Die Niederlande und Deutschland bleiben auf Kurs

Oranje gewinnt in der EM-Qualifikation in Weissrussland 2:1. Deutschland zieht mit einem 3:0-Sieg in Estland wieder gleich.

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Die deutsche Nationalmannschaft machte sich in Estland selbst das Leben schwer. In Unterzahl musste das Team von Joachim Löw hart arbeiten, ehe Ilkay Gündogan mit einem Doppelpack für die Erlösung sorgte. Beim 3:0 (0:0)-Sieg in Tallinn war der nach Muskelproblemen in die Startformation zurückgekehrte Mittelfeldspieler von Manchester City der entscheidende Mann und brachte mit seinen DFB-Toren sechs und sieben das Team von Bundestrainer Joachim Löw auf die Siegerstrasse. Am Ende sorgte Timo Werner (71.) für den klaren Endstand.

Mit Gündogans starker Vorstellung – der 28-Jährige bereitete auch den Treffer des eingewechselten Werner vor – bleibt das DFB-Team vor den letzten beiden EM-Qualifikationspartien im November gegen Weissrussland und Nordirland auf Kurs. Mit 15 Punkten liegt Deutschland in Gruppe C im Dreikampf um die beiden EM-Direkttickets mit den Niederlanden (15) und den Nordiren (12) auf Rang zwei.

Zu Beginn hatte es für die Deutschen nicht gut ausgesehen. Niklas Süle spielte am eigenen Strafraum einen schlampigen Risikopass auf Can, der Spieler von Juventus Turin liess den Ball durchrutschen und konnte den heraneilenden Frank Liivak nur per Foul bremsen. Schiedsrichter Georgi Kabakow zeigte Can Rot – eine harte, aber korrekte Entscheidung.

Dank ihrer disziplinierter Defensivleistung gerieten die Hausherren gegen die lange ideenlosen Deutschen nur selten in Gefahr, abgesehen von Marco Reus' Freistoss ans Lattenkreuz (40.). Bis zur Pause machte sich bei der DFB-Auswahl das Fehlen von Gnabry und dessen Geistesblitzen schmerzlich bemerkbar.

Steigerung belohnt

Dann aber fruchteten Löws Umstellungen. Der zeitweilig ins Mittelfeld gerückte Reus wurde vom Bundestrainer wieder weiter nach vorn beordert, der bis dahin blasse Havertz spielte dafür nun in der Zentrale. Als Havertz abgeblockter Steilpass fünf Minuten nach dem Seitenwechsel bei Gündogan landete, zog dieser umgehend ab, der von Reus noch abgefälschte Schuss schlug zur deutschen Führung ein.

Sechs Minuten später bediente dann Reus per Hacke herrlich den freien Gündogan, der seinen ersten Doppelpack im 35. Länderspiel schnürte. Der Flachschuss des 28-Jährigen wurde diesmal von Mets unhaltbar abgefälscht. Die Esten mühten sich zwar weiter, aber der eingewechselte Werner machte nach einem feinen Konter alles klar.

«Es war ein schweres Stück Arbeit. Das Entscheidende war, dass wir in der zweiten Halbzeit das Tempo angezogen haben», urteilte Bundestrainer Löw. Captain Manuel Neuer befand: «Es war eine Frage der Zeit. Wir haben sie über die Fitness bekommen.»

Niederlande mit glanzlosem Sieg

Die niederländische Nationalmannschaft ist dank eines Doppelpacks von Liverpool-Spieler Georginio Wijnaldum der EM-Endrunde einen grossen Schritt näher gekommen. In Minsk setzte sich die Elftal 2:1 gegen Weissrussland durch und bleibt mit dem fünften Sieg im sechsten Spiel an der Tabellenspitze in der Gruppe C.

Ohne den verletzten Stürmerstar Memphis Depay von Olympique Lyon brauchten die Niederländer einige Zeit, um das Abwehr-Bollwerk der Weissrussen zu knacken. Die Führung nach 32 Minuten erzielte der Champions-League-Gewinner Wijnaldum per Kopf und legte neun Minuten später den zweiten Treffer nach. Nach Pass von Steven Bergwijn versenkte Wijnaldum den Ball aus 20 Metern im rechten oberen Winkel des weissrussischen Tores.

Die Gastgeber gaben aber nicht auf und erzielten durch einen Kopfball von Stanislav Dragun nach 53 Minuten den Anschlusstreffer. Es war das erste Heimspieltor der Weissrussen seit vier Begegnungen. Die Niederländer brachten den Vorsprung jedoch über die Zeit.

Auch Polen und Russland qualifiziert

Nach dem 2:0 über Nordmazedonien ist Polen das vierte Team nach Belgien und Russland (Gruppe I) sowie Italien (Gruppe J), das den Sprung zur EM vorzeitig geschafft hat.

