Uli Forte zwischen Freude und Trauer

Mit dem 4:0 in Wil hat der FC Zürich zum Siegen zurückgefunden. Der FCZ-Trainer war dennoch nicht ganz glücklich.

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Natürlich hätte die Stimmung nach Matchende kaum unterschiedlicher sein können. Auf der einen Seite die Wiler, die sich vor allem darüber erklären mussten, wie es denn nun weitergeht. Vize-Präsident Roger Bigger, nach dem französischen Abgang der türkischen Investoren der starke Mann, erklärte, dass er und seine verbliebenen Mitstreiter «Tag und Nacht» arbeiten: «Bis Montag müssen wir gegenüber der Liga sagen, wie wir die Saison zu Ende spielen wollen. Parallel dazu geht es um die Eingabe für die neue Saison und das muss auch bis am 2. März geschehen.» Von seiner jüngst geäusserten Prognose bezüglich der Überlebenschancen des FC Wil mag er noch nicht abweichen: «Ich sehe sie immer noch bei 50 Prozent.»

Buff ist der Matchwinner

Wenige Meter daneben konnte Uli Forte ein positives Fazit der Partie ziehen: «Ich bin froh, dass wir in die Erfolgsspur zurückgefunden haben, das war wichtig. Wir waren heute gut organisiert und haben im Gegensatz zum Xamax-Spiel vor allem auch die Tore erzielt.»

Winter-Neuzugang Raphael Dwamena brachte den FCZ in Wil nach 40 Minuten mit seinem Abstauber nach einem Freistoss in Führung. Es war im dritten Spiel der erste Treffer für den 21-jährigen Ghanaer, der beim 1:1 gegen Xamax vor einer Woche das 1:0 durch Buff vorbereitet hatte. Dieser Buff war dann auch im Spiel gegen Wil sehr prägend. Er schoss den Freistoss, den Dwamena im Nachsetzen verwertete. Er erzielte das 2:0 und bereitete das 3:0 durch Mirlind Kryeziu vor. Für den Schlussstand sorgte der eingewechselte Adrian Winter in der 84. Minute.

Damit gelang dem FCZ eine Reaktion auf die mässigen Spiele der vergangenen Woche. Forte sagt, er habe sich in den letzten Tagen keine Sorgen gemacht über die Spielstärke seiner Mannschaft: «Das hätte ich nur, wenn wir uns keine Chancen erarbeitet hätten, aber das war ja nicht der Fall.»

Fortes Mitleid

Er und seine Mannschaft hatten unter der Woche eine ungewohnte Situation durchlebt. Eine völlig andere, als im Herbst, wo der FCZ auf zweithöchster Stufe die Leichtigkeit des Seins praktiziert hatte und durchmarschiert war. Grundsätzlich geworden war Forte in den letzten Tagen nicht: «Ich habe nur gesagt, dass man in einer Meisterschaft nebst Höhen auch Tiefen durchläuft. Falls jemand gedacht, nach den 12 Punkten Vorsprung der Vorrunde würden nun noch einmal 12 hinzukommen, wäre das ein grosser Irrtum gewesen. So funktioniert der Fussball nicht.»

Uneingeschränkt happy war der Zürcher Trainer aber nicht. Die Geschehnisse in Wil beschäftigen ihn, vor allem, weil er hier 2006 bis 08 die erste Chance als Profitrainer erhalten hatte. «Mir blutet das Herz. Gefreut habe ich mich aber über die Leistung und den Kampfgeist der Wiler Spieler, sie haben bis am Schluss nicht aufgegeben. Wenn sie so weitermachen, kommt es gut. Jetzt müssen wir nur hoffen, dass die Crew um Roger Bigger das Schiff noch einmal auf Kurs bringen kann und dass sich alle Spieler solidarisch zeigen.»

Challenge League, 21. Runde: Wil - Zürich 0:4 (0:1) 3020 Zuschauer. - SR Jaccottet. - Tore: 40. Dwamena 0:1. 62. Buff 0:2. 68. Kryeziu 0:3. 84. Winter 0:4.

Aarau - Le Mont 4:2 (3:0) 2749 Zuschauer. - SR Schärli. - Tore: 5. Tréand 1:0. 34. Burki 2:0. 38. Mehidic 3:0. 53. Sessolo 3:1. 65. Josipovic 4:1. 87. Bengondo 4:2. - Bemerkungen: 59. Gelb-Rot Perrier (Aarau/Foul). 93. Gelb-Rot Burki (Aarau/Foul).

Erstellt: 18.02.2017, 20:39 Uhr

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