten ihr Olympia-Ticket erst im April im Playoff.

Vor einigen Tagen besiegte die Auswahl des Senegal in einem Test Spanien 2:0. Das Potenzial der Mannschaft ist beträchtlich. Im Vergleich zum SFV-Nachwuchs haben sich diverse Olympia-Teilnehmer bereits in Frankreich und in der englischen Premier League durchgesetzt. Tami hingegen muss auf seine international vergleichbar starken Exponenten verzichten: Granit Xhaka (Mönchengladbach) und Xherdan Shaqiri erteilten dem Verband Absagen, die Spuren hinterlassen werden. Das Duo gehörte in Dänemark an der U-21-EM auf dem Weg zu den Sommerspielen zu den herausragenden Figuren des Turniers - ohne sie ist der EM-Finalist mutmasslich leichter zu berechnen.

«Sprechen wir lieber von den 18, mit denen wir nun arbeiten.» Mit den Abwesenden mag sich Tami kurz vor den Olympischen Spielen selbstredend nicht mehr beschäftigen – schon eher mit der Frage, was bis zum 26. Juli noch zu korrigieren ist: «Es sind zwei, drei Dinge, Kleinigkeiten können manchmal viel verändern.» Er habe im Spiel gegen Senegal die gewünschten Erkenntnisse gewonnen, versicherte Tami und verbreitete Zuversicht.

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