Bericht

Das grosse Verwirrspiel um Gross

Seit vier Tagen wird Christian Gross in den deutschen Medien als designierter Trainer von Bundesligist 1. FC Nürnberg gehandelt. Doch unterschrieben ist immer noch nichts. Pokert der Zürcher zu hoch?

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Nach der 0:5-Niederlage gegen den HSV zogen Nürnbergs Verantwortliche die Reissleine und entliessen Trainer Michael Wiesinger. Seither zielen die Spekulationen fast nur auf einen Mann: nämlich den Zürcher Christian Gross, der laut deutschen Medien der absolute Topkandidat sein soll. Die Vertragsunterzeichnung schien nur noch eine reine Formsache. FCN-Aufsichtsratsboss Klaus Schramm bestätigte gegenüber Sport 1 denn auch das grosse Interesse am ehemaligen Meistermacher von GC und dem FC Basel.

«Ich fände es gut, wenn Herr Gross kommt. Ich glaube schon, dass er der Richtige wäre. Ich wüsste auf Anhieb keine bessere Alternative», sagte der Chefkontrolleur des Clubs gegenüber Sport 1. Christian Gross passe von seinem Erscheinungsbild und seinem Auftreten her sehr gut zum Club. Die Gespräche seien bisher positiv verlaufen. «Ich wäre sehr unangenehm überrascht, wenn es plötzlich heissen würde, dass er abgelehnt hat», sagte Schramm weiter. «Herr Gross ist einer, der Autorität ausstrahlt und wenn man davon ausgeht, dass unter Herrn Wiesinger bei der Mannschaft etwas verloren ging, dann muss man zu so einem Typen wie Gross greifen.»

Koller-Berater dementiert Kontakt zu Nürnberg

«Am Mittwoch wird jedoch nichts mehr passieren», entgegnete Ralf Woy, FCN-Geschäftsführer Finanzen, gegenüber Sport 1. Man müsse abwarten, «wie weit der Stand mit den Verhandlungen ist», sagte Schramm und gab sich zuversichtlicher als sein Kollege Woy: «Unter Umständen kann das am Mittwoch schon klappen. Wenn die Gespräche mit Herrn Gross positiv waren, warum soll man dann lange warten?» Aber auch am Mittwoch war der Vertrag immer noch nicht unterschrieben. Und bis zur Stunde ist er es auch nicht.

Die Frage liegt auf der Hand: Hat sich Christian Gross, der als knallharter Verhandlungspartner bekannt ist, in Nürnberg schon verpokert? Denn anscheinend prüft der Verein des Schweizer Internationalen Josip Drmic tatsächlich andere Alternativen. Die «Nürnberger Nachrichten», die Gross seit vier Tagen ebenfalls zum Topkandidat erklärten, wollen aus gut informierter Quelle erfahren haben, dass unter anderem Marcel Koller, wie Gross ebenfalls ein Zürcher, ein heisser Kandidat sein soll. Zumindest diese Information der Zeitung stimmt nicht. «Wir haben überhaupt keinen Kontakt zu Nürnberg», versicherte heute Morgen Kollers Berater Dino Lamberti gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Koller sei als österreichischer Nationalcoach ausschliesslich fokussiert auf das WM-Qualifikationsspiel vom Freitag in Schweden.

Erstellt: 10.10.2013, 09:08 Uhr

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