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Das Problem Bale gelöst

Wie es Real-Präsident Florentino Pérez schaffte, Erfolgstrainer Zinédine Zidane zurückzuholen.

Javier Caceres
Mit Zidane an der Seitenlinie bezwingt Real Madrid im Mai 2016 Stadtrivale Atlético im San Siro in Mailand im Elfmeterschiessen. Nach dem Triumph wird Zidane gebührend gefeiert.
Mit Zidane an der Seitenlinie bezwingt Real Madrid im Mai 2016 Stadtrivale Atlético im San Siro in Mailand im Elfmeterschiessen. Nach dem Triumph wird Zidane gebührend gefeiert.
Alessandra Tarantino, Keystone
In einem denkwürdigen Final schlägt Real Ende Mai 2018 in Kiew Liverpool 3:1. Überragender Spieler ist für einmal nicht Cristiano Ronaldo, sondern Gareth Bale (Bild) mit zwei Treffern.
In einem denkwürdigen Final schlägt Real Ende Mai 2018 in Kiew Liverpool 3:1. Überragender Spieler ist für einmal nicht Cristiano Ronaldo, sondern Gareth Bale (Bild) mit zwei Treffern.
Pavel Golovkin, Keystone
Eine der grossen Figuren bei den Champions-League-Triumphen ist auch der Kroate Luka Modric (nach dem Sieg gegen Liverpool).
Eine der grossen Figuren bei den Champions-League-Triumphen ist auch der Kroate Luka Modric (nach dem Sieg gegen Liverpool).
Sergei Grits, Keystone
Gross ist der Schock Ende Mai 2018, als Zidane seinen Abgang bei Real ankündigt.
Gross ist der Schock Ende Mai 2018, als Zidane seinen Abgang bei Real ankündigt.
Borja B. Hojas, Keystone
2002 gewinnt Real mit Zidane und Santiago Solari (links) den Final der Champions League gegen Bayer Leverkusen in Glasgow. 17 Jahre später ersetzt Zidane Solari als Real-Trainer.
2002 gewinnt Real mit Zidane und Santiago Solari (links) den Final der Champions League gegen Bayer Leverkusen in Glasgow. 17 Jahre später ersetzt Zidane Solari als Real-Trainer.
Bernd Weissbrod, Keystone
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Die monumentale Krise bei Real Madrid hat zu einem völlig überraschenden Comeback geführt. Nur 283 Tage nach seinem gleichfalls unerwarteten Rücktritt als Real-Coach übernahm Zinédine Zidane gestern wieder das Traineramt beim spanischen Rekordmeister. Zidane löste Santiago Solari ab, der Ende Oktober den Zidane-Nachfolger Julen Lopetegui beerbt hatte.

Der 46-jährige Franzose unterschrieb einen Vertrag bis 2022 und soll schon heute das Training leiten. «Ich bin hier, weil der Präsident mich angerufen hat», sagte Zidane am Abend im Bernabéu-Stadion. Vereinschef Florentino Pérez rollte ihm den roten Teppich aus: «Er ist eines unserer grossen Symbole.»

Die Batterien sind aufgeladen

Das Schicksal Solaris galt seit dem ruhmlosen Champions-League-Aus gegen Ajax in der vergangenen Woche als besiegelt. Zuvor hatte Real sämtliche Optionen auf den Cupsieg und den Meistertitel verspielt. Solari selbst wusste darum, dass er eher früher denn später würde gehen müssen. Am Samstag attackierte er diverse Mitglieder aus dem Kader Reals öffentlich. Eine Reihe von Spielern sei «nicht auf der Höhe des Wappens» gewesen, erklärte er vor dem mühsamen 4:1-Sieg bei Real Valladolid vom Sonntag.

Nach dem Spiel vermied Real-Legende Emilio Butragueño, so etwas wie der Sprecher des Präsidiums, ein klares Bekenntnis zu Solari. Dann sickerte gestern durch, dass Pérez es geschafft hatte, Zidane zur Rückkehr zu bewegen. Zuvor hatten andere Lösungen wie José Mourinho oder Massimiliano Allegri als wahrscheinlicher gegolten. Zidane selbst hatte ein unterschriftsreifes Angebot von Juventus Turin vorliegen, wo er wie später bei Real Madrid als Spieler engagiert war. Zidane sagte, er habe die vergangenen Monate gebraucht und genutzt, «um die Batterien wieder aufzuladen». Er habe vor neun Monaten gehen müssen. «Es war das Beste für alle», sagte er. «Nun habe ich wieder Lust.»

Das Problem Gareth Bale

Der Weltmeister von 1998 kann auf eine kurze, aber brillante Trainerkarriere verweisen. Er löste im Januar 2016 Rafael Benítez ab und führte Real unter anderem zu einer Meisterschaft, zwei Weltpokalen – vor allem aber zu gleich drei Champions-League-Titeln in Serie. Wenige Tage nach dem jüngsten Sieg in der Königsklasse (im Final gegen den FC Liverpool) kam es Mitte 2018 zum Bruch. Zidane forderte einen personellen Umbruch im Kader – und erklärte, als er damit scheiterte, seinen Rücktritt.

Zu den Faktoren, die Zidane zum Privatier werden liessen, zählte dem Vernehmen nach vor allem Gareth Bale. «ZZ» wollte ihn loswerden (und den nun schmerzlich vermissten Cristiano Ronaldo halten); Bale war aber einer der Lieblingsspieler von Pérez. Nun ist der Waliser sogar bei Pérez untendurch – sodass Zidane den ersehnten Umbau in Angriff nehmen kann. Er sagte, daran verschwende er noch keinen Gedanken. Er denke nur an die elf Spiele, die Real bis zum Saisonende vor sich habe, um die Champions-League-Qualifikation zu sichern.

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