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«Der Dank geht an Urs Fischer»

Medial wird der Schweizer Trainer nach dem Aufstieg von Union Berlin vor allem in der deutschen Hauptstadt abgefeiert. Im Netz verneigen sich viele vor ihm.

Dder Aufstiegstraum ist in Erfüllung gegangen: Max Ohlert von der «Berliner Zeitung» hat gewusst, was kommt – und Union-Trainer Urs Fischer hat von der ersten bis zur letzten Sekunde daran geglaubt.
Dder Aufstiegstraum ist in Erfüllung gegangen: Max Ohlert von der «Berliner Zeitung» hat gewusst, was kommt – und Union-Trainer Urs Fischer hat von der ersten bis zur letzten Sekunde daran geglaubt.
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Der «Berliner Kurier» baut das Zitat des Schweizer Coachs gleich in den Titel ein, weil er dann so .... ist.
Der «Berliner Kurier» baut das Zitat des Schweizer Coachs gleich in den Titel ein, weil er dann so .... ist.
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Und SRF betitelt ihn kurzerhand als den «Hauptmann von Köpenick».
Und SRF betitelt ihn kurzerhand als den «Hauptmann von Köpenick».
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Für die einen ist er ein Fussballgott, für andere ein Held oder schlicht «grande». Mit der «Wunderwuzzi aus der Schweiz» hat ihm ein hiesiger Hobby-Schiedsrichter einen besonderen Übernamen verpasst. Von «eusä käptn» oder «sympathisch ‹unser› Urs Fischer» wird im Netz geschrieben. Aus Sicht von watson.ch hat sich der Schweizer Trainer «bei Union Berlin unsterblich» gemacht und das SRF betitelt ihn als den «Hauptmann von Köpenick». Die «NZZ» hebt hervor: «Der oft unterschätzte Schweizer Trainer führt den Berliner Kultclub zum grössten Erfolg der Geschichte» und huldigt den 53-Jährigen entsprechend. Klar, dass der Coach hierzulande medial hochgejubelt wird, nachdem er den 1. FC Union Berlin am Montagabend erstmals in der Vereinsgeschichte in die Bundesliga geführt hatte.

Die deutschen Medien stellen die Ereignisse der Aufstiegsfeier in der Nacht auf Dienstag in den Vordergrund. Beispielsweise den Aspekt, dass sich Union-Clubpräsident Dirk Zingler während dem historischen Moment nicht im Getümmel, sondern auf dem stillen Örtchen befand. Er erlebte den Abpfiff offenbar nicht, «da war ich mit meiner Frau weg, sie auf der Damentoilette und ich auf der Herrentoilette», wird Zingler zitiert. Vor den Toiletten habe er dann mit seiner Liebsten abgeklatscht.

Die Zeitungen im Grossraum Berlin gehen allerdings schon darauf ein, was Fischer mit seiner Mannschaft erreicht hat (siehe Bildstrecke oben). Allen voran der «Berliner Kurier» windet dem Schweizer ein Kränzchen: «Der Dank geht an Urs Fischer, Oliver Ruhnert und das Team, an jeden einzelnen Mitarbeiter des Clubs bis hin zum Greenkeeper.» Im Kommentar ist weiter zu lesen: «Die Eisernen sind jetzt das 56. Mitglied in diesem elitären Zirkel, der fünfte Berliner Club nach Hertha BSC, TeBe, Blau-Weiss 90 und Tasmania.» Daraufhin zählt die Boulevardzeitung gleich fünf Ziele für die erste Saison in der Bundesliga auf, wobei zwei – «wieder Stadtmeister werden» und «den Klassenerhalt schaffen» – Vorrang haben. «Falls das nicht klappt, eine Fahrstuhlmannschaft werden», schlägt der Autor weiter vor.

«Habe immer daran geglaubt»

Fischer selbst zeigte sich nach dem 0:0 gegen Stuttgart bescheiden, so wie man es sich von ihm gewohnt ist. «Fantastisch. Ich mag es dem Verein, dem tollen Publikum, jedem einzelnen Mitarbeiter total gönnen», betonte er noch auf dem Rasen gegenüber Eurosport. Von einer Bierdusche völlig durchnässt und den positiven Emotionen getragen fand der Trainer lobende Worte: «Der ganze Verein hat einfach alles für diesen Erfolg getan. Es war eine tolle Leistung der Mannschaft, auch wenn wir in der ersten Halbzeit wirklich unsere Probleme hatten. Aber ich habe immer daran geglaubt, dass wir es schaffen können.»

Video: Urs Fischer bedankt sich

Zeigt sich an der Pressekonferenz überglücklich: Der Schweizer hebt «von der Wäschefrau bis zur Marketingabteilung» das Kollektiv hervor. (Video: Eurosport)

Auch später an der Pressekonferenz ging Fischer noch einmal darauf ein, dass er immer an den Aufstieg geglaubt habe. Zuerst sprach er von einem «guten Fight zweier Mannschaften, die alles gegeben haben» und sagte, dass Stuttgart in der ersten Halbzeit eigentlich hätte in Führung gehen müssen. «Da hatten wir wirklich Glück, dass wir im Spiel geblieben sind.» Danach bedankte sich Fischer «von der Wäschefrau bis in die Marketingabteilung» bei allen für die Unterstützung und vergass dabei natürlich auch die Fans nicht.

Video: Die Fans feiern den Schweizer

Nach dem Aufstieg wird Trainer Fischer geehrt: Die Anhänger von Union Berlin stimmen im Stadion seinen Namen an. (Video: Moritz Marthaler)

Während die Spieler mit grossen Biergläsern durch die Stadionkatakomben liefen und sich nach zehn Jahren in der 2. Bundesliga über das Geschaffte freuten, sagte Fischer: «Ich geniesse jetzt den Moment, alles andere wird sich irgendwie ergeben.» Am Mittwoch soll dann mit den Fans noch einmal gross gefeiert werden. Schiffsfahrt auf der Spree und Empfang auf dem Köpenicker Rathausbalkon inklusive. Danach geht es bis spät in den Abend wieder ins Stadion.

Das «Einfach geil» bleibt

«Es ist einfach geil», hatte Fischer nach der Partie gesagt. Dieses Zitat wird ihn in den kommenden Tagen bestimmt noch begleiten. Im Netz wird er auch dafür gefeiert und der eine oder andere Schweizer wünscht sich, der Trainer würde in seine Heimat zurückkehren:

(SDA)

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