Basel gewinnt Klassiker dank umstrittenem Tor

Erster Schritt aus der Krise? Der Meister gewinnt den Klassiker zuhause gegen den FCZ knapp. Lausanne überrascht auch in Luzern.

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Das über lange Strecken ereignislose Derby entschied sich innerhalb von vier Minuten für den Meister und gegen den glücklosen Aufsteiger. Nach 58 Minuten erspielten sich die Zürcher die erste und einzige richtig gute Chance des ganzen Spiels. Michael Frey vergab sie, indem er seinen Linksschuss aus günstiger Position und kurzer Distanz verzog. Wenig später staubte auf der Gegenseite der in der FCZ-Nachwuchsabteilung ausgebildete Youngster Dimitri Oberlin nach einem umstrittenen Zweikampf zwischen Marek Suchy und Alain Nef ab. Nach einem Corner von Luca Zuffi wäre Nef an den Ball gekommen. Er wurde aber von Suchy gestossen, sodass der Ball unkontrolliert von Nef wegprallte. Der sonst untadelige Schiedsrichter Sandro Schärer hätte vermutlich auf Foul entscheiden müssen. So aber freute sich Oberlin diebisch über sein zweites Meisterschaftstor in dieser Saison.

Trotz des wahrscheinlich irregulären Tores verdienten sich die Basler den Sieg mit einer aufopferungsvollen Leistung. Die Schützlinge von Raphael Wicky konnten nicht verbergen, dass sie nach den jüngsten Misserfolgen verunsichert sind. Spielerisches wie in der letzten Saison warfen sie kaum noch in die Waagschale. Obwohl sie mit einem Kraft kostenden Pressing in der gegnerischen Platzhälfte viele Bälle eroberten, erspielten sie sich lange Zeit nicht eine einzige gute Torchance. War das Spiel in der ersten halben Stunde wenigstens abseits der Tore noch einigermassen gefällig, flachte der Match danach ab.

Basel fügt dem FCZ erste Saisonniederlage zu

Das 1:0 beendet eine Serie attraktiver Derbys. In den letzten neun Spielen zwischen den beiden Mannschaften fielen durchschnittlich 4,4 Tore - und in keiner dieser Partien weniger als drei Tore. Das Ergebnis widerspiegelt den mageren Unterhaltungswert der Partie.

Der nunmehr erstmals in dieser Saison besiegte FCZ enttäuschte nach vier Unentschieden in Serie keineswegs. Das Defensivspiel war abermals der Trumpf des Teams von Trainer Uli Forte. Und im Angriff erarbeiteten sie sich auch die zweitbeste Chance des Spiels nach jener von Michael Frey. Nach 83 Minuten zwang Victor Palsson Goalie Vaclik mit einem Direktschuss aus etwa 14 Metern zu einer grossartigen Parade.

Die Zürcher wurden nach einer halben Stunde geschwächt. Der schnelle senegalesische Stürmer Moussa Koné hatte sich bei einem Zusammenprall mit Torhüter Tomas Vaclik am Sprunggelenk verletzt. Aus Zürcher Sicht ist zu hoffen, dass die lange Liste der Verletzten in den nächsten Wochen nicht noch länger sein wird.

Bittere Partie für Luzern

Für Luzern kam es in dieser einseitig verlaufenden Partie knüppeldick. Die Innerschweizer machten das Spiel, erarbeiteten sich Chance um Chance, die Tore aber fielen mehrheitlich auf der anderen Seite. Und trotz Überzahl in den letzten 20 Minuten (Gelb-Rot für den eingewechselten Gonzalo Zarate) schaffte das Team von Markus Babbel nicht einmal mehr ein Unentschieden. Doppeltorschütze Tomi Juric vergab die grosse Möglichkeit in der 82. Minute, als er seinen zweiten Penalty-Versuch von Lausanne-Goalie Thomas Castella abgewehrt sah.

Castella war Lausannes bester Mann, er machte die meisten Chancen des Gastgebers zunichte und war auch zur Stelle, als es für die Luzerner nach einem Foul von Leandro Marin an Joker Dereck Kutesa plötzlich wieder gut aussah. Juric aber hatte bei seinem zweiten Penalty die Ecke gewechselt und scheiterte kläglich an Castella, der auch den Nachschuss von Claudio Lustenberger abwehrte.

Lausanne nicht mehr Letzter

Während die Lausanner ihr fünftes Spiel in Folge mit einem Punktgewinn abschlossen, rutschen die Innerschweizer in der Tabelle immer weiter nach hinten. Nach dem fünften sieglosen Spiel in Serie und der dritten Heimniederlage gegen die Waadtländer nacheinander liegt Luzern nur noch zwei Zähler vor Thun und Schlusslicht Lugano, die beide morgen mit Siegen am FCL vorbeiziehen könnten. Lausanne dagegen schloss dank seiner effizienten Leistung bis auf einen Zähler zu den schon länger schwächelnden Innerschweizern auf.

Im Unterschied zum jüngsten 1:4 in Bern gegen YB setzte FCL-Trainer Markus Babbel wieder auf seine erfahrenen Spieler - also auf Claudio Lustenberger, Christian Schneuwly und Goalgtter Tomi Juric.

Basel - Zürich 1:0 (0:0)
29'584 Zuschauer - SR Schärer
Tor: 61. Oberlin (Zuffi) 1:0.
Basel: Vaclik; Suchy, Akanji, Balanta; Lang, Xhaka, Zuffi (75. Serey Die), Riveros; Steffen, van Wolfswinkel (87. Itten), Oberlin (80. Bua).
Zürich: Vanins; Nef, Bangura, Thelander; Winter, Palsson, Sarr (79. Maouche), Brunner (79. Brunner); Dwamena, Frey, Koné (31. Rodriguez).
Bemerkungen: Basel ohne Gaber (verletzt) und Elyounoussi (krank). Zürich ohne Pa Modou (gesperrt), Schönbächler, Kempter, Marchesano, Kryeziu und Alesevic (alle verletzt). Koné verletzt ausgeschieden.
Verwarnungen: 42. Sarr (Blockieren eines Freistosses), 71. Zuffi (Foul), 80. Lang (Foul), 92. Xhaka (Unsportlichkeit).

Luzern - Lausanne-Sport 2:3 (1:1)
8316 Zuschauer - SR Amhof
Tore: 11. Juric (Foulpenalty) 1:0. 38. Marin (Campo) 1:1. 48. Geissmann (Asllani) 1:2. 60. Juric (Schneuwly) 2:2. 61. Margiotta (Marin) 2:3.
Luzern: Omlin; Christian Schneuwly (79. Grether), Knezevic, Schulz, Lustenberger; Follonier (79. Rodriguez), Kryeziu, Custodio, Schürpf (69. Kutesa); Demhasaj, Juric.
Lausanne-Sport: Castella; Monteiro, Manière, Rochat; Asllani, Tejeda, Maccoppi, Gétaz (27. Marin); Campo (46. Zarate), Geissmann; Margiotta (69. Pasche).
Bemerkungen: Luzern ohne Alves, Arnold, Schwegler und Schindelholz (alle verletzt). 36. Abseitstor Juric. 55. Lattenschuss Schürpf. 72. Pfostenschuss Asllani. 72. Gelb-Rot Zarate (Unsportlichkeit). 82. Castella hält Foulpenalty von Juric.
Verwarnungen: 39. Knezevic (Foul), 59. Zarate (Reklamieren), 84. Monteiro (Foul), 92. Demhasaj (Foul). (ll)

Erstellt: 23.09.2017, 18:32 Uhr

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