Dem FCB missglückt die Revanche

Bei der Neuauflage des letztjährigen Cupfinals zeigte der FC Sion über weite Strecken den grösseren Siegeswillen. Letztendlich setzte sich der Titelverteidiger im Penaltyschiessen durch.

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Der vorweg genommene Cupfinal, so dachten viele, als dem FC Basel schon im Viertelfinal der Titelverteidiger FC Sion zugelost wurde. Schliesslich war es die Neuauflage des letztjährigen Endspiels, das dem FCB die Chance zur Revanche bot. Von solchen Gelüsten war aber ebenso wenig zu merken wie von den Energiereserven, die eigentlich für die Basler hätten sprechen sollen – sie konnten im Europa-League-Spiel vom Donnerstag einige Kräfte schonen, ganz im Gegensatz zu den Sittenern. Dennoch präsentierten die Walliser von Beginn weg mehr Biss, Wille und Zug nach vorn als der Schweizer Meister.

Die Führung durch Pa Modou war zwar denn auch nur die logische Konsequenz, aber nicht regelkonform. Der Aussenverteidiger stand sowohl bei Kouassis Hereingabe als auch bei Lacroix' Kopfballverlängerung offside, bevor er den Ball unter die Latte donnerte (37.). «Wenn der Schiedsrichter nicht pfeift, dann ist es ein Tor», meinte der Torschütze schmunzelnd. Doch das hatte auf die Gäste nicht etwa die Wirkung eines Weckrufs, sondern die Basler mussten froh sein, die restlichen Minuten bis zum Halbzeitpfiff nicht ohne weiteren Gegentreffer zu überstehen. Danach steigerte sich Rotblau zumindest in Sachen Kampf, der Cupfight drohte auszuarten. Als dann der Fussball wieder vernünftig rollte, schlug Sion erneut zu. Nach einem Ballverlust von Matias Delgado schaltete der Cupsieger blitzschnell um, Kouassi lancierte Ebenezer Assifuah, der Mirko Salvi durch die Beine bezwang.

Sion nun gegen den FCZ

Der FCB war angezählt. Einmal mehr hatte er sich mit einer mangelhaften Einstellung in eine unangenehme Situation gebracht. 0:2 im Cup auswärts gegen Sion hinten zu liegen, das ist ziemlich das Schlimmste. Aber es zeichnet die Basler in dieser Saison aus, dass sie immer irgendwie eine Antwort finden. So auch diesmal. Ein gut getretener Freistoss von Mohamed Elneny (79.) und ein souverän verwandelter Foulelfmeter von Marc Janko nach Foul an Breel Embolo (89.) brachte Basel wieder ins Geschäft – die Wende aber schaffte der FCB nicht mehr. In der Verlängerung wurden die Verschleisserscheinungen auf beiden Seiten offensichtlich, das Elfmeterschiessen war absehbar. Dort waren nicht etwa die Torhüter entscheidend, sondern die Nerven der Schützen. Ziegler scheiterte für Sion, Samuel und Bjarnason für den FCB – Pa Modou schoss das ganze Wallis mit dem letzten Penalty ins Glück.

Während der FC Sion im März im Halbfinal wiederum zuhause auf den FC Zürich trifft, kann sich der FC Basel auf Meisterschaft und Europa League konzentrieren. «Schade, wir haben uns mit zunehmender Dauer immer besser eingestellt und standen in der Verlängerung näher am Siegtreffer», haderte Urs Fischer mit der «Glückssache» Penaltyschiessen. Die Art und Weise des Ausscheidens war ehrenhaft für den FCB. Deshalb wird sie sich wohl nicht zu negativ auf die erste Halbjahresbilanz unter dem neuen Trainer auswirken. Dennoch hat der FCB in der ersten Saisonhälfte zwei Ziele verpasst: Man wollte in die Champions League und in den Cupfinal. Ersteres konnte man mit einer überzeugenden Europa-League-Gruppenphase einigermassen auffangen, für letzteres gibt es nur einen Trost – den Meistertitel, der die direkte Champions-League-Qualifikation bedeutet. Und immerhin entlastet das frühe Ausscheiden aus dem Cup den Basler Frühjahreskalender.

FC Sion - FC Basel 2:2 (1:0, 2:2); Sion 4:3-Sieger im Penaltyschiessen
9200 Zuschauer. – SR Klossner. – Tore: 37. Pa Modou (Lacroix) 1:0. 66. Assifuah (Kouassi) 2:0. 79. Elneny 2:1. 89. Janko (Foulpenalty) 2:2. – Penaltyschiessen: Elneny 0:1, Bia 1:1; Janko 1:2, Ziegler verschiesst (Latte); Bjarnason verschiesst, Salatic 2:2; Samuel verschiesst (Latte), Carlitos 3:2; Callà 3:3, Pa Modou 4:3.
Sion: Vanins; Zverotic, Lacroix, Ziegler, Pa Modou; Kouassi, Salatic; Follonier (84. Adao), Fernandes, Carlitos; Assifuah (77. Bia).
Basel: Salvi; Xhaka (34. Samuel), Lang, Suchy, Safari; Elneny, Zuffi (72. Callà); Embolo, Delgado (69. Albian Ajeti), Bjarnason; Janko.
Bemerkungen: Sion ohne Ndoye, Rüfli (beide gesperrt), Konaté, Zeman, Karlen und Mboyo (alle verletzt). Basel ohne Vaclik, Vailati, Degen, Hoegh, Akanji und Gashi (alle verletzt). 34. Xhaka verletzt ausgewechselt; danach Samuel in der Innenverteidigung, Lang auf der rechten Abwehrseite. 44. Lang wehrt Schuss von Assifuah auf der Torlinie ab. Verwarnungen: 33. Delgado (Foul). 50. Lang (Unsportlichkeit). 54. Samuel (Foul). 54. Salatic (Reklamieren). 68. Kouassi (Foul). 78. Bjarnason (Reklamieren). 84. Adao (Foul). 91. Elneny (Foul). 96. Safari (Foul). 113. Lacroix (Reklamieren). 116. Fernandes (Foul). 120 Janko (Unsportlichkeit).

Erstellt: 13.12.2015, 19:05 Uhr

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