Das Pech des Letzten ist das Glück der Zürcher

Tabellenschlusslicht FC Thun verliert trotz 26 Schüssen gegen den FC Zürich.

An ihm biss sich der FC Thund die Zähne aus: FCZ-Goalie Yannick Brecher (M.) war am Samstag nicht zu überwinden. (Bild: Claudio de Capitani/freshfocus)

An ihm biss sich der FC Thund die Zähne aus: FCZ-Goalie Yannick Brecher (M.) war am Samstag nicht zu überwinden. (Bild: Claudio de Capitani/freshfocus)

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Zu einem Fussballspiel gibt es oft so viele Ansichten wie Zuschauer. In der Stockhorn-Arena gab es am Samstag aber unter den 6201 Fans wohl nur eine Meinung: ­Yanick Brecher war überragend. Der FCZ-Goalie glänzte, besonders in der zweiten Halbzeit. Er fischte zwei Kopfbälle von Rapp mirakulös aus der Ecke und rettete in etlichen anderen Situationen.

Es war die Phase, in der die Berner 20 Minuten mit einem Mann mehr spielten. Der 18-jährige Simon Sohm eine naive Aktion im Mittelfeld mit einer zweiten Gelben Karte und dem Platzverweis bezahlt hatte. Eine «Ampelkarte» von Sven Joss, auch sie unnötig, bremste dann den Offensivdrang der Gastgeber wieder.

26:4 Torschüsse wies die offizielle Statistik am Schluss aus, und auch der 18-Jährige Uros Vasic und Gregory Karlen hätten bei der Vielzahl von Chancen mindestens einmal skoren müssen. So entschied der zweite Saisontreffer des FCZ-Slowenen Blaz Kramer kurz vor der Pause die Partie, eingeleitet durch einen unnötigen Ballverlust von Nicola Sutter.

Trainer sind sich einig

FCZ-Trainer Ludovic Magnin sprach vom «Pech des letzten Platzes», das die Thuner gerade hätten, und sein Trainerkollege Marc Schneider pflichtete bei: «Man muss nur diese 90 Minuten anschauen. Wir haben uns wieder unzählige Torchancen kreiert, aber die müssen halt auch einmal rein.»

Immer wieder war den Thunern ihr mangelndes Selbstvertrauen anzumerken, das so wertvolle Gut, das einem Fussballer in Windeseile abhandenkommen kann und das sich in mangelnder Entschlossenheit äussert.

Dieser Zustand ist logisch. Seit dem Sieg in der vierten Runde in Luzern haben die Berner Oberländer jetzt in neun Partien nur einen Punkt geholt, ligaweit haben sie am wenigsten Tore geschossen und am meisten erhalten. Der letzte Heimsieg datiert noch aus der letzten Saison.

Der FC Zürich hat hingegen eine «Mini-Serie» gestartet. Sieben Punkte sind es aus den letzten drei Meisterschaftsspielen, inklusive der Krönung am Sonntag mit dem 3:2 gegen den FC Basel. Da lässt sich das Cup-Out am Mittwoch bei YB leichter verschmerzen. «Wir haben immer gesagt, wir brauchen etwas Zeit, bis die Mannschaft sich findet», sagt Magnin, «jetzt stimmt die Mischung zwischen den jungen und den erfahreneren Spielern immer besser. Ich bin heute ein stolzer Trainer.»


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier:


Thun - Zürich 0:1 (0:1)
6201 Zuschauer. - SR Schärer.
Tor: 39. Kramer (Marchesano) 0:1.
Thun: Faivre; Glarner, Rodrigues (87. Havenaar), Sutter (79. Munsy), Joss; Gelmi, Roth (70. Hiran), Karlen; Tosetti, Rapp, Vasic.
Zürich: Brecher; Britto, Omeragic, Bangura, Pa Modou (81. Tosin); Domgjoni, Sohm; Schönbächler (63. Janjicic), Marchesano (70. Rüegg), Kololli; Kramer.
Bemerkungen: Thun ohne Castroman, Fatkic, Stillhart (alle gesperrt), Hediger, Salanovic, Ziswiler, Bigler (alle verletzt), Wanner und Righetti (krank). Zürich ohne Nathan (gesperrt), Hekuran Kryeziu, Mirlind Kryeziu, Charabadse, Mahi, Winter und Aliu (alle verletzt) und Ceesay (nicht im Aufgebot). 59. Gelb-Rote Karte gegen Sohm (Foul). 82. Gelb-Rote Karte Joss (Foul). Verwarnungen: 8. Joss (Foul). 34. Sohm (Foul). 37. Kololli (Foul). 37. Glarner (Foul). 90. Tosin (Foul). 94. Rapp (Foul).

Rangliste: 1. Young Boys 12/28 (30:12). 2. Basel 12/26 (29:12). 3. St. Gallen 13/26 (26:15). 4. Zürich 13/18 (12:24). 5. Sion 13/17 (17:21). 6. Luzern 12/15 (12:14). 7. Servette 12/12 (14:15). 8. Neuchâtel Xamax FCS 12/11 (14:21). 9. Lugano 12/10 (11:14). 10. Thun 13/6 (10:27).

Erstellt: 02.11.2019, 23:19 Uhr

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