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Die grössten Zidane-Ausraster

Zinédine Zidane, neuer Trainer von Real Madrid, ist unbestritten ein Fussballgenie. Aber er verlor auch öfter die Beherrschung – eines seiner Opfer war mal Trainer des FC Basel.

Zwischen Genie und Wahnsinn: Zinédine Zidane gilt als einer der besten Fussballer in der Geschichte, verlor aber auch mal die Nerven. Video: Lea Koch

Sichtlich stolz stand er da, elegant gekleidet in blauem Sakko, schwarzen Hosen und weissen Schuhen. Und keiner zweifelt auch nur eine Sekunde am Plan von Real-Präsident Florentino Perez: Zinédine Zidane, der dreifache Weltfussballer, soll dem königlichen Hauptstadtclub den verloren gegangenen Glamour zurückbringen. Schliesslich war er von 2001 bis 2006 der Star der Galaktischen um Ronaldo, Beckham, Casillas, Figo, Roberto Carlos – und wie sie alle hiessen.

Doch so sehr Zidanes Spiel eine Augenweide für jeden Fussballfan war, so fiel er auch immer wieder durch Unbeherrschtheiten auf. Es passt zu seiner Vita, dass er an seinem letzten Turnier, der Weltmeisterschaft 2006, Frankreich nahezu im Alleingang in den Final führte, bei seinem «Abschiedsspiel» im Final gegen Italien jedoch wegen eines Kopfstosses in der 110. Minute vom Feld verwiesen wurde.

Trauriger Abschied: Zidane streckt Marco Materazzi mit einem Kopfstoss nieder. Video: Youtube

Es war der 12. Platzverweis in Zizous beispielloser Karriere. Ebenfalls nach einem Kopfstoss sah der Franzose am 24. Oktober 2000 gegen den Hamburger SV die Rote Karte – damals noch als Profi bei Juventus Turin. Bei der 1:3-Niederlage in der Champions League attackierte er Jochen Kientz, der eine Gehirnerschütterung und eine Jochbeinprellung erlitt.

Glatt Rot: Dieses Mal war Jochen Kientz das Opfer einer Zidane-Kopfnuss. Video: Youtube.

Im UI-Cup-Halbfinal am 22. August 1995 bei Girondins Bordeaux wurde Torsten Fink vom Karlsruher SC und später Trainer beim FC Basel Opfer von Zidanes Unbeherrschtheit. Nach einem Rückhandschlag gegen den Deutschen sah der Franzose Rot.

Wie schmal der Grat zwischen Zidanes Genialität und Unbeherrschtheit war, zeigte sich am 17. Oktober 1999, als er im Spitzenkampf gegen AS Rom zuerst einen Freistoss in den Winkel zirkelte, in der 89. Minute aber nach einer dreisten Schwalbe von Schiedsrichter Fiorenzo Treossi vorzeitig unter die Dusche geschickt wurde. Oder die Weltmeisterschaft 1998 im eigenen Land: Im Gruppenspiel gegen Saudiarabien trat er gegen seinen Gegenspieler nach und wurde deshalb für zwei Spiele gesperrt. Ab den Viertelfinals durfte er wieder mittun und war massgeblich am überraschenden Weltmeistertitel der Bleus beteiligt.

Platzverweis bei der Heim-WM: Zizou tritt im Spiel gegen Saudiarabien nach. Video: Youtbue.

Eines seiner brutaleren Fouls beging der neue Real-Trainer am 26. September 2000, als er Gegenspieler Émerson von Deportivo La Coruña in Kung-Fu-Manier umtrat. Dabei wurde er für ein Champions-League-Spiel gesperrt – in der ersten Partie nach Ablauf der Sperre folgte der unrühmliche Kopfstoss an Kientz, für den er als Wiederholungstäter für fünf Matchs suspendiert wurde.

Zidane tritt Émerson brutal um. Video: Youtube.

Doch auch im Real-Trikot sorgte Zidane für rote Köpfe und Karten: Bei Real Madrids 2:0-Sieg gegen den FC Sevilla wurde er für seine Tätlichkeit mit Rot bestraft, und 14 Monate später, am 23. April 2005, verlor er im Ligaduell gegen Villarreal erneut die Nerven und wurde nach einem Gerangel mit Gegenspieler Quique Alvarez des Feldes verwiesen.

In den spanischen Medien wird zudem der nächste Clásico zwischen Real Madrid und Barcelona erwartet. Denn mit dem aktuellen Barça-Trainer Luis Enrique hatte Zizou am 19. April 2003 auch schon seine Meinungsverschiedenheiten. Für den Griff in das Gesicht des damaligen Captains der Katalanen sah Zidane immerhin nur die Gelbe Karte.

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