Der traurige Held

Der Japaner Yuya Kubo führte YB zum Sieg gegen Schachtar Donezk. Dabei wollte er jetzt in Rio sein.

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Als es vorbei und die Überraschung geschafft war, dieser Sieg gegen Schachtar Donezk nach dem 0:2 im Hinspiel, sagte YB-Trainer Adi Hütter: «Es ist emotional der schönste Moment, seit ich bei YB bin.» Gesehen hatte der Österreicher ein «unfassbares Spiel» gegen eine Top-Mannschaft. «Wir haben als Mannschaft überzeugt. Wir hatten diesen Mut, diesen Teamgeist, diese Überzeugung, um die Wende zu schaffen.» Und YB hatte vier Tage nach dem schwachen Auftritt beim 1:2 im Heimmatch gegen Lugano vor allem auch einmal Glück statt Pech in zwei, drei Situationen.

Endgültig der Held: Kubo trifft zum 2:0. Video: SRF.

Die Ukrainer (und Brasilianer) von Schachtar waren in den vergangenen Jahren regelmässige Champions-League-Teilnehmer. Jetzt kommen sie höchstens in die Europa League, während YB in der entscheidenden Qualifikationsrunde um den Einzug in die Champions League spielt. Die Uefa belohnt das mit einer Sonderprämie von drei Millionen Euro selbst bei einer Niederlage, mit einem ausverkauften Stade de Suisse ist der Match für YB rund 5 Millionen Franken Wert. Manchester City mit Startrainer Josep Guardiola, Villarreal, Mönchenladbach, Ajax oder Porto können Gegner sein. Am Freitag ist Auslosung. Oder wie es Hütter sagt: «Der Traum geht weiter. Gesehen hat man gegen Schachtar, dass YB zu Hause sehr stark sein kann.»

Grosse Reaktion nach grosser Enttäuschung

Selbst bei einer Niederlage im Playoff wären die Berner im Herbst europäisch - einfach nur in der Gruppenphase der Europa League statt bei den Millionentöpfen der Champions League mit gesicherten Einnahmen von rund 20 Millionen Franken. Möglich gemacht hat den Berner Exploit Stürmer Yuya Kubo mit seinen zwei Toren in der normalen Spielzeit und auch mit dem verwandelten Penalty im Elfmeterschiessen. Es war sein vermutlich bester Match in drei Jahren YB für den schnellen Angreifer, der sonst häufig beste Torchancen auslässt.

Kubos 1:0 gegen Schachtar. Video: SRF.

Dabei hätte der 22-jährige Japaner hätte gestern Abend eigentlich in Rio sein sollen mit seiner Nationalmannschaft. Die Young Boys hatten ihn einst freigestellt für das olympische Fussballturnier, die Erlaubnis zur Teilnahme nach der nach der Verletzung von Alexander Gerndt vergangene Woche aber widerrufen. Kubo war extrem enttäuscht. Und reagierte jetzt mit einem grossen Auftritt.

«Was Kubo geleistet hat, ist beeindruckend. Er hat einen grossen Anteil an diesem Erfolg», sagte YB-Trainer Hütter später gegenüber der «Berner Zeitung». Kubo selbst sah alles weniger überschwänglich-österreichisch, sondern eher gelassen japanisch. Er sagte in gutem Deutsch: «Ich freue mich.» Und dankte der Mannschaft.

Erstellt: 04.08.2016, 11:02 Uhr

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