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Dann muss Yakin gehen

Wie Trainer Murat Yakin seine Zukunft bei GC noch retten könnte.

MeinungThomas Schifferle
GC-Trainer Murat Yakin fotografiert auf dem GC-Campus in Niederhasli. Bild: Samuel Schalch
GC-Trainer Murat Yakin fotografiert auf dem GC-Campus in Niederhasli. Bild: Samuel Schalch

Als die Grasshoppers Murat Yakin im letzten August als neuen Trainer vorstellten, waren sie erfüllt von Glücksgefühlen. Sie glaubten, mit seiner Verpflichtung einen Coup gelandet zu haben, und sahen sich schon fast auf dem Weg zurück an die Spitze. Sieben Monate später ist von Euphorie nicht mehr viel zu spüren. Ernüchterung macht sich breit – und plötzlich scheint Yakins Position alles andere als unantastbar.

Er kann ein freundlicher Mensch sein, er selbst redet gern davon, wie wichtig ihm Respekt und Anstand sind. Er ist aber auch ein Mensch, der am liebsten nur einen akzeptiert: sich selbst. Er hat ein aus­geprägtes Gespür dafür, wie er Macht gewinnen und ausüben kann. Bei GC haben sie erst jetzt erkannt, wie problematisch der Umgang mit ihm ist. Es ist fraglich, ob sich Präsident Stephan Anliker genug mit Yakins Art auseinandergesetzt hatte, bevor er ihn nach Zürich holte. Denn Anliker liess keinen Zweifel aufkommen, dass das sein Entscheid war. Geschäftsführer und Sportchef hatten dazu nichts zu sagen.

Viele sind bei GC schon Opfer geworden

Yakin hat die Kälte des Machtmenschen. Er sortiert aus, wer ihm nicht passt. Das war schon früher so, in Thun, in Luzern, in Basel. Bei GC ist es nicht anders. Hier sind schon ganz viele Opfer geworden. Milan Vilotic hat sich nun als zweiter Spieler zur Wehr gesetzt. Und er ist immerhin der ehemalige Captain. Er wirft Yakin vor, er betreibe «schamlose Spielchen».

Vilotic ist intern bestraft und bis Ende Saison in die U-21 strafversetzt worden. Das ist die einzige Massnahme, die der Club treffen kann, will er zu Yakin als Trainer stehen. Aber das ändert nichts daran, dass Yakins Ruf gelitten hat. Dass nachhaltige Zweifel an seinen Entscheiden aufgekommen sind. Dass er – das vor allem – erst beweisen muss, sich integrieren zu können und ein Teamplayer zu sein.

Er muss lernen, zu akzeptieren, dass es im Verein Vorgesetzte gibt, selbst für ihn. Kann er das und beschränkt er sich darauf, seine Arbeit zu machen, dann hat er eine Zukunft bei GC. Wenn nicht, wenn er weiterhin Politik betreiben und sich höchstens auf private Einflüsterer verlassen will, dann gibt es nur eine Lösung: Dann muss Yakin gehen.

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