Das Problem Bale gelöst

Wie es Real-Präsident Florentino Pérez schaffte, Erfolgstrainer Zinédine Zidane zurückzuholen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die monumentale Krise bei Real Madrid hat zu einem völlig überraschenden Comeback geführt. Nur 283 Tage nach seinem gleichfalls unerwarteten Rücktritt als Real-Coach übernahm Zinédine Zidane gestern wieder das Traineramt beim spanischen Rekordmeister. Zidane löste Santiago Solari ab, der Ende Oktober den Zidane-Nachfolger Julen Lopetegui beerbt hatte.

Der 46-jährige Franzose unterschrieb einen Vertrag bis 2022 und soll schon heute das Training leiten. «Ich bin hier, weil der Präsident mich angerufen hat», sagte Zidane am Abend im Bernabéu-Stadion. Vereinschef Florentino Pérez rollte ihm den roten Teppich aus: «Er ist eines unserer grossen Symbole.»

Die Batterien sind aufgeladen

Das Schicksal Solaris galt seit dem ruhmlosen Champions-League-Aus gegen Ajax in der vergangenen Woche als besiegelt. Zuvor hatte Real sämtliche Optionen auf den Cupsieg und den Meistertitel verspielt. Solari selbst wusste darum, dass er eher früher denn später würde gehen müssen. Am Samstag attackierte er diverse Mitglieder aus dem Kader Reals öffentlich. Eine Reihe von Spielern sei «nicht auf der Höhe des Wappens» gewesen, erklärte er vor dem mühsamen 4:1-Sieg bei Real Valladolid vom Sonntag.

Nach dem Spiel vermied Real-Legende Emilio Butragueño, so etwas wie der Sprecher des Präsidiums, ein klares Bekenntnis zu Solari. Dann sickerte gestern durch, dass Pérez es geschafft hatte, Zidane zur Rückkehr zu bewegen. Zuvor hatten andere Lösungen wie José Mourinho oder Massimiliano Allegri als wahrscheinlicher gegolten. Zidane selbst hatte ein unterschriftsreifes Angebot von Juventus Turin vorliegen, wo er wie später bei Real Madrid als Spieler engagiert war. Zidane sagte, er habe die vergangenen Monate gebraucht und genutzt, «um die Batterien wieder aufzuladen». Er habe vor neun Monaten gehen müssen. «Es war das Beste für alle», sagte er. «Nun habe ich wieder Lust.»

Das Problem Gareth Bale

Der Weltmeister von 1998 kann auf eine kurze, aber brillante Trainerkarriere verweisen. Er löste im Januar 2016 Rafael Benítez ab und führte Real unter anderem zu einer Meisterschaft, zwei Weltpokalen – vor allem aber zu gleich drei Champions-League-Titeln in Serie. Wenige Tage nach dem jüngsten Sieg in der Königsklasse (im Final gegen den FC Liverpool) kam es Mitte 2018 zum Bruch. Zidane forderte einen personellen Umbruch im Kader – und erklärte, als er damit scheiterte, seinen Rücktritt.

Zu den Faktoren, die Zidane zum Privatier werden liessen, zählte dem Vernehmen nach vor allem Gareth Bale. «ZZ» wollte ihn loswerden (und den nun schmerzlich vermissten Cristiano Ronaldo halten); Bale war aber einer der Lieblingsspieler von Pérez. Nun ist der Waliser sogar bei Pérez untendurch – sodass Zidane den ersehnten Umbau in Angriff nehmen kann. Er sagte, daran verschwende er noch keinen Gedanken. Er denke nur an die elf Spiele, die Real bis zum Saisonende vor sich habe, um die Champions-League-Qualifikation zu sichern.

Erstellt: 12.03.2019, 08:53 Uhr

Artikel zum Thema

«Der Präsident rief mich an, nun bin ich hier»

Zinédine Zidane ist «sehr glücklich», zurück bei Real Madrid zu sein. Er wolle den Club wieder «dorthin bringen, wo er hingehört». Mehr...

Zidanes Rückkehr zu Real ist perfekt

Der Erfolgstrainer kehrt nach neun Monaten Pause als Trainer zu Real Madrid zurück. Der Franzose löst Santiago Solari ab. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Kommentare

Blogs

History Reloaded Des Kaisers Rückkehr in den Thurgau

Mamablog Das Klischee vom Zahlvater ist nicht wahr

Die Welt in Bildern

Gross-Demo: Mit Schutzmaske und Schwimmbrille schützt sich ein Demonstrant vor einem Tränengas-Angriff der Polizei in Hong Kong am Sonntagabend. (21. Juli 2019)
(Bild: Getty Images / Ivan Abreu) Mehr...