Die heikle Situation von Seferovic

Der Schweizer Nationalstürmer legte sich in Frankfurt mit Trainer Armin Veh an. Dieser gibt sich nun versöhnlich. Aber für wie lange?

Ist auf dem Boden der Realität gelandet. Haris Seferovic macht in Frankfurt eine schwere Zeit durch.

Ist auf dem Boden der Realität gelandet. Haris Seferovic macht in Frankfurt eine schwere Zeit durch. Bild: Keystone

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Heikel ist sie, die Situation von Haris Seferovic bei Frankfurt. Im Sommer ist EM, und er spielt bei seinem Club nicht. Er, der noch vor Wochen als Schweizer Sturmhoffnung galt.

Seine leidige Vorgeschichte ist bekannt: Seferovic wurde bei der ersten Rückrundenpartie gegen Wolfsburg ausgewechselt und quittierte dies mit einer abfälligen Geste gegen die eigene Bank. Trainer Armin Veh platzte der Kragen und stellte seinen Stürmer öffentlich bloss («Irgendwann hab ich die Schnauze voll», «Wir sind hier kein Egotrip, sondern eine Mannschaft», «Er wird in den Medien als Wahnsinnskämpfer dargestellt, das sehe ich komplett anders»).

Mehr Konkurrenz, keine Spielpraxis

Seferovic fand sich auf der Bank wieder. Seither wurde es für den Angreifer nicht einfacher. Denn Veh spielt in der Rückrunde plötzlich nur noch mit einem Stürmer, dieser Platz ist für Alex Meier reserviert. Weiter ist die Konkurrenz angewachsen: Trainer Veh ist angenehm überrascht vom Neuzugang Marco Fabian. Er preist den 3,7 Millionen Euro teuren Mexikaner und beschreibt dessen Entwicklung als «sehr gut». Und als Veh gefragt wurde, weshalb er im Stuttgart-Spiel auf den Schweizer verzichtet habe, sagte dieser: «Ich wollte jemanden bringen, der ein 1:1-Dribbling gewinnen kann.» Eine feine Spitze gegen den 23-jährigen Schweizer.

Nun soll der Disput beendet sein. Veh liess sich vergangene Woche mit wohlwollenden Worten zitieren: «Ich bin nicht nachtragend. Er hat die Situation so angenommen, wie sie ist. Er hat im Training sehr fleissig gearbeitet und Zusatzschichten absolviert.»

Petkovic nach Frankfurt eingeladen

Das mag positiv sein, es heisst aber zugleich auch in der undiplomatischen Fussballsprache: Lieber Haris, du musst dich hinten anstellen. Am Wochenende kam Seferovic nach 60 Minuten ins Spiel und blieb in der verbleibenden halben Stunde überaus blass.

Die Causa Seferovic bewegt auch den SFV. Eintracht Frankfurt hat den Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic zu einem Gespräch eingeladen. Es soll demnächst stattfinden. Und Seferovic? Er schweigt.

Seferovics Statistik:
Vergangene Saison: zehn Tore, acht Assists.
Diese Saison (nach 21 Spieltagen): drei Tore, sechs Assists.
(czu)

Erstellt: 17.02.2016, 16:58 Uhr

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