Der FCZ erlebt ein bitteres Déjà-vu

Nach zuletzt drei Erfolgen im Cup im Stade de Suisse reisst die Serie des FC Zürich. Das 0:4 beim Meister war aber in dieser Form nicht zwingend.

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In den Schlussminuten geht es nur noch um eine Frage: Schiessen die Young Boys noch das vierte Tor und runden damit das Skore ab oder nicht?

Es wäre auch ein schönes Geburtstagsgeschenk für Gerardo Seoane, den Trainer, der an diesem Tag seinen 41. Geburtstag feiert. Vier Treffer, sie werden in Spanien auch als «Poker» bezeichnet, und an diesem so bitterkalten Frühwinterabend wäre dies wenigstens etwas, das den Mann mit galicischen Wurzeln an die Wärme Südeuropas erinnert. Jean-Pierre Nsamé vergibt zwei Mal innert Minutenfrist. Und so wie er vergibt, könnte man fast meinen, er möge seinem Chef die zusätzliche Freude nicht gönnen. Doch in der Nachspielzeit holt der Stürmer Versäumtes nach.

Schon die beiden Meisterschaftsduelle hatten mit 4:0 geendet. Die Zürcher hatten sich trotzdem Chancen auf den Coup ausgerechnet, verständlich, nach dem 3:2 am Sonntag gegen Basel. Ein isolierter Blick auf die Cup-Statistik verlieh zusätzlichen Auftrieb, die letzten drei Vergleiche hatten in den letzten acht Jahren ausnahmslos mit FCZ-Erfolgen im Stade de Suisse geendet.

Sieben Stammspieler fehlten

Ein Offensivspektakel durfte erwartet werden. Einerseits, weil der FCZ zuletzt nach vorne verbessert aufgetreten war, andererseits, weil YB bei den vier Siegen im Oktober im Schnitt 3,5 Treffer produziert hatte. Dies, obwohl viele Stammspieler verletzt fehlen, gestern waren es sieben.

Und die 13547 Zuschauer, die den misslichen Witterungsbedingungen trotzten – knapp die Hälfte des Meisterschaftsschnitts – wurden zufriedengestellt, vor allem auch, weil beide Teams sich im Aufbau etliche Fehler leisteten. Seoane sagt später, dass ihm das «wilde Spiel in der ersten Halbzeit» nicht wirklich gefallen habe. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit besserem Anfang für die Berner. Sie gingen mit der ersten Chance durch Nicolas Ngamaleu in Führung, den Assist verbuchte unfreiwillig Simon Sohm, der ihn mit einem missglückten Rückpass lancierte. Sohm ist erst 18, dem Teenager seien Fehler noch verziehen.

Kramer vergibt das 1:1

Als Christian Fassnacht unmittelbar vor der Pause freistehend per Kopf erhöhte, mussten sich die Zürcher doppelt an der Nase nehmen. Erstens, weil sie dem Nationalspieler im Zentrum die Lufthoheit überliessen, zweitens, weil sie bis zu jenem Zeitpunkt selber etliche Chancen vergeben hatten. Zweimal der erneut wirblige Alyegun Tosin, einmal Antonio Marchesano, einmal – und vor allem – Blaz Kramer, bei dessen Abschluss aus fünf Metern David von Ballmoos allerdings grandios reagierte. «Den muss er einfach machen», befand Alfons Higl, der FCZ-Assistenztrainer, der den gesperrten Ludovic Magnin an der Seitenlinie vertrat, «und vielleicht hätte ein Tor etwas ausgelöst.»

Nach der Halbzeit versuchten die Zürcher noch einmal alles, mit dem 3:0 durch Frederik ­Sörensen war die Entscheidung aber eine Viertelstunde vor Schluss gefallen. Higl wollte kein Trübsal blasen: «Das ist kein Rückschlag. Wir haben auch viel Positives gesehen.» Er richtete den Blick sogleich nach vorne: «Wir wollen am Samstag in Thun wieder mutig angreifen.»


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier:

Erstellt: 30.10.2019, 23:38 Uhr

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