Die Kraft des Journalismus

Die Bundesanwaltschaft geht nun nach der Fifa auch gegen die Uefa vor. Der investigative Journalismus hat seinen Teil zu diesem wichtigen Schritt beigetragen.

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Erneut zeigen die Enthüllungen der Panama Papers, aufgearbeitet für die Schweiz vom Rechercheteam der «SonntagsZeitung», ihre Wirkung. Aufgrund von konkreten Hinweisen ­dieser Zeitung geht nun die Bundes­anwaltschaft gegen die Uefa vor. Genau wie bei der Fifa soll nun auch beim europäischen Fussballverband Transparenz geschaffen werden, wer wie und ­warum Millionen an TV-Rechten verdient und wer so zum Millionär wird.

Es ist wichtig und richtig, dass die Bundesanwaltschaft hier eingreift. Denn so wie die Dinge heute liegen, drängt sich der Verdacht auf, dass internationale Grossverbände des Sports den Standort Schweiz missbrauchen, weil sie aufgrund der bisherigen Praxis und auch wegen der lange sehr laxen Gesetzeslage davon ausgehen konnten, dass Korruption im Sport nicht verfolgt wird.

Der investigative Journalismus, der bei den Panama Papers seine Kraft zeigt, hat hier einen für die Schweiz sehr wichtigen Beitrag zur Korruptionsbekämpfung geleistet. Es darf nicht sein, dass Sportverbände die Straflosigkeit von Schmiergeldzahlungen als Standortvorteil ansehen und sich darum zuhauf hier ansiedeln. Denn aus dem, was lange Privatsache war und von den Fans lebte, ist mittlerweile ein Milliardengeschäft geworden, in das viel staatliches Geld involviert ist. Ob die Uefa in diesem Fall unsauber geschäftet hat, ist noch lange nicht bewiesen. Aber es kann nicht sein, dass auch nur der Anschein erweckt wird, es werde von der Schweiz aus Begünstigung oder Stimmenkauf betrieben.

Erstellt: 06.04.2016, 22:35 Uhr

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