«Das waren die längsten 90 Minuten»

Es war ein hartes Stück Arbeit, bis in Lissabon die Champions-League-Achtelfinalqualifikation des FC Basel feststand. Für Cheftrainer Raphael Wicky der bislang grösste Abend an der Seitenlinie, aber auch enorm anstrengend.

Grosse Erleichterung auch bei Raphael Wicky nach dem Schlusspfiff in Lissabon.

Grosse Erleichterung auch bei Raphael Wicky nach dem Schlusspfiff in Lissabon. Bild: Keystone

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Eine Sunde nach Spielschluss war er wieder entspannt. Er trug ein Lächeln zur Schau, als er nach der offiziellen Pressekonferenz noch bei den Schweizer Medienvertretern in der Mixed Zone im Bauch des Estadio Da Luz vorbeischaute. Ja, er habe in der Garderobe wie seine Spieler auch einen Schluck Bier gehabt, sagte Raphael Wicky. «Fertig trinken konnte ich es allerdings nicht, weil ich dann zum Fernsehen musste und da konnte ich ja nicht mit einer Büchse Bier hin. Aber ich werde mir nachher im Hotel noch ein Glas Wein genehmigen.»

Diesen Genuss musste er sich hart verdienen. Sein Team war beim portugiesischen Rekordmeister zwar optimal in die Partie gestartet und durch Mohamed Elyounoussi in der 5. Minute in Führung gegangen. Doch anstatt, dass dieses Resultat dem FCB in die Karten gespielt hätte, liess er sich plötzlich ungewollt zu weit zurückdrängen. Und liess seinen Trainder leiden. «Die Zeit wollte einfach nicht zerrinnen», so Wicky, «das waren die längsten 90 Minuten in meiner Zeit als Trainer.»

Nach 5 Monaten unter den Top 16 Europas

Erschwerend kam unmittelbar vor der Pause hinzu, dass aus Manchester die Kunde von der 1:0-Führung von ZSKA Moskau überbracht wurde, «das waren News, die man natürlich nicht gerne hört.» Einige Korrekturen hätten sie danach angebracht und eine klare Message: «Wir wussten, dass wir noch einmal 45 Minuten leiden müssen.» Erlösend dann das 2:0 und die praktisch gleichzeitige Mitteilung aus England, das aus dem 0:1 ein 2:1 für Manchester geworden war.

Ende gut, alles sehr gut. Nach fünf Monaten als Trainer im Erwachsenenfussball steht Raphael Wicky mit seinem Team bereits in den Achtelfinals der Champions League. Eine perfekte Fortsetzung einer Zeit, die mit einem Auswärtsspiel bei Manchester United, im Old Trafford und gegen José Mourinho, schon sehr speziell begonnen hatte. Wie viele seiner Spieler wirkte auch er noch etwas ungläubig: «Ich muss es auch zuerst verarbeiten, alles ging extrem schnell. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, auf den Staff, ich arbeite sehr eng mit ihnen zusammen, Ich brauche keine, die nur Hütchen aufstellen, sondern solche, die ihre Meinung sagen. ich freue mich auch für die Fans, für Basel, dass wir alle diese Emotionen erleben dürfen.»

In der Stunde des Triumphs war natürlich kein Thema mehr, dass der Einstieg Wickys überhaupt nicht auf eine solche Zwischenbilanz hingedeutet hatte. Vergessen all die Kritiken und die teils unverblümten Forderungen nach seiner Ablösung im September. Ihm selber war es gelungen, jene Phase gelassen zu nehmen. Auch dank einer speziellen Massnahme. «Es war sicher gut, dass ich keine Zeitungen zum FC Basel lese. Mir reicht es vollkommen, wenn ich mich jeden Tag mit meinem Staff austausche. So sind wir ruhig geblieben.»

Erstellt: 06.12.2017, 01:50 Uhr

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