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Die 100-Millionen-Euro-Schande

Der VfL Wolfsburg taumelt dem Abgrund entgegen – und scheint dies trotz der Verbannung in die Relegation noch immer nicht zu begreifen.

«Brutale Schwankungen»: Mario Gomez glaubt, das Problem seines Mannschaft zu kennen – doch wie wird sie es los?
«Brutale Schwankungen»: Mario Gomez glaubt, das Problem seines Mannschaft zu kennen – doch wie wird sie es los?
Keystone

Rund 100 Millionen Euro betragen die Lohnkosten des VfL Wolfsburg für die Saison 2016/17 – 100 Millionen für Platz 16 und 37 Pünktchen aus 34 Spielen. Die Zuzüge von Mario Gomez, Paul-Georges Ntep, Yunus Malli, Josuha Guilavogui, Riechedly Bazoer und Yannick Gerhardt schlugen mit weiteren 97 Millionen zu Buche, der Marktwert des Kaders beträgt 154 Millionen.

Wohl noch nie hat es in der Bundesliga eine Mannschaft mit einem schlechteren Preis-/Leistungsverhältnis gegeben. Nur noch eine siegreiche Relegation – wahrscheinlich gegen den niedersächsischen Rivalen Eintracht Braunschweig – kann den VfL nach 20 Jahren im Oberhaus vor dem Sturz in die 2. Bundesliga bewahren.

Mit dem Abstieg würden wohl noch deutlich heftigere Einschnitte einhergehen, als von Geldgeber VW ohnehin geplant sind. Bislang war man von Kürzungen um 20 bis 25 Millionen Euro ausgegangen, nun gibt es sogar Gerüchte, dass VW nicht mehr als Geldgeber, sondern nur noch als normaler Sponsor auftreten werde.

Dass Wolfsburg die Finalissima um den direkten Klassenerhalt beim Hamburger SV mit 1:2 verlor, kam trotz all der klingenden Namen in der Aufstellung irgendwie nicht allzu überraschend. Von den Teams im Tabellenkeller schienen alle den Ernst der Lage eher zu erkennen als der Meister von 2008 und DFB-Pokalsieger von 2015.

Stürmer Gomez wiederholte stets gebetsmühlenartig, der VfL werde sich auf jeden Fall retten. Nun sagt der deutsche Nationalspieler: «Wir haben es als Mannschaft nicht geschafft und jetzt das bekommen, was wir verdient haben - eine Extrarunde.» Das grösste Problem in seinen Augen: «Die brutalen Schwankungen von sehr, sehr gut bis miserabel.»

Trainer Andries Jonker, der es schon vor dem Hamburg-Spiel nicht geschafft hatte, den Kampfgeist des Teams zu wecken, will die Lage derweil nicht als dramatisch taxiert wissen. «Ich habe keinen Grund, jetzt Panik und Hektik zu machen», liess er verlauten. Sportchef Olaf Rebbe stösst ins gleiche Horn: «Wir werden in der Relegation erfolgreich sein.» Geschäftsführer Wolfgang Hotze immerhin ist Realist: «Das ist ein Tiefschlag für die Spieler, aber auch für die Funktionäre. Wenn man in die Relegation muss, hat das seine Gründe.»

Das Relegationshinspiel findet am Donnerstag statt, das Rückspiel am darauffolgenden Montag.

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