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Der vegane Traum ist in Gefahr

Nach seinem Aufstieg in den Profifussball wollte der einzige vegane Fussballclub der Welt noch höher hinaus – und kämpft nun um den Ligaerhalt.

Stehen im Abstiegskampf: Die Forest Green Rovers.
Stehen im Abstiegskampf: Die Forest Green Rovers.
Reuters
Als Aufsteiger haben die Rovers in der League Two noch etwas zu kämpfen.
Als Aufsteiger haben die Rovers in der League Two noch etwas zu kämpfen.
Reuters
Mittlerweile läuft es für Coach Mark Cooper und seine Spieler besser. Die Rovers reihten zuletzt drei Siege aneinander.
Mittlerweile läuft es für Coach Mark Cooper und seine Spieler besser. Die Rovers reihten zuletzt drei Siege aneinander.
Reuters
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So viel Aufmerksamkeit ist sich das beschauliche Nailsworth nicht gewohnt. Weltweit wurde im Sommer über die Forest Green Rovers, den lokalen Fussballclub des Ortes mit knapp 8000 Einwohnern im Südwesten Englands, berichtet. Die Rovers schafften es, als einziger strikt veganer Club in den Profifussball aufzusteigen, sie spielen aktuell in der League Two, der vierthöchsten Liga auf der Insel.

Plötzlich schlüpfen Lokalreporter in die Rolle von Paparazzis und fotografieren ein vermeintlich skandalöses Bild: Spieler der Rovers stehen vor der Bäckerkette Greggs und beissen in etwas, das aussieht wie ein Sandwich – möglicherweise gar mit Hühnchen belegt. Sind die sie alle nur ein Haufen Hochstapler? Darauf vom Fussballmagazin «11 Freunde» angesprochen, rollt Dale Vince, Clubpräsident und Ideenvater des veganen Projekts, nur mit den Augen. Nie habe er gesagt, dass er seinen Spielern vorschreibe, wie sie sich zu ernähren hätten.

«Sagt ihnen, sie sollen Bier trinken! Das ist eh besser.»

Dale Vince, Clubpräsident

Klare Regeln gibt es jedoch im Stadion: Das Bier ist vegan, Fleisch und Fisch wurden von der Speisekarte gestrichen, ebenso wie Kuhmilch. Und wenn jemand Milch in seinem Tee oder Kaffee haben wolle, fragte ein Servicemitarbeiter. «Sagt ihnen, sie sollen Bier trinken! Das ist eh besser», antwortete Vince. Dazu wird das ganze Stadion von erneuerbaren Energien angetrieben, Regenwasser gesammelt, um den Rasen zu wässern, gedüngt wird mit Seetang.

Ambitioniert ist das Projekt auch, oder vor allem, auf sportlicher Ebene. Bereits vor dem Aufstieg in die vierte Liga gab Vince das Ziel aus, mit den Rovers einmal die Championship, also die zweithöchste Spielklasse, zu erreichen. Doch ganz so einfach scheint das nicht zu sein. Nach 16 Spielen stehen die Rovers auf dem 20. Platz – mit nur einem Punkt Vorsprung auf den 23., den ersten Abstiegsrang.

Der schwierige Saisonstart kam für Vince aber nicht ganz unerwartet: «Wir haben in der Liga noch nicht ganz Fuss gefasst. Wir müssen uns noch an das neue Umfeld gewöhnen. Es braucht Zeit.» Diese Aussage stammt von Anfang September – und scheint sich zu bewahrheiten. Denn das 2:0 gegen Morecambe im Duell zweier Abstiegskandidaten am Wochenende war der dritte Sieg in Serie und sorgte dafür, dass die Rovers die Relegationsränge verlassen konnten.

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