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Das Schlechteste, was Spaniens Nationalteam passieren konnte

Nationaltrainer Julen Lopetegui wird nach der WM Coach von Real Madrid. Kann das wirklich gut gehen?

MeinungFabian Sangines
Nachhallender Personalwechsel: Julen Lopetegui beerbt Zidane bei Real Madrid.
Nachhallender Personalwechsel: Julen Lopetegui beerbt Zidane bei Real Madrid.
Juan Carlos Cardenas, Keystone
...überhaupt nicht in den Kram. Er entlässt Lopetegui kurz vor WM-Beginn.
...überhaupt nicht in den Kram. Er entlässt Lopetegui kurz vor WM-Beginn.
Javier Etxezarreta, Keystone
Sportdirektor Fernando Hierro übernimmt nun die spanische Nationalmannschaft beim Turnier in Russland. Dies gab der Verband am Mittwoch via Twitter bekannt, nachdem er sich kurz zuvor von Lopetegui getrennt hatte.Der 50-jährige ehemalige Internationale hatte bisher nur den Zweitligisten Real Oviedo trainiert. Hierro wird die Spanier zum ersten Mal am Freitag in Sotschi gegen Europameister Portugal betreuen – eine happige Aufgabe.
Sportdirektor Fernando Hierro übernimmt nun die spanische Nationalmannschaft beim Turnier in Russland. Dies gab der Verband am Mittwoch via Twitter bekannt, nachdem er sich kurz zuvor von Lopetegui getrennt hatte.Der 50-jährige ehemalige Internationale hatte bisher nur den Zweitligisten Real Oviedo trainiert. Hierro wird die Spanier zum ersten Mal am Freitag in Sotschi gegen Europameister Portugal betreuen – eine happige Aufgabe.
J. J. Guillen, Keystone
Nächste Saison stehen sich Lopetegui (l.) und Gerard Piqué (Barcelona) in den Clásicos gegenüber.
Nächste Saison stehen sich Lopetegui (l.) und Gerard Piqué (Barcelona) in den Clásicos gegenüber.
Javier Etxezarreta, Keystone
Die WM-Qualifikation schlossen die Spanier unter Lopetegui erfolgreich ab. Sie holten in zehn Spielen neun Siege und ein Unentschieden. Hier beim Handshake mit Italiens Trainer Gian Piero Ventura (r.) nach dem 1:1-Unentschieden in Turin.
Die WM-Qualifikation schlossen die Spanier unter Lopetegui erfolgreich ab. Sie holten in zehn Spielen neun Siege und ein Unentschieden. Hier beim Handshake mit Italiens Trainer Gian Piero Ventura (r.) nach dem 1:1-Unentschieden in Turin.
Daniel dal Zennaro, Keystone
Von 2011 bis 2014 war der Spanier für verschiedene spanische U-Mannschaften zuständig. Zuvor arbeitete er bereits bei Real Madrid als Leiter der Scouting-Abteilung und eine Saison als Coach der zweiten Mannschaft der Königlichen.
Von 2011 bis 2014 war der Spanier für verschiedene spanische U-Mannschaften zuständig. Zuvor arbeitete er bereits bei Real Madrid als Leiter der Scouting-Abteilung und eine Saison als Coach der zweiten Mannschaft der Königlichen.
Ina Fassbender, Keystone
Seine bisher einzigen Erfahrungen als Trainer einer ersten Mannschaft eines Vereins sammelte er beim FC Porto. Von 2014 bis Januar 2016 war er in Portugal tätig. Hier begrüsst er den damaligen Chelsea-Trainer José Mourinho.
Seine bisher einzigen Erfahrungen als Trainer einer ersten Mannschaft eines Vereins sammelte er beim FC Porto. Von 2014 bis Januar 2016 war er in Portugal tätig. Hier begrüsst er den damaligen Chelsea-Trainer José Mourinho.
Steven Governo, Keystone
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Die Nachricht kommt derart überraschend, dass man auch mit etwas Abstand noch nicht hundertprozentig sicher sein kann, dass sich da nicht einer einen schlechten Scherz erlaubt hat: Julen Lopetegui verlässt nach der Weltmeisterschaft die spanische Nationalmannschaft und übernimmt Real Madrid. Kommuniziert wird das ziemlich genau 48 Stunden vor dem Eröffnungsspiel – drei Tage vor dem wichtigen Startspiel Spaniens gegen Portugal, den nominell härtesten Gegner in der Gruppe B. Das tönt reichlich abenteuerlich.

Nur: Real hat das am Dienstagabend kurz nach 17 Uhr auf seiner Website und via soziale Medien öffentlich gemacht. Sofern die Königlichen nicht Opfer eines besonders dreisten Hackers wurden, stimmt es also. Zidanes Nachfolger ist demnach weder Guti, Mauricio Pochettino, Jürgen Klopp noch Fernando Hierro oder Antonio Conte. Es ist Spaniens aktueller Nationaltrainer. Einer, der vor drei Wochen seinen Vertrag bis nach der EM 2020 verlängert hat. So überraschend die Nachricht kommt, so ärgerlich ist sie für La Roja. Aus diversen Gründen.

Man stelle sich vor, ...

... Barça-Innenverteidiger Gerard Piqué wird gefragt, wie gerne er mit dem künftigen Real-Trainer zusammenarbeitet. ... ein Real-Spieler wird auf die Bank gesetzt – und ein Barça-Spieler vorgezogen. ... ein Real-Spieler wird nicht auf die Bank gesetzt – und einem Barça-Spieler vorgezogen. ... wie viele Fragen bei Medienkonferenzen vom spanischen Nationalteam sich jetzt wohl noch um das Turnier drehen. ... es geht im wilden spanischen Blätterwald das Gerücht um, Real sei an einem spanischen Nationalspieler (Thiago, Odriozola) interessiert. ... das Startspiel gegen Portugal geht verloren.

Mit dem Vertrauensbeweis, noch vor Lopeteguis erstem Turnier als A-Nationaltrainer zu verlängern, wollte der spanische Fussballverband vor allem Ruhe säen. Geerntet hat er einen Sturm mit hohem Zerstörungspotenzial.

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