Zum Hauptinhalt springen

Der Schlüssel zu Vettels Sieg

War der Ferrari schneller als der Mercedes? Oder war Sebastian Vettels Team einfach cleverer als jenes von Lewis Hamilton?

«Dass Lewis in den Verkehr gekommen ist, hat uns in die Hände gespielt»: Vettel (r.) gewinnt in Melbourne erstmals nach eineinhalb Jahren wieder ein Rennen.
«Dass Lewis in den Verkehr gekommen ist, hat uns in die Hände gespielt»: Vettel (r.) gewinnt in Melbourne erstmals nach eineinhalb Jahren wieder ein Rennen.
Keystone

Nach seinem Triumph zum Formel-1-Saisonauftakt in Melbourne war Sebastian Vettel ebenso glücklich wie erleichtert. «Die letzten Monate waren nicht einfach. Aber wir haben uns auf uns selbst konzertiert und unseren Job gemacht», sagte der Deutsche. Es sei ein steiniger Weg gewesen, aber einer mit Lerneffekt. «Jetzt sind wir auf einem Höhepunkt, doch da hört es nicht auf. Es ist schön, nun etwas zurückzugeben. Die Motivation war immer da. Aber es hilft schon, wenn man vom Podium herunterwinken kann.»

Der Schlüssel zu Vettels erstem Sieg seit September 2015 in Singapur war wohl die Taktik. Während Lewis Hamilton schon in der 17. Runde an die Box fuhr und danach nicht an Max Verstappen im Red Bull vorbeikam, tat der vierfache Weltmeister das erst sechs Runden später. Weil Hamilton aufgehalten worden war, konnte Vettel seine Führung verteidigen. «Dass Lewis in den Verkehr gekommen ist, hat uns in die Hände gespielt. Es ist super aufgegangen. Das Auto war super, die Reifen haben gehalten, und ich konnte Druck machen», so Vettel.

«Ich kann nicht sagen, welches Auto heute das schnellere war. Es ist so schwierig zu überholen. Daher hätte es für Vettel nach dem Start keinen Sinn ergeben, Hamilton massiv unter Druck zu setzen. Er hätte seine Reifen kaputtgemacht», analysiert Ferrari-Chefingenieur Jock Clear und fügte an: «Heute haben wir den Kampf für uns entschieden, aber morgen müssen wir entwickeln, müssen pushen, denn nächste Woche ist wieder eine andere Geschichte. Es haben aber alle toll gearbeitet. Das Auto ist top. Damit können wir kämpfen.»

Mercedes-Teamchef Toto Wolff war nicht nur mit der Taktik seines Rennstalls unzufrieden. «Unser Boxenstopp war zu früh, aber es hat schlicht an Pace gemangelt», sagte er. «Der Ferrari ist bärenstark und Sebastian fuhr heute in einer eigenen Liga. Das hat man im Verhältnis zu seinem Teamkollegen gesehen.»

Melbourne. Grand Prix von Australien. Schlussklassement: 1. Sebastian Vettel (GER), Ferrari. 2. Lewis Hamilton (GBR), Mercedes, 9,975. 3. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, 11,250. 4. Kimi Räikkönen (FIN), Ferrari, 22,393. 5. Max Verstappen (NED), Red Bull, 28,827. 6. Felipe Massa (BRA), Williams, 77,644. 7. eine Runde zurück: Sergio Perez (MEX), Force India. 8. Carlos Sainz (ESP), Toro Rosso. 9. Daniel Kwjat (RUS), Toro Rosso. 10. Esteban Ocon (FRA), Force India. 11. Nico Hülkenberg (GER), Renault. 12. zwei Runden zurück: Antonio Giovinazzi (ITA), Sauber. - 20 Fahrer gestartet, 13 klassiert. - Ausgeschieden u.a.: Marcus Ericsson (SWE), Sauber; Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull; Romain Grosjean (FRA), Haas.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch