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Die wichtigsten Fragen zur Reform im Schweizer Fussball

Halbierte Punkte, zwei Aufsteiger und ein Europacup-Playoff: Das bringt die geplante Liga-Revolution.

Mehr Teams gleich mehr Kampf (wie hier YBs Fabian Lustenberger (r.) gegen Koro Kone von Servette): Die von der Liga angedachte Aufstockung der Super League hätte entsprechende Auswirkungen.
Mehr Teams gleich mehr Kampf (wie hier YBs Fabian Lustenberger (r.) gegen Koro Kone von Servette): Die von der Liga angedachte Aufstockung der Super League hätte entsprechende Auswirkungen.
Peter Klaunzer, Keystone
Die Swiss Football League mit Präsident Heinrich Schifferle (l.) und CEO Claudius Schäfer, schlug eine Erweiterung der höchsten Spielklasse auf 12 Teams sowie einen zweistufigen Modus vor.
Die Swiss Football League mit Präsident Heinrich Schifferle (l.) und CEO Claudius Schäfer, schlug eine Erweiterung der höchsten Spielklasse auf 12 Teams sowie einen zweistufigen Modus vor.
Marcel Bieri, Keystone
An der Generalversammlung vom 22. November sollten die Clubvertreter (im Bild Sion-Präsident Christian Constantin) über die Änderungen befinden.
An der Generalversammlung vom 22. November sollten die Clubvertreter (im Bild Sion-Präsident Christian Constantin) über die Änderungen befinden.
Salvatore Di Nolfi, Keystone
Auch Abteilungen des von Dominique Blanc präsidierten Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) müssen grünes Licht geben.
Auch Abteilungen des von Dominique Blanc präsidierten Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) müssen grünes Licht geben.
Peter Schneider, Keystone
Wären die Vorschläge gutgeheissen worden, sollte die Saison 2021/22 als Übergang dienen. Auf diese Spielzeit hin wären dann zwei Clubs direkt aus der Challenge League aufgestiegen. Im aktuellen Jahr hat Servette (l. Coach Alain Geiger) die Rückkehr in die höchste Liga geschafft.
Wären die Vorschläge gutgeheissen worden, sollte die Saison 2021/22 als Übergang dienen. Auf diese Spielzeit hin wären dann zwei Clubs direkt aus der Challenge League aufgestiegen. Im aktuellen Jahr hat Servette (l. Coach Alain Geiger) die Rückkehr in die höchste Liga geschafft.
Salvatore Di Nolfi, Keystone
Rekordmeister GC (im Bild Veroljub Salatic) musste den Abstieg in die Challenge League hinnehmen und will sich nächstes Jahr in der obersten Liga zurückmelden.
Rekordmeister GC (im Bild Veroljub Salatic) musste den Abstieg in die Challenge League hinnehmen und will sich nächstes Jahr in der obersten Liga zurückmelden.
Walter Bieri, Keystone
Auch Lausanne-Sport (im Bild Andi Zeqiri) strebt eine Rückkehr in die Super League an. Künftig könnte es in dieser Platz für zwei weitere Clubs haben.
Auch Lausanne-Sport (im Bild Andi Zeqiri) strebt eine Rückkehr in die Super League an. Künftig könnte es in dieser Platz für zwei weitere Clubs haben.
Jean-Christophe Bott, Keystone
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Vor zwei Jahren hatte sich die Liga gegen eine Aufstockung ausgesprochen. Warum wird nun im November erneut über die Zwölferliga abgestimmt? Aus mehreren Gründen. Im Frühling haben mehrere Clubs Anträge auf Aufstockung der Liga gestellt. Ausserdem haben sich die Grundvoraussetzungen verändert. Im Herbst 2017 war der neue und auf eine Zehnerliga ausgerichtete TV-Vertrag gerade erst angelaufen. Bei einer Aufstockung hätten die TV-Prämien auf 12 statt 10 Clubs aufgeteilt werden müssen. Ausserdem zeigten auch die Fernsehpartner kein Interesse an einer Zwölferliga. Nun soll der Modus ab der Saison 2021/22 gelten. Dann gilt auch ein neuer TV-Vertrag.

Wie wird der Modus mit 12 Teams aussehen? 22 Runden werden von Juli bis März gespielt. Danach wird die Meisterschaft mit je sechs Clubs in Final- und Platzierungsrunde geteilt. Das Komitee der Swiss Football League (SFL), das den Vorschlag ausgearbeitet hat, schlägt eine Punkteteilung nach 22 Runden vor. Es ist aber denkbar, dass die Vereine davon absehen. Der Sieger der Finalrunde ist Meister. Der Letzte der Platzierungsrunde steigt ab, der Vorletzte geht in die Barrage. Der Sieger der Platzierungsrunde erhält ausserdem die Chance, sich in einem Playoff mit Hin- und Rückspiel gegen das dritt- oder viertplatzierte Team der Finalrunde einen Europacup-Platz zu erspielen. In der Challenge League wird wie bisher mit einer Zehnerliga gespielt. Der Sieger steigt direkt auf, der Zweite geht in die Barrage.

Was passiert in der Übergangssaison 2020/21? Es wird zwei direkte Aufsteiger aus der Challenge League geben. Der letzte Platz in der aufgestockten Super League wird in einer Barrage mit Hin- und Rückspiel zwischen dem zehntplatzierten der Super League und dem drittplatzierten der Challenge League ausgespielt.

Welche Rolle spielt das Geld bei den Aufstockungsplänen? Eine grosse. Liga-Präsident Heini Schifferle hofft mit dem Modus auf höhere Einnahmen bei der nächsten Ausschreibung der TV-Rechte, bisher nimmt die Liga mit der Vermarktung rund 40 Millionen Franken jährlich ein. Mehr Geld ist auch nötig, um die Clubs zufriedenzustellen, muss doch das TV-Geld nach der Aufstockung durch mehr Vereine geteilt werden. Ausserdem verlieren die Super-League-Clubs gegenüber heute zwei Heimspiele, eine Saison hat nur noch 32 statt wie bisher 36 Runden.

Ist später eine weitere Aufstockung von 12 auf 14 Super-League-Clubs denkbar? Nach aktuellem Stand nicht. Die Swiss-Football-League hat sich von der auf Modusfragen spezialisierten Firma Hypercube beraten lassen und glaubt, dass es kein Potenzial für mehr als 12 Super-League und 10 Challenge-League-Teams gibt.

Für die Änderungen ist innerhalb der 20 Proficlubs eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Ist die realistisch? Absolut. Entschieden wird an der SFL-Generalversammlung am 22. November. Die Liga-Führung hat den Aufstockungsplan erst lanciert, nachdem sie mit allen Vereinen gesprochen hat.

Kann der Plan trotzdem noch scheitern? Kaum - obwohl einen Tag nach der SFL-GV auch der Verbandsrat des Schweizerischen Fussball-Verbandes noch seine Zustimmung geben muss. Die drei Kammern des Verbands sind nebst der SFL die 1. Liga und die Amateurclubs. Die Reaktionen auf die Vorgespräche waren gemäss SFL sehr positiv. Auch die 1. Liga profitiert durch zusätzliche Aufsteiger aus der Promotion League in die Challenge League. Und eine attraktivere Spitze kommt auch der Breite, also den Amateurclubs, zugute. Dass die Saison künftig nur noch 32 Runden hat, gibt ausserdem Luft im dichten Fussballkalender - und Raum für andere Projekte in Liga und Verband, etwa einen Supercup.

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Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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