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«Die dachten, jetzt kommt da dieser arrogante Sack»

Wird man ein anderer Mensch, wenn man wie Sie 21 Monate im Gefängnis ist?

Das ist gut für den Blutdruck.

Wir haben aus Filmen oder Büchern eine Vorstellung über das Leben im Gefängnis. Haben Sie sich vorher überlegt, was auf Sie zukommt?

… es interessiert uns.

Gibt es Erfahrungen, für die Sie trotz allem dankbar sind, aus Ihrer Zeit in der Justizvollzugsanstalt Landsberg?

«Ich musste versuchen, nicht in den Tag hinein zu leben, sondern arbeitete klar auf ein Ziel hin: die Halbstrafe.»

Was?

Das heisst also, dass Sie sich während der Haft perfekt verhalten mussten. War das schwierig?

«Für eine funktionierende Resozialisierung muss ich das tun, was ich kann. Ich bin gerade 65 geworden und kann nicht noch einmal von vorne beginnen»: Uli Hoeness im Hotel in Interlaken. Foto: Marco Zanoni (Lunax)

Wie wurden Sie provoziert?

Solche Bilder haben es nie an die Öffentlichkeit geschafft.

Wie wichtig war für Sie der Zuspruch von aussen?

Das ging bei Ihnen ungemein schnell.

Unter scharfer Beobachtung der Justiz: Uli Hoeness.
Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer und andere Grössen stehen bei seiner Rückkehr an die Bayern-Spiele Spalier. Werden sie Uli Hoeness (l.) wieder huldigen?
Vor Guardiolas Verpflichtung feierten die Bayern unter Jupp Heynckes (M.) noch das Triple, was Guardiola in drei Jahren dann nicht gelungen war.
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Sie haben in der Haft oft Talkshows geschaut.

Wieso waren Sie abends so müde?

Mussten Sie das?

Aber Vorschriften gab es schon?

Sport in der Zelle?

Das erfordert Disziplin.

Ist jede Aktivität im Gefängnis auch eine Flucht, weil man sich nur mit sich selbst beschäftigen kann?

Entstehen auch Freundschaften?

Der Gefängnisdirektor sagte, Sie seien der erste Insasse, der die Haftanstalt mit einem Fanclub verlasse.

Haben Gefangene, Wärter, Direktoren je schon so von einem Insassen geschwärmt?

Mussten Sie sich dafür zusammenreissen?

Wie sieht dieses Bild aus?

«Ich habe mich so gegeben, wie ich bin. Das Bild, das von mir in der Öffentlichkeit teilweise besteht, ist ein Klischee.»

Haben Sie sich je mit der Frage auseinandergesetzt, ob Sie ein Verbrecher sind?

Nach Ihrer Entlassung aus dem Gefängnis hatte kaum jemand das Gefühl, Uli Hoeness sei nicht integer genug, um wieder eine tragende Rolle bei Bayern München spielen zu können. Ist das nicht erstaunlich?

Welchen Vorwurf machen Sie den Medien?

«Den meisten, die versuchten, mich kaputt zu schreiben, ist es nicht gelungen, ins Bewusstsein der Bürger einzudringen.»

Hat der Zuspruch auch mit der Figur Uli Hoeness zu tun, wie sie viele Leute vor dem Steuerbetrug wahrgenommen haben?

Was hat die Kampagne mit Ihnen gemacht?

Wie haben Sie Ihre Familie davon überzeugt, dass Sie als starke Figur zu den Bayern zurückkehren wollen?

Sie sind Ende November unter stehenden Ovationen wieder als Bayern-Präsident gewählt worden.

Es wurden bei 7152 anwesenden Stimmberechtigten 97,7 Prozent Stimmen für Sie.

War es einer Ihrer schönsten Siege?

Was ist vom Wieder-Präsidenten Hoeness zu erwarten?

Erklärt genau das Ihre Beliebtheit?

«Ich glaube schon, dass ich ein volksnaher Präsident und Mensch bin.»

Es gibt vermutlich niemanden, der nach einer Haftstrafe so triumphal ins Berufsleben zurückkehrt wie Sie.

Bei aller Volks- und Menschennähe: Sie sind auch ein Machtmensch.

Ihren Biss haben Sie trotzdem nicht verloren, oder?

Wir haben es schon ein wenig gehört in den letzten Wochen …

Neulich sagten Sie, Sie seien nach der Zeit in Haft demütiger – und sozialer.

RB Leipzig helfen Sie aber nicht, deutscher Meister zu werden?

«Ich bin eines der Glückskinder, die besonders zufrieden sein müssen.»

Tun Sie das für den Applaus der Öffentlichkeit?

In diesen Tagen haben Sie in der Schweiz zwei Anlässe an Symposien und spenden die Gage in der Höhe von jeweils 25'000 Euro.

Werden wir Uli Hoeness auch wieder in Talkshows erleben, wo Sie sich vor dem Steuerbetrug immer wieder sehr pointiert und auch politisch geäussert haben?

Weil Sie wissen ...

Hatten Sie Ihre Aktiengeschäfte und die nicht deklarierten Steuerwerte nie in Ihrem Hinterkopf, wenn Sie früher öffentlich aufgetreten sind?

Sie haben einmal gesagt, Sie hätten mit Wertpapieren zocken müssen …

Ist das immer noch so?

Sie müssen sich auch nicht dagegen wehren, es nicht mehr zu tun, weil es wie eine Sucht ist?

Wenn wir uns Ihr Leben anschauen: Fussballprofi, Weltmeister, mit 27 Jahren verletzungsbedingtes Ende der Karriere, Manager und Präsident des FC Bayern, einen Flugzeugabsturz überlebt, Unternehmer, Gefängnis – Sie haben für drei gelebt.

Denken Sie manchmal, dass Ihr Leben verrückt ist?

Gibt es etwas Spektakuläres, das Sie noch erleben möchten?

Was ist Ihnen wichtiger: Mit dem FC Bayern die Nummer 1 zu sein, oder dass Ihre Würste als unübertrefflich bewertet werden?

Die «Süddeutsche Zeitung» hat einmal einen Test gemacht …

Sie regten sich über den Artikel dermassen auf, dass Sie den zuständigen Redaktor anriefen?

Das lassen Sie nicht auf sich sitzen.

«Das Streben nach Titelgewinnen, nach dem Triple und dann auch noch die Club-WM – das habe ich nicht mehr.»