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Degen brilliert bei YB-Triumph

Die Young Boys haben sich in der Europa League eindrücklich zurückgemeldet. Dank einem beherzten Auftritt und einem überragenden David Degen schlugen sie Getafe 2:0.

Doppeltorschütze David Degen lässt sich feiern.
Doppeltorschütze David Degen lässt sich feiern.
Keystone

Das erste Heimspiel in der Gruppenphase eines internationalen Wettbewerbs ist den Young Boys gelungen. Sie zeigten wie gefordert eine Reaktion auf den schwachen Auftakt vor zwei Wochen in Stuttgart (0:3) und sind mit dem Sieg gegen den spanischen Vertreter wieder auf Kurs.

Der zweite Gruppenrang, den sich die Young Boys zum Ziel gesetzt haben, ist realistisch. Vor allem, weil YB in den nächsten beiden Partien zuerst im Stade de Suisse (21. Oktober) und dann auswärts (4. November) auf die Dänen aus Odense, den vermeintlich schwächsten Gegner, treffen wird.

Degen betreibt Werbung in eigener Sache

Wohl mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass Ottmar Hitzfeld am Freitag das Aufgebot für die nächsten EM-Qualifikationsspiele in Montenegro und gegen Wales bekannt geben wird, überragte ein YB-Spieler alle anderen: David Degen. Er betrieb mit seinen Toren 4 und 5 im 38. Europacup-Einsatz Werbung in eigener Sache. Beide Male wurde der Baselbieter von Rechtsverteidiger Scott Sutter ideal lanciert und schloss kaltblütig ab. «Der Matchwinner zu sein, ist ok. Wichtig waren die drei Punkte», so der Doppeltorschütze. «Nach dem 2:2 gegen Thun weiss man, dass es uns in der Meisterschaft nicht läuft. Deshalb mussten wir ein Zeichen setzen. Das ist uns gelungen.»

Besonders wichtig aus Berner Sicht war das 1:0. YB strebte den Führungstreffer sofort an und wurde früh dafür belohnt. Sutters Dribbling war der geschickte Pass auf Degen gefolgt. Das Glück beanspruchten die Young Boys in der Folge nur zweimal. François Affolter klärte in der 20. Minute für den bereits umspielten Goalie Marco Wölfli auf der Linie, in der 32. Minute rettete Wölfli gegen Miku. Der Nationalkeeper war stets ein sicherer Rückhalt.

Die Entscheidung fiel mit Degens zweitem Tor. Der Flügel behielt im Strafraum nach einem neuerlichen Zuspiel von Sutter gegen drei Gegenspieler die Übersicht und traf in der 64. Minute mit der Fussspitze zum 2:0. Der Treffer beruhigte das Geschehen weitgehend.

Getafe für Arroganz bestraft

Getafe, das im Vergleich zum 2:1-Auftaktsieg gegen Odense vor zwei Wochen mit sechs neuen Spielern begann, wurde für eine gewisse Arroganz bestraft. Das Team des ehemaligen Real-Regisseurs Michel führte technisch die feinere Klinge, die überraschenden Momente im Spiel des Madrider Vorstadtklubs blieben aber weitgehend aus. Dass Getafe Mühe hatte, die Ausfälle von fünf Stammspielern zu verkraften, war offensichtlich. Doch dass Michel eine weiteren bewährten Kräften eine Ruhepause gönnte, war aus der Optik der spärlich anwesenden spanischen Supporter nicht zwingend nachvollziehbar. Michel wird auch seinen zweiten Auftritt im Regen von Bern in schlechter Erinnerung behalten. Mitte September 1986 hatte er mit Real Madrid gegen die Young Boys 0:1 verloren.

YB verdiente sich den Sieg, weil es, wie in den vorherigen Europacup-Heimspielen gegen Fenerbahçe Istanbul (2:2) und Tottenham (3:2) die Initiative nicht dem Gegner überliess. «Wir probieren gegen alle Konkurrenten, das Heft in die Hand zu nehmen. In der Vorwärtsbewegung waren wir immer gefährlich, dazu haben wir die Tore in den entscheidenden Momenten erzielt», fasste Christoph Spycher das Geschehen zusammen. Nun gilt es für die Young Boys, die Leistung in der nationalen Meisterschaft zu bestätigen. Der nächste Gradmesser heisst am Sonntag Luzern.

si

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