Der FC Basel verspielt in Lugano ein 2:0

Der FCB schafft auch im vierten Versuch keinen Auswärtssieg in der Super League – nur 2:2 in Lugano. Sion siegt unter Murat Yakin erstmals.

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Der Weg zurück zum alten Selbstverständnis ist für den FC Basel weit. Das wurde in Lugano, eine Woche nach der 1:7 Abfuhr in Bern, nochmals deutlich. Gegen einen kämpferischen, aber spielerisch limitierten Gegner gab der FCB einen Zweitore-Vorsprung aus der Hand. «Das darf nicht passieren», sagte Albian Ajeti kategorisch und machte für den Einbruch fehlendes Selbstvertrauen und mangelnde Cleverness verantwortlich.

Ajeti schien mit dem 2:0 in der 50. Minute den Sieg des FC Basel gesichert zu haben. Die Gäste wurden für zwei gute Startphasen in die Halbzeiten belohnt: zunächst durch den Treffer von Luca Zuffi (9.) und dann durch jenen des nunmehr dreifachen Saisontorschützen Ajeti. Neben diesen beiden schönen Toraktionen bot der FCB aber wenig, zu wenig. Es fehlte das Selbstvertrauen, um das Spiel konsequent in die eigene Hand zu nehmen. Zu oft reagierte der FC Basel im Tessin, anstatt selbst zu agieren.

Eine klare Abseitsposition

Gerade nach der ersten Führung war Basel zu sehr darauf bedacht, den Vorsprung zu halten. Womöglich hätte der FCB etwas an Sicherheit gewonnen, wenn der Zweitore-Vorsprung länger bestand gehabt hätte. Nur zwei Minuten nach dem 2:0 erzielte Lugano nach einem Freistoss den Anschlusstreffer. Dass der Treffer von Miroslav Covilo aus klarer Abseitsposition erzielt wurde, passte zum Nachmittag des FC Basel, hätte ihn aber noch vor wenigen Monaten nicht aus der Fassung gebracht.

Lugano, das bis dahin fast nichts zustande gebracht hatte, witterte seine Chance nach dem 1:2 und nahm das Spiel in die Hand. In der 82. Minute kämpften sich die Tessiner richtiggehend durch den Basler Strafraum bis zum Abschluss und Tor von Carlinhos.

Trainer Guillermo Abascal kann für sich unter anderem in Anspruch nehmen den Torschützen zum 2:2 und den Vorlagengeber (Petar Brlek) eingewechselt zu haben. Der junge Coach steht derzeit unter grossem Druck von seinem Präsidenten Angelo Renzetti, der in den ersten Minuten der Partie unerlaubterweise auf der Trainerbank sass. Der vierte Offizielle verwies ihn schliesslich auf die Tribüne.

Sion feiert den ersten Sieg unter Yakin

Im dritten Spiel unter Trainer Murat Yakin erringt Sion verdientermassen den ersten Sieg. Die Walliser setzen sich als klar besseres Team beim FC Luzern 3:1 durch. Sions Steigerung unter Yakin ist unverkennbar. Der 1:4-Niederlage in Thun, bei der Yakin die Mannschaft wegen einer Sperre nicht coachen durfte, folgte das 1:2 daheim gegen den FC Zürich. Diese Partie verloren die Sittener mit viel Pech – besonders in der Schlussphase.

In Luzern wurden die Walliser für eine tadellose Leistung belohnt. Sie traten so auf, wie es einem Gastteam gut ansteht: in Führung gehen, absichern, ohne sich zurückdrängen zu lassen - und jede Möglichkeit für einen Gegenstoss wahrnehmen.

Noch mehr als im Match gegen den FCZ setzte Trainer Yakin auf die Jugend. Der Franzose Yassine Fortune, der bereits bewährte Senegalese Moussa Djitté sowie in der Mitte der Brasilianer Itaitinga bildeten den Sturm der Teenager. Alle drei wurden ausgewechselt, aber keiner vor Mitte der zweiten Halbzeit.

Der beste Teenager agierte hinter den drei Stürmern und war der Mann des Spiels: Bastien Toma, 19-jähriges Sittener Eigengewächs. Er bereitete das 1:0 und das 3:1 vor und erzielte - nach einem mustergültigen Konter über Xavier Kouassi und Ermir Lenjani - das 2:0 selbst.

René Weilers Aufgaben

Der FC Luzern hat nach dem 1:0-Sieg in St. Gallen und dem 2:1-Erfolg daheim gegen GC nunmehr dreimal in Folge verloren. Die Luzerner waren den Sittenern individuell unterlegen. Zum mässigen Auftritt gesellte sich eine ungenügende Chancenauswertung. Stürmer Blessing Eleke beispielsweise vergab zwei grosse Möglichkeiten. Bei der besseren hätte er kurz nach dem 0:2 das sofortige Anschlusstor erzielen müssen. Aber sein Abschluss allein vor Goalie Kevin Fickentscher war überhastet.

René Weiler wird in den nächsten Wochen viel Arbeit haben. Vielleicht beginnt er damit schon vor dem Match vom nächsten Wochenende in Bern gegen YB.

Telegramme:

Lugano - Basel 2:2 (0:1)

4364 Zuschauer. - SR Erlachner. - Tore: 9. Zuffi (Ajeti) 0:1. 50. Ajeti (Frei) 0:2. 52. Covilo (Vecsei) 1:2. 82. Carlinhos (Brlek) 2:2.

Lugano: Da Costa; Yao, Sulmoni, Amuzie; Covilo; Masciangelo, Sabbatini, Vecsei (56. Brlek), Crnigoj (88. Abedini); Gerndt, Bottani (56. Carlinhos).

Basel: Hansen; Widmer, Cömert, Frei, Riveros; Zuffi (91. Pululu), Xhaka, Serey Die, Bua (68. Okafor); Ajeti, Van Wolfswinkel.

Bemerkungen: Lugano ohne Daprelà (gesperrt), Mihajlovic, Kecskes, Macek, Manicone, Muci und Piccinocchi (alle verletzt). Basel ohne Balanta (gesperrt), Campo, Omlin, Stocker, Suchy und Zambrano (alle verletzt). Verwarnungen: 19. Covilo. 39. Vecsei. 78. Sabbatini (alle Foul). 91. Gerndt (Unsportlichkeit).

Luzern - Sion 1:3 (0:1)

13'626 Zuschauer. - SR Tschudi. - Tore: 14. Djitté (Toma) 0:1. 54. Toma (Lenjani) 0:2. 62. Ugrinic (Schneuwly) 1:2. 64. Fortune (Toma) 1:3.

Luzern: Salvi; Kakabadse (80. Demhasaj), Knezevic (73. Juric), Schulz, Grether; Gwilja, Voca; Schneuwly, Ugrinic, Schürpf (60. Vargas); Eleke.

Sion: Fickentscher; Ndoye, Neitzke, Raphael; Maçeiras, Kouassi, Toma, Lenjani; Fortune (71. Kasami), Itaitinga (65. Adryan), Djitté (87. Song).

Bemerkungen: Luzern ohne Cirkovic, Lustenberger, Rodriguez, Ndenge (alle verletzt), Schmid, Sidler und Feka (alle nicht im Aufgebot). Sion ohne Mitrjuschkin, Carlitos, Kukeli, Abdellaoui, Grgic, Acquafresca, Angha, Zock (alle verletzt), Philippe, Baltazar und Nasser (alle nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 45. Toma (Foul), 53. Djitté (Foul), 87. Raphael (Foul).
(sda)

Erstellt: 30.09.2018, 19:48 Uhr

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