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Die Rückkehr zur verflossenen Liebe

Fussballtrainer sind vieles heute – vor allem sind sie nur eine Übergangslösung.

MeinungFredy Wettstein
Uli Forte: Schon ziemlich dunkel, als er zu GC kam.
Uli Forte: Schon ziemlich dunkel, als er zu GC kam.
Keystone

Es war noch hell, als er kam. Als er ging, war es dunkel. Ein schöner Gedanke, der kürzlich in der «NZZ am Sonntag» zu lesen war. Etwas ist hell, dann wird es dunkel. Es gilt für so manches im Leben, immer wieder, auch in der Liebe. Alles strahlt, die Sterne am Himmel leuchten, verbunden mit dem Glauben, dass es so bleibt, wie es ist. Vielleicht nicht für ewig, aber für lange.

In der Zeitung war nicht die Liebe gemeint. Oder doch, irgendwie. Es ist auch eine Liebe, wenn ein Club einen neuen Trainer holt und ihn stolz präsentiert, nur selten zwar ist es eine Liebe auf den ersten Blick. Die Trainer­suchenden in den Clubs haben eine lange Liste, und viele stehen zur Auswahl, doch dann glauben sie, den Richtigen gefunden zu haben, genau den, der ihnen in der Not weiterhelfen soll, und die Wahl fällt auf einen, weil er offenbar etwas hat, was die anderen nicht haben.

Trainer sind vieles heute, nicht nur Fussballlehrer, sie sind Pädagogen, Psychologen, Antreiber, Mediatoren, Entwickler, auch Entertainer – sie sind vor allem immer Hoffnungsträger. Ronald Reng, der deutsche Autor, schrieb einmal: «Trainer sind die Götter unserer Zeit, längst heillos überhöht. Im Fussball will sich das Publikum die Illusion bewahren, dass hier noch grosse Männer, gottgleich, Erfolge eines ganzen Teams in die Bahn leiten.» Als Magier werden einige bewundert.

Aber wie wir im Leben und in der Liebe von Lebensabschnittspartnern reden, sind auch Trainer oft einfach nur Übergangslösungen. Die Gefeierten, die genau die Richtigen sein sollen, werden bald zu Versagern, sie sind dann immer auch leichtes Freiwild in den Medien. Sie sind die Schuldigen, dabei tragen vielmehr immer wieder jene die Schuld, die sie geholt haben.

Hell, als er kam, dunkel, als er ging. In der Zeitung ist der Moment beschrieben, als Uli Forte zum Büro des GC-Präsidenten Andras Gurovits an der Zürcher Bahnhofstrasse aufgeboten wurde, um das zu hören, was er in jenem Moment schon wusste, und es fünf Stunden später Nacht war, als die Form der Trennung nach einer schwierigen Sitzung endgültig beschlossen wurde.

Bei Uli Forte stimmt das Bild aber vielleicht nicht. Es war schon ziemlich dunkel, als er im April vor einem Jahr zu GC zurück gekommen war. Es ist selten vorteilhaft, zur verflossenen Liebe zurückzukehren. Besonders, wenn zuvor so viel Geschirr zerschlagen worden ist, wie damals nach der ersten Trennung zwischen Forte und den Grasshoppers.

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