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Das sagt Yakin zum Frontalangriff seines Spielers

Die scharfe Attacke von Milan Vilotic an den GC-Trainer sorgt für Aufruhr. Der ehemalige Captain wird in die U-21 verbannt.

Fabian Sangines
Wurde hart angegangen: Der mittlerweile entlassene GC-Trainer Murat Yakin.
Wurde hart angegangen: Der mittlerweile entlassene GC-Trainer Murat Yakin.
Keystone
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Die Worte waren heftig, die Milan Vilotic an Murat Yakin richtete. «Einmal mehr zeigst Du, dass Deine Fähigkeiten als Trainer sehr fragwürdig und problematisch sind, seit Du den Teamspirit zerstört hast mit schamlosen Spielchen, die Du betreibst», schrieb Vilotic unter anderem in einem internen Chat. Die Nachricht wurde dem «Blick» zugespielt, der die Zeilen veröffentlichte. «Damit wurden nun 40 Menschen verdächtig gemacht», sagt Yakin während eines Mediengesprächs dazu. Eigentlich wollte der Verein an diesem Termin den Fokus auf die Partie vom Samstag gegen Thun richten. Das Thema ist aber ein anderes.

Persönlich habe ihn der Angriff nicht gestört, sagt der Trainer. Dass aber Interna aus einem Kanal publik werden, der für Teammitglieder, Trainerstab, Betreuer und einige wenige Campus-Mitarbeiter bestimmt ist, findet Yakin «unglücklich» und «ärgerlich». Die genauen Beweggründe für Vilotics Ausbruch will jedoch weder Yakin noch Mathias Walther mitteilen. «Wir haben das intern sehr gut aufgearbeitet, damit hat es sich für uns erledigt», sagt Walther. Vilotic wird bis zum Saisonende in die 2. Mannschaft degradiert, erklärt der Sportchef: «Immerhin um zu trainieren - spielen wird er wohl nicht sehr viel.»

Wie Männer ausdiskutiert

Den Vorwurf, Yakin habe nicht mit Vilotic persönlich kommuniziert, lässt der Trainer nicht auf sich sitzen: «Wir haben das während des Trainingslagers wie Männer ausdiskutiert.» Was «das» genau heisst, lässt er zwar offen - allerdings lässt Yakin durchblicken, dass es darum ging, Vilotics im Sommer auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. «Wenn sich einer aus der Verantwortung nehmen oder sich über die Mannschaft stellen will, sind wir in der Verantwortung, den Riegel vorzuschieben», sagt der 43-Jährige. Und: «Mit seinem Verhalten hat er sich nun selber diskreditiert.» Dabei habe GC Vilotic nach seiner schwierigen Zeit bei YB die Möglichkeit geboten, zu spielen: «Fragen Sie mal in Bern nach Vilotic.» Yakin ist überzeugt, dass GC sich absolut korrekt verhalten habe.

Jetzt hofft der Coach, dass die Mannschaft dieses Theater auf dem Platz ausblenden kann. Lachend fügt er an: «Die Hälfte der Spieler versteht das aus sprachlichen Gründen eh nicht.» Damit beweist Yakin, dass ihm der Humor trotz der jüngsten Aufregungen um seine Person nicht vergangen ist. Und es ist ihm ein Bedürfnis, diese Lockerheit zu demonstrieren: nach Ende der Runde nimmt der Kollege vom «Blick» seinen Laptop auf den Tisch, worauf Yakin zur GC-Medienverantwortlichen sagt: «Versuch ihm auf den Bildschirm zu schauen, vielleicht steht da irgendwo noch der Absender der weitergeleiteten Nachricht.»

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Video: Damals war er noch Hoffnungsträger: Das sagte Yakin bei seiner Präsentation

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