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«Dann bekommt man Gänsehaut»

Das Schweizer Frauenteam rückt immer mehr zu Europas Fussball-Spitze auf. Deutlich machte dies eine bittere Enttäuschung.

Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg spricht über die Entwicklung ihres Teams und Mittelfeldspielerin Cinzia Zehnder über den Frust der verpassten Olympiaqualifikation. Video: TA.

Es sind nur noch zwei Spiele, die das Schweizer Frauen-Fussballnationalteam von der Perfektion trennen. Nach sechs Partien in der Qualifikation für die EM 2017 in Holland steht das Team der Trainerin Martina Voss-Tecklenburg mit 18 Punkten, dem Maximum, da.

Damit qualifizierte sich die Schweiz nach ihrem Debüt bei der WM 2015 auch erstmals für eine Europameisterschaft – und kann mit zwei Siegen gegen den Tabellenletzten Georgien (Donnerstag, 14 Uhr) und den Vorletzten Nordirland (Montag, 19 Uhr) die Qualifikation verlustpunktlos abschliessen. Dazu resultiert aktuell ein Torverhältnis von 27:3.

Beeindruckende Zahlen, wie sie sonst nur Nationen wie Deutschland oder Frankreich erreichen. Ist man also schon mit den ganz Grossen auf Augenhöhe? «Die Top-10-Nationen in Europa sind sehr eng zusammen, und wir gehören dazu. Wir wollen aber noch konstanter werden, um weiter nach vorne aufzurücken», sagt Voss-Tecklenburg. Dazu gehöre auch, dass ihre Spielerinnen nicht nur passiv verteidigen: «Italien hat das an der EM der Männer in Perfektion gemacht.»

«Das war happig»

Die Weltmeisterschaft in Kanada war für die ehemalige deutsche Nationalspielerin ein wichtiger Prüfstein, aus dem sie ihre Schlüsse ziehen konnte: «Besonders gegen die Topteams wollen wir flexibler spielen. Zuvor haben wir immer Angriffspressing gespielt, jetzt gilt es, die Balance zu finden.» Wenn dann noch das Manko der Chancenverwertung behoben wird, «gibt es für uns keine Grenzen».

Auch Mittelfeldspielerin Cinzia Zehnder sieht sich und ihre Teamkolleginnen nicht mehr weit von Europas Spitze entfernt. Deshalb schmerzte die 19-Jährige die verpasste Olympiaqualifikation umso mehr: «Das war happig, vor allem als ich den Final geschaut habe. Da spielten mit Deutschland und Schweden zwei Teams gegeneinander, die in der Vorrunde alles andere als überzeugt hatten.»

Sie muss es wissen, schliesslich spielte sie bei dem unglücklichen 0:1 gegen Schweden in der Qualifikation von Beginn an. Ihre Teamkollegin Laura Benkarth vom SC Freiburg sei dann nach dem Turnier mit der Goldmedaille ins Training gekommen: «Wenn man diese Medaille in den Händen hält, bekommt man Gänsehaut.»

In knapp neun Monaten bekommen Zehnder und ihre Teamkolleginnen erneut die Chance zu zeigen, wie gut sie sich wirklich weiterentwickelt haben. Das Selbstvertrauen stimmt. Und mittlerweile auch die Resultate.

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