Das Messi-Dilemma

Sieben Tage vor dem Clásico dreht sich in Spanien alles um das Knie des argentinischen Superstars.

Soll er oder soll er nicht? Lionel Messis Einsatz gegen Real Madrid spaltet Barcelona.

Soll er oder soll er nicht? Lionel Messis Einsatz gegen Real Madrid spaltet Barcelona. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In einer Wochen steigt das Duell der Superlative. Kader mit total 1,376 Milliarden Euro Marktwert, 55 spanische Meisterschaften, 15 Champions-League-Titel und sechs Weltpokalsiege werden am kommenden Samstag ab 18.15 Uhr hunderte Millionen Menschen in ihren Bann ziehen.

Doch noch bevor die internationalen Gazetten sich überhaupt mit der Frage beschäftigen, wer im spektakulären Estadio Santiago Bernabéu die bessere Ausgangslage besitzt, trägt der zentrale Streitpunkt vieler Experten einen Namen: Lionel Messi.

Als sich der vierfache Weltfussballer am 26. September im Ligaspiel gegen UD Las Palmas einen Bänderriss im Knie zuzog, gab es nach dem ersten Schock die grosse Entwarnung: Zwei Monate sollte Messi ausfallen, was gerade noch reichen würde, um beim Clásico dabei zu sein. Fast täglich berichteten «Mundo Deportivo» und «Sport», zwei dem FC Barcelona nahestehenden Sportzeitungen, über die Genesung des Argentiniers. Tauchte irgendwo ein Bild von Messis hochgestrecktem Daumen auf, wurde es sofort abgedruckt – quasi zur Beruhigung aller Culés, wie man die Barça-Fans auch nennt.

Stadthalter in Sahneform

Am 2. November publizierte «Sport» dann aber besorgt die Botschaft: «Leo Messi wird den Clásico nicht bestreiten.» Zu gross das Risiko eines Rückfalles, zu wichtig die anschliessenden Aufgaben, lautete der Tenor. Eine Meldung, die in der Haupstadt Kataloniens auf erstaunlich viel Verständnis stiess. Vereinspräsident Josep Maria Bartomeu betonte, das Team sei auch ohne ihren Superstar in der Lage, den grossen Rivalen zu bezwingen. Was vor zwölf Monaten noch undenkbar schien, hat heute zwei Gründe: Neymar Jr. und Luis Suarez. Gemeinsam schossen sie mal eben die letzten 17 Ligatore für Barcelona, viele davon legten sie sich auch noch gegenseitig auf – wie beispielsweise Neymars Traumtor vom vergangenen Wochenende beim 3:0-Heimsieg gegen Villareal.

Kaum hat man sich im Camp Nou damit abgefunden, die Festung Bernabéu ohne Messi stürmen zu müssen, geschah jedoch das undenkbare: Euphorisch berichteten «Mundo Deportivo» und «Sport», dass der 28-Jährige neun Tage vor dem grossen Duell erstmals wieder ein komplettes Mannschaftstraining absolvieren konnte.

Messis Ansicht

Nun wird also eifrig darüber debattiert, wie sehr sich das Risiko eines Einsatzes des Argentiniers lohnt. Schliesslich hat Barça in der Tabelle drei Zähler Vorsprung auf Real Madrid, ausserdem ist die Liga mittlerweile ausgeglichener als noch vor wenigen Jahren – was die eindrücklichen Heimsiegen von Celta Vigo (4:1 gegen Barcelona) und Sevilla (3:2 gegen Real, 2:1 gegen Barça) beweisen. So fällt die Meiterschaftsentscheidung nicht mehr ausschliesslich in den Aufeinandertreffen der beiden Rivalen.

Messi selber lässt sich von diesen Diskussionen nicht aus der Ruhe bringen, arbeitet auch während der Länderspielpause an freien Tagen weiter. Zuletzt trainierte er gar mit dem Reserveteam Barça B. Dort soll er, wie «Sport» schreibt, verkündet haben, dass er bei Klassiker eine Weile auf dem Feld stehen werde.

Ob es tatsächlich soweit kommen wird und was «eine Weile» genau bedeutet, wird sich am kommenden Samstag zeigen. Sicher ist einzig, dass bis zu diesem Zeitpunkt die Spekulationen nicht abnehmen werden.

Erstellt: 14.11.2015, 15:37 Uhr

Artikel zum Thema

Neymars Klassetor – Reals Niederlage

Neymar führt den FC Barcelona zum 3:0-Heimsieg gegen Villarreal. Weil Real Madrid beim FC Sevilla 2:3 verliert, führen die Katalanen die Tabelle an. Mehr...

Nächster Rückschlag für Barcelona

Barcelona verliert beim FC Sevilla 1:2 und kassiert die zweite Auswärtsniederlage in Serie. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Blogs

Mamablog Eine warme Mahlzeit als Zeichen der Anteilnahme

Sweet Home Willkommen im «Nouveau Boudoir»

Die Welt in Bildern

Ganz schön angeknipst: Ein Mitglied des Bingo Zirkus Theater steht anlässlich des 44. internationalen Zirkusfestivals in Monte Carlo auf der Bühne. (16. Januar 2020)
(Bild: Daniel Cole ) Mehr...