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«Die Geldmaschine rausgeballert»

Deutschlands Fussballfans feiern den Pokal-Knockout von RB Leipzig. Selbst in der Heimatstadt des Red-Bull-Clubs.

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen: RB Leipzig verlässt die Pokalbühne schon nach der ersten Runden.
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen: RB Leipzig verlässt die Pokalbühne schon nach der ersten Runden.
Reuters

Es war ein Spiel, das bewegte: Dynamo Dresden gegen RasenBallsport Leipzig, Traditionsverein gegen Retortenclub. Und obwohl die vom Brausehersteller Red Bull grosszügig alimentierten Leipziger im Erstrundenspiel des DFB-Pokals zur Pause mit 2:0 führten, hiess der Sieger am Ende Dynamo. Ausgerechnet der bei RB einst aussortierte Stürmer Stefan Kutschke brachte Dresden mit zwei Toren in die Verlängerung, und im Elfmeterschiessen parierte Dynamo-Keeper Marvin Schwäbe gegen Dominik Kaiser, ehe Aias Aosman den entscheidenden fünften Versuch seines Teams verwandelte.

Auf Facebook hagelte es alsbald Gratulationen an den Zweitliga-Aufsteiger Dynamo – und Spott gegen die Leipziger. «Glückwunsch Dynamo, sauber die Geldmaschine rausgeballert», schreibt etwa ein Anhänger des Drittligisten Paderborn. «Ganz Deutschland dankt! Ihr habt gezeigt: Tradition schlägt Kommerz!», jubelt ein Gladbach-Fan. «Fussball-Deutschland stand heute hinter euch, das habt ihr euch verdient!», notiert ein Supporter des alten Ostrivalen Carl-Zeiss Jena. Und ein Münchner gibt zu: «Heute hat auch das bayerische Herz für euch geschlagen.» Sogar aus Leipzig, dessen Traditionsvereine Lok und Chemie längts von der grossen Fussballbühne verschwunden sind, kamen Glückwünsche nach Dresden.

Die Reaktionen auf diese Pokalpartie könnten ein Vorgeschmack auf das gewesen sein, was RB in dieser Saison in der Bundesliga erwartet: eine noch nie dagwesene Ablehnung. In Dresden hing ein Transparent mit folgender Aufschrift im Stadion: «Ihr zerstört unseren Sport, dafür zerstören wir euch.» Hoffetlich ist dies nur sportlich zu verstehen.

Was für eine Geschichte: Aias Aosman (mit nacktem Oberkörper) hat Dynamo Dresden soeben zum Sieg geschossen – nach einem 0:2-Pausenrückstand.
Was für eine Geschichte: Aias Aosman (mit nacktem Oberkörper) hat Dynamo Dresden soeben zum Sieg geschossen – nach einem 0:2-Pausenrückstand.
Reuters
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«Ihr zerstört unseren Sport, dafür zerstören wir euch»: Unmissverständliche Botschaft des Dynamo-Anhangs.
«Ihr zerstört unseren Sport, dafür zerstören wir euch»: Unmissverständliche Botschaft des Dynamo-Anhangs.
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