Der verrückte Krimi um Inler

Gökhan Inler hat turbulente Tage hinter sich. Oder warum der Transfer von der SSC Napoli zu Leicester City in letzter Sekunde fast noch geplatzt wäre.

Gökhan Inler, der Captain der Nationalmannschaft, hat turbulente Tage hinter sich.

Gökhan Inler, der Captain der Nationalmannschaft, hat turbulente Tage hinter sich. Bild: Keystone

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Am Montag flog Gökhan Inler mit seinem Berater Dino Lamberti und zwei Mitarbeitern seiner Firma Fairplay Agency nach England, um mit Leicester City alles klarzumachen. Der Captain der Nationalmannschaft war bereits zum medizinischen Check angemeldet, und die Unterschrift unter den Dreijahresvertrag schien eigentlich nur noch eine reine Formsache.

Doch es kam vorerst ganz anders, als von der Schweizer Delegation angedacht. Denn plötzlich bahnte sich ein Problem an, mit dem Inler und sein Berater nicht im Geringsten gerechnet hatten. Schalke 04 klinkte sich nämlich wieder in den Poker um Inler ein und erhöhte das Angebot an die SSC Napoli auf zehn Millionen Euro. Cirka drei Millionen mehr, als Leicester City geboten hatte.

«Es ging strub zu und her»

Der Transfer drohte in letzter Sekunde zu platzen, weil Napoli Inler eigentlich nur für Schalke, das eben plötzlich mehr bezahlen wollte, freigeben wollte. Inler, der in Neapel noch für ein Jahr vertraglich an den Club gebunden wäre, konnte nichts tun. Und er erhielt vorerst auch nicht einmal die Bewilligung, um den für Dienstag geplanten medizinischen Test in England zu absolvieren. Der Chauffeur des Clubs, der Inler und Lamberti am Flughafen abholen wollte, musste unverrichteter Dinge mit einer schlechten Nachricht wieder zurückfahren.

Die Schweizer Crew sass in einem Hotel am Flughafen von London fest. Und jetzt begannen die ganzen Verhandlungen von vorne. «Ja, es ging schon strub zu und her in den letzten Stunden. Die Faxe hin und her liefen heiss. Auch unsere Anwälte hatten einiges zu tun», bestätigt Lamberti. Vor allem Schalkes Trainer Breitenreiter habe wie ein Löwe um Inler gekämpft, sich bei ihm persönlich gemeldet, und deshalb habe der Bundesligist das Angebot an die Italiener kurzfristig noch einmal erhöht.

«Ich halte mein Wort»

«Doch Schalke kam für uns nicht mehr infrage, ich habe Leicester City meine Zusage erteilt. Und wenn ich jemanden mein Wort gebe, dann halte ich es auch», sagt Lamberti. Glückerweise sei der Transfer Inlers zu Leicester jetzt doch noch über die Bühne gegangen, weil die SSC Napoli nach zähem Ringen die Freigabe doch noch erteilt habe. Inler habe heute Morgen den medizinischen Test mit Bravour bestanden. Er sei eine Maschine, habe ein Mediziner unter dem Untersuchungsprotokoll schriftlich bemerkt, berichtet Lamberti. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.08.2015, 15:51 Uhr

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