Die Nullen vom Letzigrund

Grasshoppers 0:3 im Geisterspiel gegen Sion – der Rahmen und das Resultat passen zu einer blamablen Saison.

GC gewinnt zum 20. Mal in Folge nicht – und keiner siehts: Geisterspiel im Letzigrund. Foto: Urs Jaudas

GC gewinnt zum 20. Mal in Folge nicht – und keiner siehts: Geisterspiel im Letzigrund. Foto: Urs Jaudas

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Wenigstens regnet es nicht mehr wie in den letzten Tagen. Sonst wäre es noch trostloser im Letzigrund. Ein Geisterspiel steht auf dem Programm. Draussen stehen vier Polizeiautos, drinnen hat es null Zuschauer, null Chaoten, null Pfiffe, null Sicherheitskräfte, null Unterhaltung, null Stimmung.

Er erwarte ein hartes Spiel, sagte am Vortag GC-Trainer Uli Forte. Und es wird hart für seine Mannschaft, weil es die nächste Niederlage absetzt. Auf das 0:4 in Luzern und das 1:6 bei YB folgt das 0:3 gegen Sion. Itaitinga erhält alle Freiheiten, um sein Team zum Ligaerhalt zu schiessen.

Seit dem 25. November hat Fortes Mannschaft kein Spiel mehr gewonnen, in 20 Runden nicht. Dafür hat sie innert zwei Monaten wegen ihres Mobs zweimal forfait verloren und zur Strafe zwei Geisterspiele gekriegt.

40 Spieler eingesetzt

Das passt zu dieser Saison, in der sich der Club bis auf die Knochen blamiert hat. Der Präsident ist zurückgetreten und der Sportchef entlassen worden. Der CEO ist mitten in der Krise in die Ferien geflogen und hat darum den Leibchensponsor so vergrault, dass der nicht mehr Leibchensponsor sein will. Der CEO hat sich auch darum für die Zukunft gleich selbst überflüssig gemacht. Der Trainer ist zweimal ausgewechselt worden.

40 Spieler sind eingesetzt worden. Lindner, Lika, Cvetkovic, Rhyner, Zesiger, Doumbia, Nedim Bajrami, Munsy, Jeffrén, Pickel, Sigurjonsson, Holzhauser, Bahoui, Djuricin, Andersen, Pusic, Tarashaj, Lavanchy, Nathan, Pinga, Taipi, Kamber, Ngoy, Ajeti, Sukacev, Diani, Arigoni, Kastrati, Gjorgjev, Cabral, Asllani, Morandi, Mallé, Goelzer, Ravet, Caiuby, Basic, Mergim Bajrami, Rustemoski und Matic.

Die Top 6 der Flops bilden Holzhauser, Andersen, Bahoui, Tarashaj, Ravet und Caiuby. Mehr als einen Krater in der Buchhaltung haben sie nicht hinterlassen. Allein Ravet und Caiuby haben für ein knappes halbes Jahr eine Million Franken gekostet.

13 Verträge laufen jetzt aus. «Ausser Lindner könnt ihr alle gehen!» ist zum Ruf der Kurve geworden. Doch der Goalie wird nicht zu halten sein. Auch bei Ajeti, Nathan oder Sigurjonsson fragt sich Forte, ob sie sich auf die Challenge League einlassen wollen. Tarashaj und Pinga gehen sicher, Ngoy tut das wohl auch. Wer einen laufenden Vertrag hat, muss teilweise mit Lohneinbussen von bis zu 50 Prozent rechnen. Djuricin ist noch ein Jahr an GC gebunden. «Will er bleiben? Oder doch nicht?», fragt sich Forte. Ihn würde er gerne behalten, weil er weiss, was es für den Wiederaufstieg braucht: Das sind Spieler mit Routine.

Warten auf das Budget

Forte ist zusammen mit Berater Georg Heitz an der Arbeit, eine völlig neue Mannschaft zusammenzubasteln. Er setzt dabei auch auf die Einsicht von Jungen wie Nedim Bajrami oder Pusic, die Challenge League als Chance zu begreifen, um an Persönlichkeit zu gewinnen.

Wie die Mannschaft aussieht, die am 12. Juni die Vorbereitung der neuen Saison beginnt, hängt vom Geld ab. Bis in einer Woche soll die Frage nach dem Budget endlich geklärt sein. Präsident Stephan Rietiker, wegen einer Blinddarmoperation im Spital, hat dafür drei Varianten ausgearbeitet, selbst jene, was es hiesse, wenn sich GC aus dem Profibetrieb verabschieden würde. Aber was er will, hat er x-fach betont: Er will sofort zurück in die Super League und dafür ein entsprechendes Budget von 17 bis 20 Millionen Franken. Das letzte Wort sprechen die Grossaktionäre Anliker und Stüber.

Erstellt: 22.05.2019, 23:00 Uhr

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