Del Curtos Klopp-Schelte wirft in Deutschland hohe Wellen

Der Davoser Eishockeyerfolgstrainer übte in einem Interview scharfe Kritik an Dortmunds Fussballcoach Jürgen Klopp. Das sorgt mitunter für bissige Kommentare.

Davos-Trainer Arno del Curto übte scharfe Kritik an Dortmunds Trainer Jürgen Klopp.

Davos-Trainer Arno del Curto übte scharfe Kritik an Dortmunds Trainer Jürgen Klopp. Bild: Keystone

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Arno Del Curto, der in den Finalplayoffs gegen den ZSC das Break schaffte und in der Serie nun mit 2:1 führt, gab vor den Ostern der NZZ ein Interview, in dem er Dortmunds Trainer Jürgen Klopp scharf kritisierte. «Letztlich muss jeder selber lernen zu verlieren, aber auch lernen zu gewinnen, ohne dabei abzuheben. Schauen Sie das Beispiel des Dortmund-Trainers Jürgen Klopp an: Er liess seine Mannschaft so grossartig spielen. Dann wurde er grösser als sein Team. Dass die Spieler davon früher oder später die Schnauze voll haben, ist absehbar.»

Er gebe Interviews wie dieses. Das gehöre zum Geschäft. «Aber sonst? Wie oft sehen Sie mich in Fernsehsendungen oder in der ‹Schweizer Illustrierten›? Klopp war überall. Er ist gleich berühmt wie die Bundeskanzlerin. Das sehen die Spieler, und irgendwann kommt das zurück.»

Schade, dass die zutreffende Analyse aus dem Ausland kommt

Sätze, die im deutschen Fussball prompt hohe Wellen schlugen. «Heftige Kritik an Jürgen Klopp (47)! Woher? Aus der Schweiz – und dann auch noch von einem Eishockey-Coach...», meint das Millionenblatt «Bild». Die Schweizer Trainer-Ikone, die mit dem HC Davos fünf Meistertitel geholt habe, rege sich über das öffentliche Auftreten der Dortmunder Trainer-Ikone auf.

Die bissigen Kommentare von Leserseite blieben denn auch nicht aus und fielen für Del Curto sowohl positiv als auch negativ aus. «Endlich spricht mal jemand das Hauptproblem im Innenverhältnis des BVB aus. Klopp stellt sich über das Team, kein Wunder, dass das einigen sauer aufstösst, besonders den Weltmeistern. Schade nur, dass diese zutreffende Analyse aus dem Ausland kommen muss», meint einer. Ein anderer doppelt nach: «Peinliche Pressekonferenzen (ich würde jetzt nicht gegen uns spielen wollen), cholerische Anfälle an der Seitenlinie und Metylan-Werbemännchen. Und da muss erst ein Schweizer kommen, um zu sagen, was alle sehen?»

«Es braucht einen Schweizer, um die Wahrheit auf den Tisch zu bringen»

Und wieder gibt einer Del Curto absolut recht: «Ein Interview, das jeden BVB-Kunden zutiefst verletzen muss. Die reinen und wunderbar unverblümten Worte der faktischen Gemengelage werden hier einfach nur hervorragend transportiert und erklären den aktuellen Status quo der Allianz Klopp/BVB, unter dem nicht nur der sportliche Erfolg, sondern das gesamte Erscheinungsbild BVB leidet.» Es brauche wohl wie so oft einen Schweizer, um die Wahrheit auf den Tisch zu bringen und richtig zu analysieren, meint ein weiterer User. «Klopp ist vorbei... Schade, er war wirklich auf einem guten Weg, aber zu viel Böller und Blabla haben seine Glaubwürdigkeit ruiniert.»

Auch «Fokus online» nimmt das Interview auf und schaltete zahlreiche Kommentare der Leser auf, die für Del Curto eher negativ ausfielen. «Ich gebe hier vielen verblendeten Dortmund-Fans recht! Man braucht keinen Schweizer für so eine Einschätzung. Jeder mit ein bisschen Ahnung von der Thematik hat das doch schon längst selber bemerkt», stellt einer fest.

Wer bitte ist Arno Del Curto?

Von einer interessanten Einschätzung des Schweizer Kollegen schreibt ein anderer und meint: «Aber jetzt mal Hand aufs Herz: 1. Wer bitte ist Arno Del Curto? Bin sehr sportinteressiert und verbringe einen nennenswerten Teil meiner Freizeit mit dem Konsum von Sportjournalismus, aber der Name Arno Del Curto ist mir nicht geläufig. 2. Trainer des Jahres... in der Schweiz... also bitte. Das ist doch keine Referenz. Wenn man sich eine Woche lange nicht in die Hose scheisst, wird man das doch auch kaum als herausragende Leistung bezeichnen. 3. Eigentlich sollten die ersten beiden Punkte bereits genügen, diesen Del Curto als frustrierten Spinner zu betrachten. Vielleicht möchte er auch, dass ihn mehr als die 29 Personen und diverse Kühe auf seiner Alm kennen. Vermutlich ist er neidisch auf das üppige Einkommen von Herrn Klopp. Wer weiss.»

«Da spricht doch der blanke Neid! Von diesem Mann hat doch noch nie jemand was gehört. Ich wusste gar nicht, dass man in der Schweiz überhaupt Eishockey spielt? Klar, dass für den kein Unternehmen auch nur einen Pfifferling ausgibt. Also, Herr Del Curto, beim nächsten Mal vor solchen Äusserungen den Verstand benutzen», meint eine andere Stimme. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.04.2015, 14:14 Uhr

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