Die Polen taten sich in einer hart geführten Partie in Warschau lange Zeit schwer. Die Führung erzielte der gerade eine Minute zuvor eingewechselte Przemyslaw Frankowski (74.). Die Vorlage leistete Robert Lewandowski, der aber im gesamten Spiel von der gegnerischen Abwehr hart attackiert wurde und nicht wie gewohnt zum Zuge kam. Für die Entscheidung sorgte Torjäger Arkadiusz Milik vom SSC Neapel in der 80. Minute.

Gut im Rennen um die EM-Tickets liegt hinter den Polen (19 Punkte) als Zweiter der Gruppe G auch Österreich (16), das sich dank des Kopfballtreffers von Stefan Posch in Ljubljana mit 1:0 gegen Slowenien behauptete.

Zuvor hatte sich Russland dank eines überzeugenden 5:0 -Erfolges auf Zypern für die EM qualifiziert. Die Russen rangieren nach dem siebten Sieg im achten Spiel mit 21 Punkten auf Platz zwei der Gruppe I hinter Belgien (24) und können nicht mehr verdrängt werden.

Kroatien muss hingegen weiter warten. In Cardiff reichte es für den Tabellenführer der Gruppe E nur zu einem 1:1. Hinter dem Spitzenreiter (14 Punkte) haben auch Ungarn (12/1:0 gegen Aserbeidschan) und die Slowakei (10) noch Chancen auf das EM-Ticket.

EM-Qualifikation. Gruppe C:

Weissrussland - Niederlande 1:2 (0:2)
Minsk. – SR Sidiropoulos (GRE).
Tore: 32. Wijnaldum 0:1. 41. Wijnaldum 0:2. 54. Dragun 1:2.
Niederlande: Cillessen; Veltman, De Ligt, Van Dijk, Blind; Van de Beek (67. De Roon), Wijnaldum, De Jong; Bergwijn (89. Babel), Malen, Promes (67. Luuk de Jong).

Estland - Deutschland 0:3 (0:0)
Tallinn. – SR Kabakov (BUL)
Tore: 52. Gündogan 0:1. 58. Gündogan 0:2. 71. Werner 0:3.
Deutschland: Neuer; Can, Süle, Halstenberg; Klostermann, Havertz, Kimmich, Gündogan; Brandt (86. Amiri), Reus (77. Serdar); Waldschmidt (66. Werner).
Bemerkungen: Deutschland u.a. ohne Gnabry, Draxler, Ginter, Goretzka, Kroos und Sané (alle verletzt). 14. Rote Karte gegen Can (Notbremse).

Rangliste:
1. Niederlande 6/15 (19:7)
2. Deutschland 6/15 (20:6)
3. Nordirland 6/12 (8:7)
4. Weissrussland 7/4 (4:12)
5. Estland 7/1 (2:21).

Gruppe E:

Ungarn - Aserbeidschan 1:0 (1:0)
Budapest. – SR Higler (NED)
Tor: 10. Korhut 1:0.
Bemerkung: Ungarn ohne Holender (Lugano/Ersatz).

Wales - Kroatien 1:1 (1:1)
Cardiff. – SR Kuipers (NED).
Tore: 9. Vlasic 0:1. 45. Bale 1:1.

Rangliste:
1. Kroatien 7/14 (14:6)
2. Ungarn 7/12 (8:9)
3. Slowakei 6/10 (10:8)
4. Wales 6/8 (6:6)
5. Aserbeidschan 6/1 (5:14).

Gruppe G:

Polen - Nordmazedonien 2:0 (0:0)
Slowenien - Österreich 0:1 (0:1).

Rangliste:
1. Polen 8/19 (13:2)
2. Österreich 8/16 (17:7)
3. Nordmazedonien 8/11 (10:11)
4. Slowenien 8/11 (13:8)
5. Israel 7/8 (12:14)
6. Lettland 7/0 (1:24).

Gruppe I:
Kasachstan - Belgien 0:2 (0:1)
Nursultan. – SR Mazeika (LTU).
Tore: 21. Batshuayi 0:1. 53. Meunier 0:2.

Schottland - San Marino 6:0 (3:0)
Hampden Park, Glasgow. – SR Brisard (FRA)
Tore: 12. McGinn 1:0. 27. McGinn 2:0. 45. McGinn 3:0. 65. Shankland 4:0. 67. Findlay 5:0. 87. Armstrong 6:0.

Zypern - Russland 0:5 (0:2)
Nikosia. – SR Jovanovic (SRB)
Tore: 9. Tscheryschew 0:1. 23. Osdojew 0:2. 79. Dsjuba 0:3. 89. Golowin 0:4. 92. Tscheryschew 0:5.
Bemerkung: 28. Rote Karte gegen Laifis (Zypern).

Rangliste:
1. Belgien* 8/24 (30:1).
2. Russland* 8/21 (27:4).
3. Zypern 8/10 (13:12).
4. Schottland 8/9 (11:17).
5. Kasachstan 8/7 (9:13).
6. San Marino 8/0 (0:43). (dpa/rom)

Erstellt: 13.10.2019, 20:04 Uhr

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