Das wird ein Nervenspiel

An der Europameisterschaft trifft die Schweiz ausgerechnet auf Albanien. Etwas anderes als eine Schweizer Achtelfinalqualifikation wäre trotzdem eine Enttäuschung.

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Es kam, wie es wohl einfach kommen musste. Als David Trezeguet um 18.49 Uhr das von ihm für Gruppe A gezogene Zettelchen endlich aufgenestelt hatte, stand fest: Die Schweiz wird an der Europameisterschaft auf Albanien treffen. Ausgerechnet also auf jenes Team also, auf das die Schweizer liebend gerne verzichtet hätten. «Oh nein, bitte nicht», hatte Valon Behrami vor der Auslosung gestöhnt. Und Granit Xhaka meinte: «Nur nicht Albanien!»

Jetzt trifft Granit auf seinen älteren Bruder Taulant Xhaka. Mit ihm auf möglicherweise nicht weniger als neun weitere albanische Nationalspieler, die entweder den Schweizer Pass besitzen oder in der Schweiz aufgewachsen sind. Und dann sind da noch die Schweizer Nationalspieler mit albanischen Wurzeln. Xhaka, Behrami und Xherdan Shaqiri.

Die Diskussion über «richtige» und «falsche» Schweizer

Damit steht fest: Der erste Auftritt der Schweizer an dieser EM wird zum Nervenspiel. Die mediale und auch die sonstige Aufregung wird riesig werden. Kaum zu verhindern, dass die leidige Diskussion von «richtigen» und «falschen» Schweizern wieder auflodert.

Gefordert sein werden nicht nur die drei Schweizer Spieler mit albanischen Wurzeln. Sondern auch Nationaltrainer Vladimir Petkovic. Er führt das erste Mal eine Mannschaft an eine Endrunde, an der die Medien jeden Tag etwas finden müssen, worüber sie berichten.

Bislang ist der Nationaltrainer durch eine gewisse Dünnhäutigkeit im Umgang mit der Presse aufgefallen. Nun wird er sich schon vor dem ersten Spiel mit einer riesigen Aufregung konfrontiert sehen. Eine echte Belastungs- und Bewährungsprobe für Petkovic.

Ein Aus in der Gruppenphase wäre eine Enttäuschung

Haben die Schweizer ihre Nerven im Duell mit den Albanern im Griff, dürfen sie in diesem Spiel als klare Favoriten gelten. Die Rumänen versprühen ebenfalls nicht mehr den Glanz der goldenen Generation mit Gheorghe Hagi. Sie sind in ihrer Gruppe auf Rang zwei gelandet - hinter Nordirland.

Und auf die gastgebenden Franzosen trifft die Schweiz erst im letzten Gruppenspiel. Dann, wenn die Franzosen bereits als Achtelfinalist feststehen könnten - und möglicherweise ihre besten Leute schonen.

Alles andere als eine Schweizer Qualifikation für die Achtelfinals also wäre eine schwere Enttäuschung. Zumal nicht nur die beiden Erstplatzierten, sondern auch die vier besten Gruppendritten die K.o-Phase erreichen.

Erstellt: 12.12.2015, 19:32 Uhr

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