Der Appell von Yann Sommer

Der Goalie fordert vor dem Qualifikationsspiel gegen Gibraltar, dass die Schweiz sich wieder hinter ihrer Nationalmannschaft vereint.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Pressekonferenz vor dem Spiel der Schweiz gegen Gibraltar ist eigentlich schon abgeschlossen. Die wichtigsten Fragen scheinen gestellt, als Yann Sommer noch das Wort ergreift. Sommer sitzt oben auf dem Podium, das in einer Turnhalle hoch über Montreux steht, rechts von ihm hat er Nationalcoach Vladimir Petkovic. Eine Viertelstunde hat der Termin gedauert, da sagt der Goalie: «Ich möchte noch etwas sagen.»

Eineinhalb Minuten dauert schliesslich sein Monolog, und die Botschaft heisst: Wir müssen alle alles und alles zusammen machen, damit die Schweiz Erfolg hat. Es ist die Erinnerung an die Worte, die Petkovic vor der EM 2016 wählte. Auch damals war es unruhig gewesen rund um die Mannschaft, und er malte das Bild vom Boot, in dem alle sitzen würden: Trainer, Spieler, Journalisten. Was er dabei falsch verstand, war die Rolle der Journalisten.

«Okay, wir sind die Schweiz»

Sommer sagt nun, es sei für alle eine intensive Woche gewesen: für die Journalisten, die wohl wunde Finger hätten, und für sie, die Spieler, sei es zum Teil auch anstrengend gewesen. Das Aber ist eingeleitet: «Für mich hat es eine Dimension angenommen, die mir einfach zu gross ist.» Er sagt es nicht, aber meint es: all die Artikel, die im Zusammenhang mit Xherdan Shaqiri geschrieben worden sind.

Darum fährt er mit Blick auf die Journalisten weiter: «Ich möchte euch nochmals daran erinnern, was wirklich wichtig ist. Uns ist wichtig, auch für euch und für die Schweiz, dass wir uns als Mannschaft für die EM qualifizieren.» Er erinnert an die Turniere, welche die Schweiz in den vielen letzten Jahren bestritten hat, an die vielen «tollen Spiele». Er erzählt davon, wie er bereits jetzt die Journalisten vor seinem geistigen Auge sehe, wie sie im nächsten Sommer in Rom auf einer Piazza sitzen, Cappuccino schlürfen und wie sie wissen, dass die Schweiz nachher ein EM-Spiel bestreitet. Sommer will sagen: Auch ihr profitiert von uns.

«Egal, was gesagt, was geschrieben wurde», sagt Sommer, «das Wichtigste ist die Schweiz. Wir wollen eine erfolgreiche Qualifikation spielen und dieses Turnier erreichen. Mir ist wichtig, dass wir alle zusammen auf den gleichen Weg kommen. Dass wir alle zusammen wissen: Okay, wir sind die Schweiz.»

Ein paar Sekunden von den eineinhalb Minuten bleiben noch, Sommers zwei letzte Sätze stehen. Die heissen: «Das war mir wichtig, dass ich das heute sagen kann. Dass wir jetzt einen Punkt machen können.» (ths.)

Erstellt: 07.09.2019, 18:21 Uhr

Artikel zum Thema

Shaqiri in der Zwickmühle

Analyse Obwohl er in Irland fehlte, ist Xherdan Shaqiri bei der Schweiz ein besonderes Thema – Granit Xhaka zwingt seinen Teamkollegen mit einer Äusserung dazu, sich im Nationalteam zu erklären. Mehr...

Unmöglich, dass Shaqiri jetzt noch Captain wird

Kommentar Mit seinem Angebot, Xherdan Shaqiri das Captain-Bändeli abzugeben, erreicht Granit Xhaka genau das Gegenteil. Mehr...

Xhaka: «Shaqiri kann das Captain-Bändeli haben, wenn er will»

Granit Xhaka bietet seinen Rücktritt als Captain an, wenn er so Xherdan Shaqiri zurück ins Nationalteam holen kann. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Grosser Sammelspass für die ganze Familie

Perfekt für kalte Wintertage: Bei jedem Einkauf Marken sammeln und gegen exklusive «Disney Winterzauber»-Prämien von Coop eintauschen!

Kommentare

Die Welt in Bildern

Fast wie auf der Titanic: Ein Liebespaar betrachtet die untergehende Sonne im untergehenden Venedig (17. November 2019).
(Bild: Luca Bruno) Mehr...